Politik

"Brauchen Licht am Tunnel-Ende" Kubicki von Lauterbachs "Alarmismus" genervt

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Wünscht sich mehr Anleitung, mit dem Virus zu leben: FDP-Parteivize Kubicki.

(Foto: picture alliance / Fotostand)

Die Corona-Krise zehrt an den Nerven. Offenbar auch an denen von Wolfgang Kubicki. Erst schlägt der FDP-Parteivize die Ablösung von Wirtschaftsminister Altmaier vor, dann teilt er mit, dass ihm der Alarmismus des SPD-Politikers Lauterbach genauso missfalle wie dem Bayern-Trainer Hansi Flick.

Nach seiner Rücktrittsforderung an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nimmt sich der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki den dauermahnenden SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach vor. Er unterstütze die Kritik von Hansi Flick und Stefan Effenberg an Lauterbach, sagte Kubicki dem Nachrichtenportal t-online: "Auch ich halte den Alarmismus von Karl Lauterbach für kontraproduktiv - vor allem, weil er sich nicht damit beschäftigt, wie es gelingen kann, mit dem Virus zu leben". Er fügt hinzu: "Selbstverständlich brauchen wir bei der Bewältigung der Corona-Krise mehr Licht am Ende des Tunnels."

Der FDP-Abgeordnete erklärt weiter: "Der Streit zwischen Hansi Flick und Stefan Effenberg auf der einen Seite und Karl Lauterbach auf der anderen Seite zeigt dankenswerterweise, dass die Meinungsfreiheit nicht eingeschränkt ist. Fußballtrainer dürfen Politiker kritisieren, Politiker dürfen aber auch Fußballtrainer kritisieren." Der Trainer des FC Bayern hatte zuvor gesagt: "Der Herr Lauterbach hat immer zu irgendwas einen Kommentar abzugeben." Das sei vor allem immer dann der Fall, wenn man selbst nicht in der Verantwortung stehe und nur ein Ergebnis bewerten müsse, kritisierte Flick. "So langsam kann man die sogenannten Experten gar nicht mehr hören, auch Herrn Lauterbach."

Corona befördert dumpfes Schwarz-Weiß-Denken

Im Gespräch mit dem Portal mahnte Kubicki zugleich eine bessere Debattenkultur an: Ihm bereite "die Unerbittlichkeit in der Debattenkultur mittlerweile große Sorgen", sagt er. "Corona hat leider ein dumpfes Schwarz-Weiß-Denken befördert, das Differenzierungen nicht mehr zulässt. Dann geht es am Ende nicht mehr um den besseren Weg, sondern um Selbstbehauptung. Das ist eine fatale Entwicklung."

Aufgrund der schleppenden Umsetzung bei Corona-Finanzhilfen für Unternehmen forderte Kubicki im Gespräch mit RTL und ntv erneut die Absetzung Altmaiers als Wirtschaftsminister. Dieser sei "was für schönes Wetter und fürs Rezeptbuch, aber er ist kein Mensch, der Wirtschaftsminister Deutschlands sein sollte in einer solchen Krise wie gegenwärtig", sagte der FPD-Politiker. Deutschland brauche dringend Professionalität, weil "die Unternehmen, die Solo-Selbständigen, die Gewerbetreibenden, die Künstler alle auf dem letzten Loch pfeifen und nicht mehr viel Zeit bleibt. Denn die meisten Unternehmen verfügen nicht mehr über ausreichend Eigenkapital, um noch mehrere Wochen zu überstehen, bis sie die Hilfen erhalten, auf die sie angewiesen sind".

Quelle: ntv.de, mau