Fußball

Rettungsplan nimmt Form an Kolasinac kehrt zu Schalke zurück

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Als Sead Kolasinac noch in Königsblau spielte, gab es auf Schalke noch Grund zum Jubeln.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Der FC Schalke 04 wartet in der Fußball-Bundesliga seit fast einem Jahr auf einen Sieg. Mit Sead Kolasinac soll ein ehemaliger Leistungsträger das Sieger-Gen zurückbringen. Das hohe Gehalt des Bosniers könnte zum Ärger der Fans der ungeliebte Ex-Boss Clemens Tönnies bezahlen.

Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Krise rücken beim FC Schalke 04 alte Bekannte in den Fokus. Linksverteidiger Sead Kolasinac kehrt für sechs Monate auf Leihbasis zurück, Clemens Tönnies bringt sich für finanzielle Hilfen ins Gespräch. Doch zumindest im Falle des Ex-Bosses dürften einige Fans Alarm schlagen und eine Rückkehr durch die Hintertür ablehnen.

Der kraftvolle Verteidiger mit viel Offensivpower hatte bereits von 2012 bis 2017 für die Königsblauen gespielt und sich mit starken Auftritten für europäische Spitzenklubs empfohlen. Am Ende verließ er die Schalke aber - wie andere Top-Spieler auch - ablösefrei. In der englischen Premier League kam er beim FC Arsenal zuletzt aber mit Trainer Mikel Arteta nicht mehr klar, brachte es in der laufenden Saison nur auf einen Ligaeinsatz. In Gelsenkirchen soll er laut Medienberichten Omar Mascarell als Kapitän ablösen. Dafür gibt es bisher allerdings keine Bestätigung.

Insgesamt absolvierte Kolasinac für die Gunners 113 Spiele. Laut Sky wird der 30-malige Nationalspieler von Bosnien-Herzegowina am Neujahrstag vorgestellt. Ein Einsatz am Samstag im Bundesligaduell bei Hertha BSC (18.30 Uhr bei Sky und im Liveticker von ntv.de) kommt aber wahrscheinlich noch zu früh. Erst am vergangenen Sonntag hatte Schalke mit dem Schweizer Christian Gross den bereits vierten Trainer in der laufenden Saison vorgestellt.

2,4 statt 9 Millionen Euro Gehalt?

Bleibt nur die Frage, wie die klammen Schalker das Gehalt von Kolasinac stemmen wollen. Laut "Bild" und "Sport Bild" soll der gebürtige Karlsruher bereit sein, auf einen Großteil seines Gehalts von angeblich neun Millionen Euro verzichten zu wollen. Am Ende jedoch muss S04 wohl ein Halbjahresgehalt von 2,4 Millionen Euro übernehmen.

Für den mit rund 240 Millionen Euro verschuldeten Klub immer noch ein üppiger Betrag. Doch ausgerechnet in diesem Moment meldet sich auch Ex-Boss Tönnies zu Wort. Der langjährige Klubchef gab bekannt, dass er bei Bedarf finanzielle Unterstützung leisten würde.

Bei einer entsprechenden Anfrage käme er "sicherlich ins Überlegen", sagte der milliardenschwere Fleischfabrikant aus Ostwestfalen, der im Juni sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender nach mehreren Eklats abgegeben hatte, im Interview mit RTL und n-tv: "Wir dürfen Schalke nicht untergehen lassen, da bin ich der allerletzte, der nicht hilft", erklärte Tönnies pathetisch.

Zuletzt hatte der Unternehmer mehrmals betont, kein Comeback auf Schalke geben zu wollen. Er leide jedoch derzeit mit den Königsblauen, die seit fast einem Jahr auf einen Sieg in der Bundesliga warten. "Schalke hat ein strukturelles Problem. Schalke ist ein Verein, und man sieht, wie dieser Verein immer wieder mit sich selbst beschäftigt ist", sagte Tönnies: "Das ist mein Appell an die Verantwortlichen: Verändert das."

Schalker Fans in der Zwickmühle

Sich selbst gibt der gebürtige Westfale auch eine gewisse Mitschuld an den wirtschaftlichen Problemen: "Ich werfe mir vor, dass ich diesen Traum des ewigen Vereins zu lange geträumt habe. Schalke muss sich zu einem Unternehmen wandeln - und dann ist Schalke wieder da."

Damit sprach Tönnies die Ausgliederungspläne des Traditionsvereins an, die jedoch bei vielen der 160.000 Klubmitglieder höchst umstritten sind. Tönnies selbst ist ebenfalls bei vielen Anhängern in Ungnade gefallen. Vor allem seine rassistischen Äußerungen hatten dem 64-Jährigen scharfe Kritik eingebracht, ehe er am 30. Juni zurückgetreten war.

Die Fans werden nun genau hinschauen, in welcher Form der einstige Patriarch wieder Einfluss auf Schalke nimmt. Ein Nein zum Tönnies-Geld könnte allerdings auch heißen, dass die dringend benötigten Neuverstärkungen qualitativ weitaus schwächer ausfallen als erhofft und Schalke am Ende der Saison tatsächlich zweitklassig wird. Damit steht die leidgeplagte Schalke-Familie gleich zu Beginn des neuen Jahres schon wieder vor einer Gewissensfrage.

Quelle: ntv.de, chr/sid

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