Ratgeber

Coronakrise und kein Ende Was tun bei Arbeitslosigkeit?

Die Telefonleitungen der Arbeitsagentur sind zurzeit stark überlastet.

(Foto: imago/Steinach)

Die Telefonleitungen der Arbeitsagenturen in Deutschland sind derzeit erheblich überlastet. Viele Anrufer kommen gar nicht mehr durch. Das ist kein Wunder, denn die Coronakrise hat nicht nur Erkrankte und Todesopfer zur Folge, sondern vernichtet auch Arbeitsplätze.

Arbeitsagenturen und Jobcenter versinken derzeit in einer Flut von Anrufen: Es sind viele mehr, als sonst zu "normalen" Zeiten. Aufgrund des überlasteten Telefonnetzes ist nur eine eingeschränkte Erreichbarkeit möglich. Die Bundesagentur für Arbeit appelliert daher, Anrufe auf Notfälle zu beschränken.

Auf der Internetseite wird bereits mitgeteilt, dass Kundinnen und Kunden anstehende Termine nicht erst absagen müssen. Es drohen deswegen auch keine Konsequenzen - weder rechtlich noch anderweitig. Weiterhin werden auch alle Fristen für Leistungsfragen erst einmal ausgesetzt. Arbeitsagenturen und Jobcenter weichen zurzeit auf lokale Telefonnummern aus. Ein Grund für den Ansturm dürften angesichts der sich absehbar deutlich verschlechternden Wirtschaftslage auch häufigere Entlassungen sein.

Was tun, wenn der Job weg ist?

Wird man wegen der Coronakrise entlassen, muss man das natürlich trotzdem der Arbeitsagentur mitteilen. Hier gelten aufgrund der besonderen Lage auch veränderte Regeln. Eine Meldung wegen Arbeitslosigkeit kann derzeit nur eingeschränkt telefonisch erfolgen. Deshalb empfiehlt es sich, dies über die Internetseite der Arbeitsagentur zu tun. Der Antrag auf Arbeitslosengeld (ALG) I kann bequem online heruntergeladen und ausgefüllt werden. Abgeben kann man sie jetzt auch per E-Mail, Post oder über den E-Service der Arbeitsagentur. Die Bewilligung erfolgt aufgrund der aktuellen Lage schnell und unbürokratisch, wie die Arbeitsagentur gegenüber ntv.de mitteilt.

Wer die Grundsicherung beantragen will, kann das zwar nicht online tun, aber sich bereits einen Vordruck auf der Webseite der Arbeitsagentur herunterladen und ausdrucken. Anschließend muss der Antrag ausgefüllt und unterschrieben per Post verschickt oder in den Briefkasten des Jobcenters geworfen werden. Generell sind persönliche Vorsprachen derzeit nicht notwendig und auch nur in Notfällen möglich.

Ungünstig ist eine Entlassung gerade jetzt, weil eine Jobsuche kaum Erfolg haben wird. Zusätzliche Mitarbeiter braucht eine Firma schließlich nur dann, wenn es ihr gut genug geht, um die neue Arbeitskraft auch bezahlen zu können. Die meisten Unternehmen befinden sich wirtschaftlich gesehen zurzeit jedoch stark auf dem absteigenden Ast. Das macht sich auch in vermehrten Entlassungen bemerkbar.

Lohnt sich die Jobsuche überhaupt?

Selbst wenn die Coronakrise (noch) nicht zu finanziellen Einbußen geführt hat, sind viele Chefs aufgrund des aktuellen Ausnahmezustandes nicht gewillt, Bewerbungen zu sichten oder Vorstellungsgespräche zu führen. Letztere wären sowieso nur telefonisch oder per Videochat möglich. Jobsuchende sollten dennoch nicht gänzlich darauf verzichten, Bewerbungen zu schreiben. Vorher kann sich aber ein Anruf bei dem entsprechenden Unternehmen lohnen, ob die Stellenanzeige noch aktuell ist.

Auch sogenannte Übergangsjobs werden in so einer besonderen Lage interessanter, vor allem wenn der eigene Beruf, beispielsweise in der Reisebranche, zurzeit kaum Perspektiven bietet. Es gibt sogar Berufe, die in der derzeitigen Coronakrise einen leichten Aufschwung erleben. So werden vielerorts zusätzliche Verkäufer, Pflegekräfte oder Babysitter benötigt.

Quelle: ntv.de, imi