Fußball

Madrid beendet Flicks Superserie Müller rettet das Rumpfteam des FC Bayern

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Der junge Jamal Musiala (l.) durfte sich in der Champions League mal von Anfang an beweisen.

(Foto: imago images/Eibner)

Bayern Münchens Trainer Hansi Flick zollt der hohen Belastung seiner Stars Tribut und schickt gegen Atletico Madrid eine bessere B-Elf auf den Platz. Die ist lange Zeit ohne Chance, rettet kurz vor Schluss aber noch einen Punkt. Das Remis der Münchner ist sportlich indes bedeutungslos.

Thomas Müller hatte gut Lachen. Die fulminante Rekord-Siegesserie des FC Bayern ist mit dem 1:1 (0:1) bei Atletico Madrid nach 15 Erfolgen zwar gerissen. Doch Routinier Müller hatte die Bayern-Bubis mit zwei 17-Jährigen immerhin vor der ersten Pleite seit 629 Tagen in der Champions League bewahrt. Und das war ihm anzusehen. "Yes!", twitterte er kurz darauf aus der Kabine, in der die geschonten Stars Manuel Neuer oder Robert Lewandowski fehlten.

Atletico Madrid - Bayern München 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Joao Felix (26.), 1:1 Thomas Müller (86., Foulelfmeter)
Madrid:
Oblak - Trippier, Savic, Gimenez (68. Felipe), Hermoso - Saul, Koke - Llorente, Carrasco (87. Lodi) - Correa (80. Herrera), Joao Felix (87. Lemar); Trainer: Simeone.
München: Nübel - Süle, Alaba, Hernandez - Sarr (62. Richards), Musiala (76. Stiller), Martinez (62. Thomas Müller), Arrey-Mbi (61. Gnabry) - Leroy Sané, Choupo-Moting, Douglas Costa (86. Zirkzee); Trainer: Flick.
Schiedsrichter: Clement Turpin (Frankreich)
Zuschauer: keine

Joker Müller (86., Foulelfmeter) verhinderte nach dem Treffer von Atleticos Jungstar Joao Felix (26.) die erste Niederlage des Rekordmeisters in der Königsklasse seit 13. März 2019, seit dem 1:3 gegen den FC Liverpool. Zuletzt hatte auch Hansi Flick alle seine zwölf Champions-League-Spiele gewonnen. "Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagte der Trainer. Mit der Hereinnahme von Müller und Serge Gnabry habe sein Team "mehr Dynamik im Spiel nach vorne" gehabt. Alles in allem sei es "ein gelungener Abend" gewesen.

Sein erstes kleines Negativerlebnis auf der größten Bühne nahm er aus gutem Grund in Kauf. Mit Blick auf das wesentlich wichtigere Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig am Samstag sah er sich gezwungen, Neuer, Lewandowski und Leon Goretzka zu Hause zu lassen und auf neun (!) Positionen umzustellen.

"Es ist nicht so, dass ich würfle"

Sein Experiment mit einer Dreierkette brach er nach einer Stunde ab. Torwart Alexander Nübel zeigte beim zweiten Einsatz im Bayern-Trikot kleinere Unsicherheiten, war aber am Gegentor schuldlos. Profidebütant Bright Arrey-Mbi hatte in der neu formierten Defensive größere Probleme, Jamal Musiala (beide 17) machte es vorne etwas besser. Stammspieler wie Müller und Serge Gnabry kamen nur von der Bank.

Flick genoss bei der großen Rotation die uneingeschränkte Rückendeckung der Bosse, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sprach angesichts des Mammut-Programms von einer "Notwendigkeit". Der Coach selbst wies den Verdacht des Abschenkens entschieden zurück. "Es ist nicht so, dass ich würfle", betonte er bei Sky, alle Spieler hätten "enorme Qualität".

Selbst unbekannte wie Junioren-Nationalspieler Arrey-Mbi. "Bright ist ein physisch starker Spieler, hat eine gute Geschwindigkeit. Er hat die Chance verdient", meinte Flick. Doch der Youngster war vor dem 0:1 nicht bissig genug und ließ die Flanke auf Torschütze Felix zu. In der Mitte kam Niklas Süle zu spät. Der Nationalspieler war neben Ersatz-Kapitän David Alaba, der sein 400. Pflichtspiel für die Bayern bestritt, und Lucas Hernandez einer von anfangs drei Innenverteidigern. Doch die Münchner Defensive machte das nicht stabiler.

Auch Flicks Plan, der "den Gegner rauslocken" wollte, um über die schnellen Leroy Sané und Douglas Costa zu kontern, ging ins Leere. Lewandowskis Vertreter Eric Maxim Choupo-Moting bekam im Sturmzentrum kaum Bälle. Stattdessen brach Atletico auch ohne die Top-Stürmer Luis Suarez und Diego Costa mehrfach mit viel Wucht durch. Zielgenaue Pässe in die Tiefe sorgten für Gefahr. Marcos Llorente (38.) hatte die Vorentscheidung auf dem Fuß. Nach dem Wechsel traf Felix die Latte (58.). Die Bayern wurden erst in der Schlussphase griffiger und kamen so zu Torszenen. Der ebenfalls eingewechselte Felipe foulte Müller vor dem Ausgleich.

Quelle: ntv.de, tno/sid