Fußball

Bittere Pleite im Spektakelspiel Oh weh, oh weh, der BVB

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Florian Wirtz besorgte die Entscheidung.

(Foto: dpa)

War es das schon für Borussia Dortmund? Dem Vizemeister droht nach einer verdienten Niederlage im spektakulären Verfolgerduell bei Bayer Leverkusen schon zur Saisonhalbzeit der Abschied aus dem Meisterrennen der Fußball-Bundesliga. Bayer dagegen beendet seine "Mini-Krise".

Bayer Leverkusen hat dank des überragenden Moussa Diaby und seines Jungstars Florian Wirtz seine "Mini-Krise" beendet und bleibt dem Hinrunden-Meister FC Bayern auf den Fersen, Borussia Dortmund verliert dagegen den Anschluss im Titelkampf. Bayer bezwang in einem sehr sehenswerten und oft temporeichen Verfolgerduell den BVB verdient mit 2:1 (1:0) und feierte nach vier sieglosen Bundesligaspielen das ersehnte Erfolgserlebnis.

Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Diaby (14.), 1:1 Brandt (67.), 2:1 Wirtz (80.)
Leverkusen:
Hradecky - Lars Bender, Tah, Tapsoba, Wendell (60. Sinkgraven) - Aranguiz (69. Demirbay) - Wirtz, Amiri - Diaby, Alario (69. Schick), Bailey; Trainer: Bosz.
Dortmund: Bürki - Meunier, Akanji, Hummels, Guerreiro - Bellingham (83. Moukoko), Delaney - Sancho (73. Reyna), Reus (89. Tigges), Brandt - Haaland; Trainer: Terzic.
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Gelbe Karten: Bailey (3), Diaby (4) - Hummels (3), Delaney (5)

Dadurch kletterte Leverkusen auf Platz zwei und verkürzte den Rückstand auf den Rekordmeister zumindest für eine Nacht auf vier Punkte. Dortmund liegt mit 29 Zählern bereits sieben hinter den Bayern und muss sich auch Sorgen machen, langsam aus den internationalen Ränge zu rutschen. Diaby (14.) brachte die Werkself mit seinem dritten Saisontor in Führung. Der Ex-Leverkusener Julian Brandt (67.), der 366 Tage nicht getroffen hatte, glich für Dortmund aus. Der 17-jährige Wirtz (80.) sorgte spät nach Vorarbeit von Diaby für die Entscheidung.

"Es zieht sich durch die Saison, dass wir nicht in der Lage sind, 90 Minuten das Niveau zu halten", klagte Brandt bei Sky. Die Meisterschaft wollte er aber noch nicht abschreiben: "Mit der Punktausbeute sind wir nicht zufrieden, trotzdem ist die Saison lang. Aber wir sollten mal anfangen, eine Serie zu starten. In 17 Spielen kann noch viel passieren, aber wir sind weit entfernt." BVB-Kapitän Marco Reus sprach derweil von einem "brutal offenen" Spiel. "Wir haben Leverkusen viele offene Räume gegeben, viele Kontermöglichkeiten." Nach dem 1:1 sei aber sein Team "am Drücker" gewesen. "Dann musst du versuchen, das Spiel zu killen. Das haben wir nicht geschafft. Ein enttäuschender Abend für uns."

Bosz rotiert Werkself zum Erfolg

Bayer-Trainer Peter Bosz baute nach dem 0:1 bei Union Berlin kräftig um. Kapitän Charles Aranguiz und Wirtz feierten ihr Startelf-Comeback. Aranguiz sprang für den kurzfristig angeschlagenen Julian Baumgartlinger (muskuläre Probleme) ein, Wirtz drängte Kerem Demirbay auf die Bank. Im Sturm erhielt Lucas Alario den Vorzug vor dem zuletzt formschwachen Patrik Schick. Beim BVB war Trainer Edin Terzic auf zwei Positionen zum Handeln gezwungen: Der gesperrte Emre Can wurde durch Thomas Delaney ersetzt. Für den verletzten Axel Zagadou startete Manuel Akanji.

Auf frisch verlegtem Rasen ging es munter los in der BayArena. Wirtz probierte es direkt aus der Distanz gegen BVB-Keeper Roman Bürki (2.). Im Gegenzug zeigte Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky gutes Timing, als er seinen Strafraum verließ, um den anstürmenden Erling Haaland den Ball abzulaufen. Bei den zwei folgenden Schussversuchen von Marco Reus (3./6.), der in den vergangenen drei Spielen gegen Leverkusen immer getroffen hatte, musste der Finne nicht eingreifen. Ebenso Bürki, als Alario verfehlte (9.).

Bayer schlägt gnadenlos zu

Aus der hektischen Anfangsphase entwickelte sich zunächst eine taktisch geprägte Partie, in der Bayer den ersten Stellungsfehler der BVB-Innenverteidigung knallhart ausnutzte. Einen sehenswerten langen Steilpass von Leon Bailey nahm Diaby glänzend an und schob überlegt gegen Bürki ein.

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Dortmund fehlten im Offensivspiel die Ideen. Haaland vergab am langen Pfosten die beste Chance für Schwarz-Gelb (24.). Zudem hatte die Dortmunder Defensive weiter große Probleme mit Bällen hinter die Kette. Bei einer Doppelchance des überragenden Diaby und von Alario (27.) verhinderten Bürki und Akanji die verdiente Zwei-Tore-Führung. Bis zur Halbzeit drückte Bayer weiter kräftig, Dortmund wirkte angeknockt. Nachdem Diaby den enttäuschenden Hummels in einem Zweikampf stehen ließ, war erneut Bürki zur Stelle (35.). Terzic wurde nach dem Seitenwechsel unruhiger, seine Mannschaft jedoch besser: Jadon Sancho (55.) und Thomas Meunier (56.) blieben aber mit ihren Chancen zu ungefährlich. Ebenso Haaland, der sich in der zweiten Halbzeit steigerte.

Dann schlug Brandt zu. Eine Minute später rettete Tapsoba auf der Linie gegen ihn - Bürki glänzte auf der Gegenseite noch gegen Diaby.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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