Fußball

Brisantes Fernduell mit Münster Das kolossale Schicksalsspiel für Rot-Weiss Essen

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Auf die Treffsicherheit von Stürmer Simon Engelmann muss RWE vertrauen.

(Foto: IMAGO/Markus Endberg)

Es ist der ultimative Showdown in der Fußball-Regionalliga West: Die beiden Traditionsvereine Rot-Weiss Essen und Preußen Münster kämpfen um den Aufstieg. Nur der Erste steigt auf. Beide Teams sind punktgleich und liegen beim Torverhältnis eng beieinander. Ein Drama ist programmiert.

Das Stadion ist ausverkauft, die Euphorie grenzenlos - für die lang ersehnte Rückkehr in die Drittklassigkeit ist beim Traditionsklub Rot-Weiss Essen alles angerichtet. "Für mich ist es das größte Spiel in meiner Karriere. Wir können etwas Großes schaffen", sagte Kapitän Daniel Heber vor dem letzten Spieltag der Fußball-Regionalliga West. RWE, der (noch) gefangene Ruhrpottgigant, der deutsche Meister von 1955, und der große Rivale Preußen Münster liefern sich seit Monaten ein erbittertes Duell an der Tabellenspitze, am Samstag kommt es zum ultimativen Showdown. Essen erwartet Rot Weiss Ahlen, die punktgleichen Preußen treffen auf den 1. FC Köln II.

Essen hat die etwas bessere Tordifferenz (+2 und mehr geschossene Tore) und sieht sich vor dem dramatischen Herzschlagfinale im Vorteil. "Wir haben ein Heimspiel, die Bude ist voll und wir sind Erster", sagte Torjäger Simon Engelmann dem "Reviersport". Doch die Angst vor einem erneuten Scheitern ist vor dem wichtigsten Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte bei RWE groß. Der sportlich und finanziell so wichtige Aufstieg wurde zuletzt zweimal knapp verpasst. Der Klub von Helmut Rahn spielte zuletzt in der Saison 2007/08 drittklassig. "Ich war sehr oft nah am Aufstieg dran. Wir müssen jetzt den letzten Schritt noch gehen", sagte Engelmann.

RWE schmeißt den Trainer raus

Für diesen letzten Schritt erfolgte Anfang Mai sogar die Trennung von Trainer Christian Neidhart. Sportdirektor Jörn Nowak übernahm interimsweise. "Wir wollten noch mal einen Impuls setzen", begründete Geschäftsführer Marcus Uhlig den etwas überraschenden Schritt. Es half. Während Münster am vorletzten Spieltag beim SC Wiedenbrück patzte (0:0), eroberte Essen durch ein 3:0 beim SV Rödinghausen die Spitze. Diese soll mithilfe der 16.500 Zuschauer an der Hafenstraße unbedingt erfolgreich verteidigt werden.

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Sollte es am Ende nicht klappen, wäre aber ein Fan mitverantwortlich. Beim direkten Duell gegen Münster vor drei Monaten sorgte ein Böllerwurf beim Stand von 1:1 in der zweiten Halbzeit für einen Spielabbruch. Zwei Preußen-Spieler erlitten ein Knalltrauma, Münster bekam vom Sportgericht den Sieg zugesprochen. Der Klub wird nach der Spielzeit entscheiden, ob er den Täter verklagt. Die Polizei ist auch vor dem Saisonfinale alarmiert. "Unser Publikum", so Uhlig, "ist noch mal emotionaler als anderswo." Der Verein appellierte an die Fans, nach dem Abpfiff auf einen Platzsturm zu verzichten. Denn am Sonntag steht an der Hafenstraße noch das Duell zwischen der SGS Essen und Carl Zeiss Jena in der Frauen-Bundesliga an.

Münster, deutscher Vizemeister 1951, hofft auf die Schützenhilfe der Ahlener. "Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist", sagte Trainer Sascha Hildmann. 14.300 Zuschauer werden sein Team im ebenfalls ausverkauften Preußen-Stadion unterstützen und mit bangem Blick nach Essen schauen. Der Wunsch von Münsters Sportchef Peter Niemeyer wird jedenfalls nicht in Erfüllung gehen. "Grundsätzlich gehören beide Traditionsklubs mindestens in die 3. Liga", sagte Niemeyer. Am Samstag wird nur einer jubeln.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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