Formel1

Trennung von fünf Edel-Boliden Vettel erklärt seinen Ferrari-Ausverkauf

imago0047960839h.jpg

Sebastian Vettel hatte am Ende seiner Ferrari-Zeit nicht mehr viel zu lachen.

(Foto: HOCH ZWEI/Pool/COLOMBO IMAGES)

Sebastian Vettel erlebt eine letzte Ferrari-Saison zum Vergessen. Pleiten, Pech und Pannen erlebt der viermalige Weltmeister, anstatt viele Punkte zu sammeln. Der Formel-1-Star verrät, ob ein großer Ausverkauf an roten Edelautos als Therapie herhalten musste.

Nein, es war kein schönes Ende der fünfjährigen sportlichen Ehe zwischen Sebastian Vettel und Ferrari. Es war quälend und lang und völlig unbefriedigend. Ohne einen weiteren WM-Titel verabschiedete sich der vierfache Formel-1-Weltmeister von der Scuderia, statt gemeinsamen Triumphen wird eine völlig verkorkste letzte Saison in Erinnerung bleiben. Mit wenigen Punkten, einem einzigen Podestplatz als Highlight und dafür reichlich Pleiten, Pech und Pannen. War der große Ferrari-Ausverkauf, den der 33-Jährige jüngst startete, ein Versuch, die gescheiterte Beziehung zu kompensieren?

Eine Sprecherin Vettels bestätigte "Auto Motor und Sport", dass es sich bei den fünf Edel-Boliden mit Pferd, die jüngst in die Versteigerung beim Auktionshaus Tom Hartley Jnr. gegeben worden waren, um Wagen aus der Sammlung des Motorsportlers handle. Warum sich Vettel von den Stücken trennt, wollte sie damals allerdings nicht nennen.

Nun schaffte der Deutsche gegenüber dem Schweizer "Blick" selbst Klarheit: "Der Grund dafür war, ein bisschen Platz zu schaffen. Ich bin sehr beschäftigt in meinem Leben, so dass ich nicht die Zeit habe, zu genießen sowie herumzufahren und nichts zu tun, also keine großen Geheimnisse", so Vettel bei der Präsentation seines neuen Dienstwagens bei Aston Martin. Natürlich, er habe viel über das letzte Jahr bei Ferrari nachgedacht und sei "nicht glücklich, wie es verlaufen ist". Aber: "Ich habe es akzeptiert, durchlebt und bereue es nicht."

Seinen Frieden hat er mit dem vergangenen Jahr gemacht, der ehrgeizige Sportler weiß aber, so versichert er, dass dies nicht seinen Ansprüchen entsprach. Die sind auch mit 33 Jahren noch hoch: "Altersmäßig habe ich das Gefühl, dass ich es in mir habe, aber dann hängt es von den Umständen ab, wie die Dinge in der nahen Zukunft laufen." Die Umstände sind 2021 so, dass er Ferrari schlagen muss, um seine Ziele zu erreichen. Eine zusätzliche persönliche Motivation sei dies aber nicht. "Unser inoffizielles Ziel ist der dritte Platz und dafür müssen wir vor Ferrari sein, aber für mich ist es nicht eine persönliche Genugtuung, vor ihnen zu landen", so der Deutsche, der künftig für Aston Martin fährt, den Nachfolger des Racing-Point-Teams. "Ich freue ich mich sehr auf dieses Jahr."

"Ich fühle mich sehr wohl"

Nach dem Desaster des vergangenen Jahres - als 13. war Vettel in der Fahrerwertung so schlecht wie nie zuvor - macht der 53-fache Grand-Prix-Sieger den Eindruck, dass ihm die neue Umgebung guttut. Er sprach im exklusiven Interview mit RTL/ntv von einem "intensiven Winter", der infolge seines Abschieds bei Ferrari von "vielen neuen Leuten, neuen Gesichtern" geprägt war. Das Fazit der ersten Monate bei Aston Martin: "Ich fühle mich sehr wohl."

Auch mit seinem neuen Dienstwagen ist er zufrieden, zumindest auf den ersten Blick: "Das Auto sieht fantastisch aus", sagte der Formel-1-Pilot, wenige Minuten nachdem Aston Martin seinen Dienstwagen für die Saison 2021 enthüllt hatte. Die britische Traditionsmarke setzt stilecht auf "British Racing Green", ein Dunkelgrün, das aus einer Zeit stammt, als sich die Farbe der Rennautos noch nach ihrer Herkunft richtete. Entscheidend aber ist, was sich unter dem Lack verbirgt - und das dürfte Vettels Vorfreude erklären und befeuern: im Heck des Aston Martin steckt der Mercedes-Motor, mit dem das Werksteam um Seriensieger Lewis Hamilton seit 2013 die Formel 1 dominiert.

Quelle: ntv.de, ter

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.