Fußball

"Klima des Hasses" Streit um Flick-Aussagen eskaliert weiter

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Hansi Flick und Karl Lauterbach erregen dieser Tage die Gemüter.

Die kritischen Aussagen von Hansi Flick zur angeblichen Sonderrolle des Fußballs sorgen für weiter reichlich Diskussionen in Sport und Politik. Kevin Kühnert erwartet eine Entschuldigung vom Bayern-Trainer an Karl Lauterbach und fordert Demut vom Fußball. Stefan Effenberg springt Flick zur Seite.

SPD-Mann Kevin Kühnert sprach von "Klima des Hasses": Die kritischen Aussagen von Hansi Flick zur Sonderrolle des Fußballs in Zeiten der Corona-Pandemie sorgen für mächtig Wirbel. Nun schaltete sich die große Berliner Politik in die Debatte ein. Während FDP-Politiker Wolfgang Kubicki dem Bayern-Trainer Flick bei der Kritik am SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach zur Seite sprang, verteidigte Kühnert seinen Parteifreund vehement und forderte öffentlich eine Entschuldigung von Flick.

Lauterbach und andere Experten seien in diesen Tagen "Morddrohungen" und "Gewaltphantasien" ausgesetzt, betonte Kühnert. Wenn man dann "einfach unreflektiert draufhaut, sie als sogenannte Experten bezeichnet und in der Sache gar nicht begründet, wo der Widerspruch liegt, dann trägt man auch eine Mitverantwortung, dass so ein Klima des Hasses gesät wird", sagte Kühnert im Interview mit dem SID. "Deswegen", so der stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD weiter, "würde ich mir wünschen, dass man diese Aussagen noch einmal überdenkt und sich auch bei Karl Lauterbach entschuldigt."

Flick war beim Namen Lauterbach am Sonntag an die Decke gegangen. Statt ewig Kritik an der Sonderrolle des Fußballs zu üben, sollten sich die Politik und "sogenannte Experten" wie der SPD-Mann jetzt doch bitte endlich mal "zusammensetzen und eine Strategie entwickeln, dass man irgendwann Licht am Ende des Tunnels sieht", schimpfte Flick: "Das ist aktuell zu wenig."

Effenberg springt Flick zur Seite

Dass Flick zum Zeitpunkt seiner Aussage von den heftigen Drohungen gegen Lauterbach nichts wissen konnte, ließ Kühnert nicht gelten. "Es ist keine Entwicklungen der letzten drei Tage, dass Karl Lauterbach und andere Drohungen bekommen", sagte der SPD-Politiker und fügte hinzu: "Ich glaube, gerade als Fußballprofi und als Fußballtrainer kennt man das ja auch selbst." Kühnert ärgerte auch Flicks Kritik an Politikern, dass vielen von ihnen in erster Linie wichtig sei, wie sie bei der nächsten Wahl abschneiden. "Mir fehlt ehrlich gesagt im Profifußball die Demut dafür, dass diese Gruppe zu den Privilegierten in unserer Gesellschaft gehört", meinte Kühnert. Dieses Privileg würden viele andere Menschen nicht genießen. "Und das auch noch unter hohem Schutz, zum Beispiel über den Verbrauch von enormen Testkapazitäten seit vielen Monaten."

Laut Andre Hahn, Obmann der Linken im Sportausschuss, drehe sich der Profifußball vor allem um sich selbst. Das geringe Verständnis für die Wünsche der Spieler und des Managements des FC Bayern bezüglich bevorzugter Impfungen mache sich jetzt eben auch in sinkenden Sympathiewerten für den Fußball bemerkbar, meinte Hahn: "Insofern sollte Herr Flick auch mal selbst in den Spiegel schauen."

Der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg schrieb derweil in seiner Kolumne für das Internetportal "t-online", dass ihm Flick "aus der Seele gesprochen" habe und riet Lauterbach bei Fußball-Themen zur Zurückhaltung. Nach Effenbergs Einschätzung hat der Fußball mit seinen Hygienekonzepten "vieles richtig gemacht, was die Politik nicht zu hundert Prozent hinbekommt. Der Fußball muss als Vorbild für die Politik dienen."

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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