Fußball

Köln rettet den Sieg - irgendwie Ein gnadenloser Schock für Schalke 04

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Wenigstens einer hat Spaß!

(Foto: imago images/Mika Volkmann)

Was für ein Spiel in Gelsenkirchen: Frei von jeder Kunst die Fußball heißt, liefern sich der FC Schalke 04 und der 1. FC Köln ein Duell, dass sich über Kampf definiert und von Fehlern geprägt ist. In der Nachspielzeit jubeln die Gäste, obwohl sie eigentlich gar nicht mehr im Spiel waren.

Klaas-Jan Huntelaar litt auf der Tribüne mit, als Schalke 04 den nächsten Schritt Richtung 2. Liga machte. Ohne den Rückkehrer, der im Abstiegskampf mit seinen Toren helfen soll, verloren die Königsblauen das fürchterlich schlechte Kellerduell gegen den 1. FC Köln 1:2 (0:1) und schlossen die Hinrunde erstmals seit 27 Jahren als Letzter ab - mit nur sieben Punkten.

Schalke 04 - 1. FC Köln 1:2 (0:1)

Tore: 0:1 Czichos (31.), 1:1 Hoppe (57.), 1:2 Thielmann (90.+3)
Schalke:
Fährmann - Becker, Kabak, Nastasic (71. Mascarell), Kolasinac (72. Oczipka) - Stambouli, Serdar - Raman (72. Boujellab), Uth, Harit - Hoppe; Trainer: Gross.
Köln: Timo Horn - Cestic, Bornauw, Czichos (46. Katterbach) - Ehizibue (72. Rexhbecaj), Skhiri, Jannes Horn - Hector (81. Salih Özcan), Drexler (88. Arokodare) - Wolf, Duda (88. Thielmann); Trainer: Gisdol.
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Gelbe Karten: Stambouli (3), Boujellab (2) - Jannes Horn (4)

Jan Thielmann (90.+3) erzielte in der Nachspielzeit das Siegtor für die Kölner, die sich acht Zähler von den Schalkern absetzten. Zuvor hatte Rafael Czichos (31.) für den FC getroffen, der Amerikaner Matthew Hoppe glich mit seinem fünften Tor in den letzten drei Bundesligaspielen aus (57.).

Hoffnungsträger Huntelaar, der am Dienstag einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben hatte, musste wegen Wadenproblemen passen - und sah als Zuschauer, dass der vierte Abstieg in der Geschichte immer realistischer wird. Der 4:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim, der die Horrorserie von 30 erfolglosen Bundesligaspielen vor anderthalb Wochen beendet hatte, war noch nicht die erhoffte Trendwende.

"Er ist nicht 100-prozentig belastbar, das Risiko ist mir zu groß", sagte Trainer Christian Gross vor dem Spiel bei Sky über Huntelaar. Der Niederländer, der zwischen 2010 und 2017 in 240 Pflichtspielen 126 Tore für die Gelsenkirchener erzielte, sei "heiß, er fühlt sich so, als wenn er nie weg gewesen wäre". Huntelaar war im Mannschaftsbus zur Arena gefahren und saß gleich hinter der Trainerbank auf der Tribüne. "Ich habe ihm gesagt, er soll sich als Coach fühlen", sagte Gross.

Schalke startet aggressiv

Huntelaar sah einen aggressiven Start seiner Mannschaft, die die Spielkontrolle sofort in die Hand nahm. Ein Distanzschuss von Suat Serdar zwang Kölns Keeper Timo Horn früh zu einer starken Parade (4.). Die Gäste verlegten sich zunächst völlig auf die Defensive, im Vorwärtsgang verloren sie regelmäßig sehr schnell den Ball. Schalke machte allerdings zu wenig aus seiner Überlegenheit, auch der starke Amine Harit scheiterte mit einem Fernschuss an Horn (26.), Mark Uth schoss aus acht Metern knapp über die Latte (27.). Die Kölner Führung fiel dennoch nicht aus heiterem Himmel, denn eine Serie von vier Eckbällen innerhalb weniger Minuten führte zu Chaos in der Schalker Abwehr. Nachdem Ralf Fährmann eine Ecke zu kurz abgewehrt hatte, landete ein verunglückter Schuss von Dominick Drexler auf Czichos' Kopf.

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Nach dem Seitenwechsel hatte Fährmann zunächst Glück, als sein Verteidiger Ozan Kabak den Ball an den Pfosten lenkte (54.). Dann verstärkte Schalke seine Angriffsbemühungen - und Hoppe traf erneut. Auf der Tribüne sprang Huntelaar jubelnd auf. Die Gastgeber drängten nun auf einen weiteren Treffer, Köln musste in der Defensive viel arbeiten, um das 1:1 zu verteidigen. An der schwachen Qualität des Spiels änderte das allerdings wenig. Beide Mannschaften überboten sich mit Fehlern und Missverständnissen.

Doch dann schlugen die Kölner eiskalt zu. Aus dem Nichts.

Quelle: ntv.de, tno/sid