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"Scheiße und beschämend" Tennis-Profi wütet über Australian Open

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Benoît Paire ist mehr als unzufrieden.

(Foto: imago images/Schreyer)

"Dieses Turnier ist wirklich Mist": Nach seinem Aus bei den Australian Open wählt Tennis-Profi Benoît Paire drastische Worte. Ihn ärgern die ungleichen Quarantäne-Regeln. Auch eine Mitfavoritin macht die strikten Vorgaben für ihr Ausscheiden verantwortlich.

Nachdem es bei den Australian Open die ersten überraschenden Erstrunden-Aus gab, wird nun heftige Kritik an den Organisatoren laut. Im Vorfeld des Turniers mussten sich mehrere Tennis-Profis in strikter Hotel-Quarantäne auf ihre ersten Matches vorbereiten, weil es auf Flügen nach Melbourne Corona-Fälle gab. Mehrere Teilnehmer führen ihr Ausscheiden auf die harten Maßnahmen zurück und bemängeln die fehlende Gleichheit.

Als erste Mitfavoritin schied Wiktoria Asarenka nach Atemproblemen aus. Im zweiten Satz musste sich die 31-Jährige aus Belarus, die 2012 und 2013 in Melbourne triumphiert hatte, minutenlang behandeln lassen und verlor schließlich 5:7, 4:6 gegen Jessica Pegula aus den USA. Über ihre gesundheitlichen Probleme wollte Asarenka nach dem Match nicht sprechen. Sie hatte wie die ebenfalls ausgeschiedene Angelique Kerber in der Turnier-Vorbereitung aufgrund eines Corona-Infektionsfalls auf ihrem Flug 14 Tage in strikter Quarantäne verbracht. "Ich wusste nicht wirklich, wie ich mich danach vorbereiten sollte", sagte Asarenka: "Ich bin sehr enttäuscht."

Der Franzose Benoît Paire wurde deutlicher. Der "L'Equipe" sagte der 31-Jährige am Montag: "Ich finde es scheiße, und was passiert ist, ist beschämend. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Niveau. Aber dieses Turnier ist wirklich Mist." Paire verlor sein Match gegen Jahor Herassimau mit 2:6, 6:2, 6:7, 6:7. Er verbrachte seine Vorbereitung auch in Quarantäne und prangerte eine Ungleichbehandlung an: Andere Profis, die nicht auf dem Flug waren, befanden sich in einer weniger strikten Quarantäne. "Ich verstehe nicht, warum es nicht fair für alle ist", beklagte Paire.

Struff ist "mega-enttäuscht"

Für Angelique Kerber war die zweiwöchige Quarantäne vor Turnierbeginn ebenfalls ein schmerzlicher Rückschlag. Sie sprach vor dem Turnier von "einer der besten Vorbereitung der letzten Jahre", räumte aber ein, dass sie nach der Quarantäne von ihrem Saisonstart nicht viel erwarten könne. Ihr Auftakt-Match bei den Australian Open verlor die 33-Jährige deutlich mit 0:6, 4:6 gegen die US-Amerikanerin Bernarda Pera.

Generell begann das Turnier für die Deutschen unglücklich. Zuletzt traf es die deutsche Nummer zwei Jan-Lennard Struff. "Ich bin mega-enttäuscht", sagte der 30-Jährige nach seiner 6:7 (2:7), 6:7 (5:7), 1:6-Niederlage gegen den Australier Christopher O'Connell. Dazu kam für Yannick Hanfmann das allerdings weniger überraschende Turnier-Aus mit einem 3:6, 3:6, 4:6 gegen den starken Russen Andrej Rublew.

Zuvor waren bei den Frauen außerdem Andrea Petkovic und Laura Siegemund gescheitert, die immer wieder verletzungsgeplagte Mona Barthel verhinderte mit ihrem 3:6, 6:4, 6:4-Erfolg gegen die Italienerin Elisabetta Cocciaretto am Dienstag ein deutsches Debakel. "Ich habe eine lange Zeit nicht gespielt. Dass ich jetzt die erste Runde gewonnen habe, ist fantastisch", sagte Barthel bei Eurosport. Bei den Männern war am Montag bereits Cedrik-Marcel Stebe an seiner Auftakthürde hängengeblieben, Alexander Zverev und Dominik Koepfer schlugen ihre ersten Kontrahenten.

Im Einzel geht es für die verbliebenen deutschen Herren am Mittwoch weiter. Zunächst steht für Koepfer am frühen Morgen ein Duell mit dem österreichischen US-Open-Sieger Dominic Thiem an. Danach, im zweiten Spiel der ab 7.00 Uhr deutscher Zeit beginnenden Nightsession, schlägt Zverev als klarer Favorit gegen den US-Qualifikanten Maxime Cressy auf.

Quelle: ntv.de, ses/sid

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