Fußball

Werder-Coach auf Bewährung Kohfeldt hat einen Hammer als Endspiel

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Florian Kohfeldt ist in arger Bedrängnis.

(Foto: imago images/Matthias Koch)

Florian Kohfeldt soll es wieder richten. Wie 2020 kann sich Werder Bremen nicht zu einer Trennung vom Coach durchringen. Noch nicht. Denn stimmt im Pokal gegen Leipzig die Leistung erneut nicht, könnte es mit etwas Verspätung doch noch zum Trainerwechsel kommen.

Als Coach auf Bewährung soll Florian Kohfeldt Werder Bremen auch in dieser Saison zum Klassenerhalt führen. Eine Mission, der am Ende nicht nur der Coach, sondern auch sein größter Befürworter zum Opfer fallen könnte. Denn scheitert Kohfeldt, dann dürfte es auch für Sport-Geschäftsführer Frank Baumann eng werden. Am Montag schaffte es Baumann noch einmal, die Kritiker von Kohfeldt, die vor allem im Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten zu finden sind, einzufangen. Nach zweitägigen Diskussionen gab Werder bekannt, dass Kohfeldt trotz sieben Niederlagen in Serie noch das Vertrauen genießt.

Allerdings ist die Unterstützung für Kohfeldt bei den Entscheidern so gut wie aufgebraucht. Was daran deutlich wird, dass der Trainer keine Job-Garantie bis zum Saisonende, sondern erst einmal nur bis zum DFB-Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig am Freitagabend (20.30 Uhr) bekam. "Ich gebe keine Garantien ab, wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel schauen", sagte Baumann - von der neuen Saison sprach er gar nicht. "Ich kann und möchte mich aktuell noch nicht mit der kommenden Saison beschäftigen."

Vielmehr nahm er den Trainer und das Team in die Pflicht. "Wir brauchen jetzt eine Reaktion der Mannschaft und des Trainers. Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen, wieder Zuversicht vermitteln." Zuletzt hatte die völlig verunsicherte und beim 1:3 bei Union Berlin auch erschreckend leblose Mannschaft jeglichen Optimismus verspielt. Weshalb Baumann erstmals auch den von ihm hochgeschätzten Trainer öffentlich infrage stellte. Negativvereinsrekord mit sieben Pleiten am Stück, nur noch ein Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 - es hätte einige Gründe für eine Trennung von Kohfeldt gegeben, auch wenn der Coach sicherlich nicht alleine die Schuld daran trägt, dass Werder erneut der erste Abstieg seit 1980 droht.

Die Situation ist "dramatisch"

Doch obwohl auch Baumann die Situation als "dramatisch" bezeichnet, setzen die Grün-Weißen weiter auf Kohfeldt. Wohl auch, weil angesichts der prekären Lage auf die Schnelle kein Nachfolger zu finden war. "Ich kann bestätigen, dass wir uns mit Alternativen beschäftigt haben, aber Namen werde ich nicht kommentieren", sagte Baumann - und zählte Kohfeldt, den er mit dessen Bestätigung im Amt eigentlich stützen wollte, weiter an.

Was Kohfeldt selbst zu der Hängepartie sagt, ist nicht bekannt. Der 38-Jährige hat sich seit der Pressekonferenz nach dem Spiel bei Union Berlin öffentlich nicht mehr geäußert. Intern scheint es dem rhetorisch starken Kohfeldt aber gelungen zu sein, die Bosse ein weiteres Mal davon zu überzeugen, dass er die Wende schaffen könne. Kohfeldt habe auf ihn einen "sehr kämpferischen Eindruck" gemacht, berichtete Baumann. Es sei keinesfalls so, dass der Trainer von "irgendetwas erlöst" werden müsste. Und so wird Kohfeldt sein Team also entgegen fast aller Erwartungen doch auf das Pokalspiel gegen Leipzig vorbereiten. Dass es beim Gegner ebenfalls seit Tagen nur um den zu Bayern München wechselnden Coach Julian Nagelsmann geht, könnte für die Bremer vielleicht sogar von Vorteil sein.

Ein Weiterkommen erwarten die Werder-Verantwortlichen von Kohfeldt und seinem Team trotzdem nicht zwingend. Einen leidenschaftlichen Auftritt aber auf jeden Fall. "Wir brauchen eine Reaktion der Mannschaft, aber auch des Trainers", machte Baumann deutlich. Geht Werder wie vor kurzem in der Liga gegen den Tabellenzweiten mit 1:4 unter und ist dabei weitgehend chancenlos, könnte Kohfeldts Zeit in Bremen mit ein paar Tagen Verspätung doch noch abgelaufen sein.

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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