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Visum von Djokovic annulliert Serbische Medien sprechen von "Lynchstimmung"

Die australische Regierung entzieht Novak Djokovic zum zweiten Mal das Visum, in der Heimat des Tennisstars sorgt das für deutliche Reaktionen. Serbische Medien sprechen von einer "verrückten" Entscheidung, Boulevardblätter sehen sogar eine "Verfolgung" ihres Landsmannes.

Nach der erneuten Aberkennung des Visums für Tennisstar Novak Djokovic haben Medien in seiner serbischen Heimat mit Wut und Empörung reagiert. "Unglaublich, was der (australische) Minister als Begründung angibt: die öffentliche Gesundheit und das Gemeinwohl. Und das in einem Land, das täglich 150.000 Neuinfektionen hat!", schrieb telegraf.rs und befand: "Das ist verrückt!"

Kurz zuvor hatte Einwanderungsminister Alex Hawke das Visum für ungültig erklärt und auch mit dem öffentlichen Interesse begründet. Djokovic ist ungeimpft, in Australien herrschen seit Beginn der Pandemie auch für die einheimische Bevölkerung strenge Regeln, die ihr einige Entbehrungen abverlangten. Die Anwälte des Tennis-Weltranglistenersten legten umgehend Einspruch gegen die Entscheidung ein und forderten ein beschleunigtes Verfahren, da Djokovics Erstrundenmatch bei den Australian Open am Montag oder Dienstag stattfinden wird und bis dahin eine finale Klärung notwendig sei.

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Internet-Portale der serbischen Boulevardmedien gingen derweil zur verbalen Attacke über. Für informer.rs war die Karikatur einer australischen Zeitung, die Djokovics Impfgegnerschaft zum Thema hatte, ein Beleg für die "Lynchstimmung", die die australischen Medien gegen den serbischen Tennisstar schüren würden. "Die Verfolgung des Novak", schrieb blic.rs.

Djokovic ist einer der erfolgreichsten Sportler in der Geschichte Serbiens, bei den Australian Open könnte er sich mit seinem 21. Titelgewinn bei einem Grand-Slam-Turnier zum alleinigen Rekordsieger in der Geschichte des professionellen Tennis krönen. Bislang teilt er sich diese Bestmarke mit dem Schweizer Roger Federer und dem Spanier Rafael Nadal. Letzterer hatte jüngst zum Fall Djokovic gesagt, dass sein Konkurrent ihm zwar leidtue, aber "es gibt Regeln, und wenn man sich nicht impfen lassen will, dann kann man Probleme bekommen."

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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