Fußball

"Hat einen Dreck gespielt" Hoeneß tritt gegen Özil nach

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Uli Hoeneß missachtet Spielstatistiken - und wettert gegen Mesut Özil.

(Foto: imago/Sportfoto Rudel)

Mesut Özil tritt nach der schwelenden Diskussion um sein Erdogan-Foto aus dem DFB-Team zurück. Das nutzt der Präsident des FC Bayern, Uli Hoeneß, um Özil zu attackieren. Sportlich sei der Rücktritt kein Verlust, er sei "froh, dass der Spuk vorbei ist".

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat Mesut Özil nach dessen Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in drastischer Form kritisiert. "Ich bin froh, dass der Spuk vorbei ist. Der hat seit Jahren einen Dreck gespielt. Den letzten Zweikampf hat er vor der WM 2014 gewonnen", sagte Hoeneß der "Sport Bild" und "Bild"-Zeitung vor dem Abflug des deutschen Rekordmeisters in die USA. Die Entwicklung in unserem Land sei, so Hoeneß weiter, "eine Katastrophe".

Mit dem DFB-Team schied Özil in der Vorrunde der WM in Russland aus. Beim Titelverteidiger blieb er wie viele seiner Mitspieler hinter den Erwartungen deutlich zurück. Doch Özil gehörte nach Meinung vieler Experten zu den besseren Spielern bei der Weltmeisterschaft. Allein im abschließenden Vorrundenspiel gegen Südkorea bereitete er die meisten Abschlüsse vor, er spielte die meisten gefährlichen Pässe. Özil gewann dabei 62,5 Prozent seiner Zweikämpfe.

Doch die Statistikwerte beachtet Hoeneß nicht. Stattdessen haut er drauf: "Sportlich hat Özil seit Jahren nichts in der Nationalmannschaft verloren." Vielmehr verstecke Özil "sich und seine Mist-Leistung hinter diesem Foto", sagte Hoeneß: "Seine 35 Millionen Follower-Boys - die es natürlich in der wirklichen Welt nicht gibt - kümmern sich darum, dass Özil überragend gespielt hat, wenn er einen Querpass an den Mann bringt."

Der Bayern-Boss stichelt nicht nur gegen den DFB-Spieler Özil, sondern auch gegen den Arsenal-Profi Özil. "Immer, wenn wir gegen Arsenal gespielt haben, haben wir über ihn gespielt, weil wir wussten, das ist die Schwachstelle."

Özil hatte am Sonntag in der Erdogan-Affäre sein monatelanges Schweigen gebrochen und war nach 92 Länderspielen und 23 Toren aus dem DFB-Team zurückgetreten. Der 29-Jährige holte dabei zu einem Rundumschlag gegen seine Kritiker, die Medien und den Deutschen Fußball-Bund (DFB), insbesondere gegen Präsident Reinhard Grindel aus. Er kritisierte "Rassismus und fehlenden Respekt". Grindel unterstellte er "Inkompetenz".

Quelle: n-tv.de, ara/sid

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