Fußball

"Freuen uns über Ihre Kündigung" Mainz 05 rechnet mit rassistischem Fan ab

Die Trainerbank des 1. FSV Mainz 05 in der Coface Arena in Mainz. Foto: Arne Dedert/Archivbild

Beim FSV Mainz 05 gibt es keinen Platz für Rassisten.

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Ein Mitglied des 1. FSV Mainz 05 kann sich nicht mehr damit identifizieren, dass bei seinem Klub so viele "dunkelhäutige Spieler" auflaufen. Er kündigt deswegen. Der Fußball-Bundesligist ist darüber sehr erfreut und veröffentlicht das absurde Kündigungsschreiben in Auszügen.

Der 1. FSV Mainz hat ein starkes Zeichen gegen Rassismus gesetzt und einem Ex-Mitglied aufgezeigt, dass es im Klub künftig nicht vermisst werden wird. Die Mainzer veröffentlichten ein Kündigungsschreiben, das eindeutig rassistische Töne aufweist. "Ich kann mich mit diesem Verein (Profifußball) schon seit Monaten nicht mehr identifizieren! Mittlerweile bekomme ich den Eindruck vermittelt, dass ich beim Africa-Cup bin, anstatt in der deutschen Bundesliga. Ich weiß was jetzt kommt, aber nein, ich bin auf keinen Fall rassistisch veranlagt - das verbitte ich mir. Nur, was zuviel ist, ist zuviel."

In dem Schreiben, das die Mainzer auf ihrer Homepage in Auszügen zitieren, heißt es auch noch: "Wenn seit Wochen in der Startformation neun (!!!) dunkelhäutige Spieler auflaufen und deutschen Talenten kaum noch eine Chance gegeben wird, dann ist das nicht mehr mein über die Jahre liebgewonnener Verein. (…) Ein Noveski, Bungert, Rose, Babatz, Weiland, Bell usw. standen für Werte und Mentalität. Das waren Kerle, die mit Herzblut dabei waren […]."

"Sehr schön, FSV"

Die Mainzer verwiesen darauf, dass bei ihnen Hautfarbe oder andere gruppenbezogene Merkmale von Menschen schlicht keine Rolle spielen würden: "Für uns zählt nur, dass jemand Mensch ist und unsere Werte teilt. Solche Menschen heißen wir in unserer Gemeinschaft gerne willkommen. Aus diesem Grunde freuen wir uns vielmehr über Ihre Kündigung, da Ihre Begründung offenbart, dass Sie nicht die Wertebasis besitzen, die unseren Verein auszeichnet", heißt es weiter.

Der Klub verweist auch auf die Vereinssatzung: Der FSV biete Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Menschen mit Behinderung unabhängig von Geschlecht, Abstammung, Hautfarbe, Herkunft, Glauben, sozialer Stellung oder sexueller Identität eine sportliche Heimat. Dazu stellten die Mainzer ein Foto, wie die Profis Moussa Niakhaté und Kunde Malong nach dem Sieg in Frankfurt am Spielfeldrand knien und damit ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Die Aktion mit dem veröffentlichten Kündigungsschreiben erntete viel Zuspruch. Unter anderem kommentierte der SV Meppen ein entsprechendes Posting bei Twitter mit: "Sehr schön, FSV."

Quelle: ntv.de, tno/sport.de