Fußball

Paris lockt den Bayern-Star Boateng-Wechsel wird zu Kaugummi-Transfer

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Jérôme Boateng

imago/MIS

Zu Englands Fußball-Rekordmeister wollte Jérôme Boateng nicht, beim deutschen Rekordmeister FC Bayern bleibt er aber wohl auch nicht. Favorit auf seine Verpflichtung ist Paris St. Germain. Die Verhandlungen sollen laufen - obwohl die Mitspieler intervenieren.

Vormittag am Tegernsee. Jérôme Boateng, so viel ist sicher, gehört noch dem Kader von Bayern München an. Auch etwa 2000 Zuschauer sehen gegen 10 Uhr morgens, wie der Nationalspieler den Sportplatz des FC Rottach-Egern e.V. in der Birkenmoosstraße 14 betritt. Boateng plaudert mit Franck Ribery und Renato Sanches, dann beginnt das Training. Business as usual - danach sieht es aus.

Der Schein trügt aber. Aus Paris ist zu hören, dass sich Antero Henrique mit Christian Nerlinger treffen will. Henrique ist der Sportdirektor von Paris St. Germain, Nerlinger der Berater von Jerome Boateng. Nach Informationen von "Bild"-Zeitung haben beide sogar schon Verhandlungen darüber begonnen, zu welchen Konditionen der Weltmeister von 2014 zu Trainer Thomas Tuchel wechseln könnte.

Dicke Ablöse, noch dickeres Gehalt

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Ob Thomas Tuchel bei Paris künftig Boateng trainieren darf, scheint nur noch eine Frage des Geldes.

(Foto: imago/PanoramiC)

Boateng hat beim FC Bayern noch einen Vertrag bis 2021, dürfte jedoch gehen, wenn die Ablösesumme so um die 50 Millionen Euro läge. Darüber hinaus soll der Nationalspieler ein Gehalt von 15 Millionen Euro für angemessen halten. Manchester United war das wohl zu viel, außerdem, berichtete Bild, wollte Boateng sowieso nicht zu Jose Mourinho sondern zu einem Klub, der die Champions League gewinnen kann. Deswegen habe er selbst abgesagt.

Grundsätzlich mag verwundern, dass Boateng überhaupt zum Verkauf steht. Allerdings gilt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nicht gerade als der beste Freund des bald 30-Jährigen, auch Präsident Uli Hoeneß hat wohl nichts mehr gegen einen Verkauf. Ein Grund könnte auch die Verletzungsanfälligkeit sein: In den vergangenen drei Jahren hat Boateng in der Bundesliga 43 Spiele aufgrund von gesundheitlichen Problemen oder Verletzungen verpasst. Die Verantwortlichen der Bayern üben sich, wenn sie zu dem Thema überhaupt etwas sagen, in der hohen Kunst der Diplomatie. Kein Geheimnis ist, dass der neue Trainer Niko Kovac sowie weite Teile der Mannschaft Boateng nur ungern verlieren wollen. Kovac hat bereits ausführlich mit Boateng gesprochen und gesagt, dass er auf Neuigkeiten zu dessen Status verzichten könne - also auf einen Abschied des Verteidigers.

"Er ist wichtig für die Mannschaft", sagte etwa Arjen Robben und betonte, es sei "ganz wichtig", dass der FC Bayern außer Arturo  Vidal noch keinen Spieler abgegeben habe. Der jetzige Kader sei "komplett", habe "sehr viel Qualität" und müsse "zusammenbleiben, dann kann man erfolgreich sein".

Salihamidzic will nicht reden

Hasan Salihamidzic gab sich am Mittwochabend nach dem lockeren Testspiel des FC Bayern gegen den FC Rottach-Egern (20:2) recht schmallippig, als es um Boateng ging. "Darüber rede ich nicht", sagte der Sportdirektor, wenn es etwas mitzuteilen gebe, dann werde er es schon mitteilen. Boateng fehlte beim munteren Kick, er habe, mutmaßte Salihamidzic, wohl leichte Beschwerden an der Patellasehne. Am Donnerstag war davon nichts zu sehen.

Einem Wechsel zu Thomas Tuchel steht einstweilen unter anderem das Transfergebaren von Paris St. Germain im Wege. Bis zum Ende der Wechselfrist am 31. August muss der Klub 100 Millionen Euro mehr bei Transfers eingenommen haben als ausgegeben. Bisher hat PSG durch die Abgänge von Javier Pastore (24 Millionen), Yuri Berchiche (24), Odsonne Edouard (10), Grzegorz Krychowiak (10) und Jonathan Ikone (5) erst 73 Millionen Euro eingenommen.

Die Verhandlungen über einen Wechsel könnten sich also noch etwas ziehen. Sicher ist allerdings: Für Boateng wäre Paris die erste Adresse. Falls er geht.

Quelle: n-tv.de, Thomas Häberlein/Silke Keul, sid

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