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Nach Sechsfach-Aus in Australien Deutsche Tennis-Elite beunruhigt Becker

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Zverev ist einer von nur drei Deutschen, die ihr Auftaktmatch gewinnen konnten.

(Foto: dpa)

Drei von neun überstehen die erste Runde: Die Quote der deutschen Tennis-Profis bei den Australian Open ist verheerend. Boris Becker bereitet das "Bauchschmerzen", der ehemalige Weltklasse-Spieler macht sich Sorgen. Immerhin gibt es auch eine positive Überraschung.

Alexander Zverev alberte blendend gelaunt mit Kollegen im Melbourne Park herum, Dominik Koepfer gönnte sich einen Drink in einem Café, und Mona Barthel freute sich wie wild über ihr "fantastisches" Comeback auf der ganz großen Bühne: Nur bei diesen drei deutschen Profis war die Tennis-Welt vor dem Zweitrunden-Start bei den Australian Open am Mittwoch noch in bester Ordnung. Der Rest schwankte zwischen Frust, Ärger und Enttäuschung - und bereitet Boris Becker ein "bisschen Bauchschmerzen".

"Das muss man wirklich beim Namen nennen, es sah schon mal besser aus", sagte das deutsche Idol bei Eurosport angesichts der schlechten Quote und legte die Stirn in Falten. Ohnehin standen nur neun Profis aus Deutschland im Hauptfeld, sechs blieben mit teils bedenklichen Auftritten an ihrer Auftakthürde hängen.

Dazu zählte auch Jan-Lennard Struff, der die Anlage nach einem "Katastrophen"-Spiel beim 6:7 (2:7), 6:7 (5:7), 1:6 gegen den australischen No-Name Christopher O'Connell "mega enttäuscht" verließ. "Gegen die Besseren nimmt er das Niveau an, gegen die Schlechteren leider auch", sagte Becker. Yannick Hanfmann musste anerkennen, dass Weltklasse-Mann Andrej Rublew beim 3:6, 3:6, 4:6 eine Nummer zu groß war.

Nur bei Barthel läuft's "fantastisch"

Aber dann zauberte immerhin noch die lange von Fußproblemen ausgebremste Barthel ein erleichtertes Lächeln in die Gesichter von Becker und Bundestrainerin Barbara Rittner. Diese hatte nach den Niederlagen von Angelique Kerber, Laura Siegemund und Andrea Petkovic zwischenzeitlich auch schon ein bisschen ihre gute Laune verloren.

Mit ihrem 3:6, 6:4, 6:4-Erstrundenerfolg gegen die junge Italienerin Elisabetta Cocciaretto rettete die 30-jährige Barthel zumindest ein Stück weit die Ehre der deutschen Tennisspielerinnen. Zuletzt hatte 2004 in Wimbledon eine zweite Runde bei einem Grand-Slam-Turnier ohne eine Vertreterin des DTB stattgefunden. Die Marke bleibt bestehen, dank Barthel.

"Für mich ist es fantastisch", sagte die Athletin aus Neumünster, die nur mithilfe eines sogenannten protected ranking für länger verletzte Spielerinnen und Spieler den Weg in die Hauptrunde fand. Erst Anfang dieses Jahres war sie auf die Tour zurückgekehrt. Nun versucht sie "so lange wie möglich, die deutsche Fahne noch hochzuhalten". Gegen Karolina Muchova (Tschechien/Nr. 25) wird das nicht leicht, auch wenn Becker Barthel bescheinigte: "Sie ist viel besser, als sie meint zu sein."

Bei den Männern trägt Zverev die Hauptlast, für Koepfer steht am frühen Mittwochmorgen deutscher Zeit ein schweres Duell mit dem österreichischen US-Open-Sieger Dominic Thiem auf dem Plan. Danach, im zweiten Match nach 9 Uhr, schlägt der Weltranglistensiebte Zverev als klarer Favorit gegen den US-Qualifikanten Maxime Cressy auf. "Ich bin guter Dinge", sagte Zverevs Bruder und Manager Mischa bei Eurosport: "Der Gegner spielt viel Serve und Volley, ich habe Sascha gut vorbereitet."

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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