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Lange Haft für 0,5 Gramm Drogen? US-Basketballstar Griner bekennt sich in Russland schuldig

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Griner wird in Russland der Prozess gemacht.

(Foto: AP)

0,5 Gramm Haschisch-Öl soll Brittney Griner bei einer Kontrolle am russischen Flughafen dabei gehabt haben. Deswegen sitzt die US-Basketballerin seit Februar in Haft. Ihr drohen bis zu zehn Jahre Strafkolonie. Nun bekennt sie sich im Prozess schuldig, womöglich ein erster Schritt zum Gnadengesuch.

Die in Russland inhaftierte US-Basketballerin Brittney Griner hat sich in einem Strafverfahren wegen eines Drogendelikts vor einem Gericht in der Nähe von Moskau schuldig bekannt. Das meldeten russische Nachrichtenagenturen übereinstimmend aus dem Gerichtssaal in Chimki im Moskauer Gebiet unter Berufung auf eine Übersetzung.

Griner habe auch erklärt, dass sie kein Verbrechen habe begehen wollen, sondern beim Packen in großer Hast gehandelt habe, wie die Agentur Interfax aus dem Saal berichtete. Sie war im Februar auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen worden.

Seit viereinhalb Monaten sitzt Griner in Untersuchungshaft, die zuletzt bis 20. Dezember verlängert worden war. Der Olympiasiegerin wird der Besitz von Drogen vorgeworfen, ihr Prozess hatte am vergangenen Freitag begonnen. Das Gerichtsverfahren soll am 14. Juli fortgesetzt werden. Ihr drohen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Griner soll bei einer Kontrolle ihres Gepäcks in Scheremetjewo im Februar sogenannte Vape-Kartuschen und Haschisch-Öl bei sich gehabt haben. Es soll sich lediglich um 0,5 Gramm gehandelt haben.

"Öffentlicher Hype" stört Russland

Griner hatte auch US-Präsident Joe Biden in einem Brief um Hilfe gebeten. Washington kritisiert, dass Griner zu Unrecht festgehalten werde. Moskau hingegen weist den Vorwurf zurück, der Prozess gegen Griner sei politisch motiviert. Vor dem Prozesstag an diesem Donnerstag kritisierte Russland den "öffentlichen Hype" der Regierung in Washington. Das Aufsehen um Griner "lenke von dem Fall ab" und "störe", sagte der Vize-Außenminister Sergej Rjabkow laut russischen Nachrichtenagenturen. Am Mittwoch hatte US-Präsident Biden die Freilassung der wegen Drogenschmuggels in Russland inhaftierten US-Bürgerin zur "Priorität" erklärt und mit der Ehefrau von Griner telefoniert. Rjabkow sagte, die USA müssten vielmehr "die Signale, die aus Russland kommen", berücksichtigen.

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Das Vergehen der 31-Jährigen sei ein "schwerer Rechtsbruch" hatte ein Sprecher des russischen Außenministeriums erklärt. Zugleich sagte er, dass es Griner nach einer Verurteilung freistehe, den Richterspruch anzufechten oder ein Gnadengesuch zu schreiben. Wer in Russland eine Begnadigung beim russischen Präsident beantragt, muss auch seine Schuld einräumen.

Seit 2015 spielte Griner beim Team von UMMC Jekaterinburg im Ural. Mit dem Spitzenklub gewann sie viermal die Euroleague. Griner gilt als eine der besten Basketballerinnen in der amerikanischen Frauen-Profiliga WNBA. Mit den Phoenix Mercury gewann sie 2014 die Meisterschaft, mit der US-Nationalmannschaft holte sie außer zwei Olympiasiegen auch zweimal Gold bei Weltmeisterschaften. Viele Profispielerinnen wie Griner sind außer in ihren Heimatligen zudem im Ausland aktiv, unter anderem bisher auch in Russland.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/AFP

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