Fußball

Aubameyang und Davies betroffen Wenn das Herz den Fußball lahmlegt

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Für Davies gibt es erst einmal keinen Ball.

(Foto: dpa)

Sie wollen spielen, können aber nicht. Sowohl Alphonso Davies als auch Pierre-Emerick Aubameyang plagen Herzprobleme. Beide Fußballer waren zuvor mit dem Coronavirus infiziert. Da hat eins oberste Priorität: Erholung.

Eine Sportart, zwei in Deutschland beliebte Profis, beide hatten sich erst mit dem Coronavirus infiziert und haben nun Herzprobleme. Sowohl Pierre-Emerick Aubameyang als auch Alphonso Davies sind betroffen. Der frühere Dortmunder fehlt wegen einer "Läsion" des Herzens aktuell der gabunischen Auswahl beim Afrika-Cup. Der kanadische Defensivmann Davies muss beim FC Bayern wohl wochenlang pausieren, weil er an einer Herzmuskelentzündung leidet.

Aubameyang war vor einer Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seine Teamkollegen Axel Méyé (IR Tanger) und Mario Lemina (OGC Nizza) kamen am Freitag beim 1:1 gegen Ghana aus denselben Gründen nicht zum Einsatz. Der afrikanische Kontinentalverband CAF hatte die Probleme bei einer Untersuchung festgestellt. "Laut der medizinischen Kommission der CAF können Pierre-Emerick Aubameyang, Axel Méyé und Mario Lemina nicht an dem Spiel teilnehmen. Die Untersuchungen haben Herzprobleme ergeben. Die CAF wollte kein Risiko eingehen", teilte Gabuns Fußball-Verband mit.

Nationaltrainer Patrice Neveu gab nach dem Spiel vorsichtig Entwarnung - und widersprach der Diagnose des Verbands. "Es ist ganz klar, dass Pierre-Emerick kein Herzproblem hat, Mario auch nicht. Es ist möglich, dass die Krankheit Spuren hinterlassen hat", sagte er: "Wir werden wieder MRTs machen, aber es war klug, sie nicht spielen zu lassen. Wir haben uns an das Protokoll gehalten." Jeder Spieler, der nach einem positiven Coronatest negativ getestet wurde, muss eine ärztliche Untersuchung durchführen, bevor er wieder spielen darf.

Aubameyang habe "unbedingt spielen" wollen, sagte Neveu. Nun "hofft" der Coach, die Spieler in der dritten Partie gegen Marokko einsetzen zu können: "Wir brauchen sie wirklich."

"Kann zu bleibenden Schäden führen"

Spielen will auch Bayern-Profi Davies gern, er darf es genauso wenig. Trainer Julian Nagelsmann sagte am Freitag: "Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit in diesen Tagen gegeben, dass es von einer Corona-Infektion plus sportlicher Betätigung kommt. Aber wir wissen es nicht zu 100 Prozent." Und weiter: "Es hat aber auch keine Relevanz bezüglich der weiteren Vorgehensweise bei ihm. Fakt ist: Er hat's - das ist bescheiden bis beschissen, bis hochgradig beschissen."

Dass die Spieler nun pausieren müssen, ist für Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht genau richtig. Bei einer solchen Erkrankung müsse man Vorsicht walten lassen und sich völlig auskurieren, sagte er RTL/ntv. "Eine Herzmuskelentzündung kann zu bleibenden Schäden führen. Im schlimmsten Fall kann eine solche Erkrankung die Karriere eines Spitzensportlers beenden."

Dass es so schlimm natürlich nicht kommen muss, zeigt etwa das Beispiel von Eishockey-Profi Janik Möser. Er hatte diese Diagnose im Jahr 2020 nach seiner Corona-Infektion erhalten, mit 25 Jahren. Im Februar 2021 konnte der Verteidiger der Grizzlys Wolfsburg zurück aufs Eis. Doch das Beispiel und die beiden aktuellen Fälle von Davies und Aubameyang unterstreichen, was Dr. Specht sagt: Vor allem jüngere Menschen sind nach einer Infektion von einer Herzmuskelentzündung betroffen.

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa

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