Fußball

In Europa besser als Nagelsmann? Wo ein Hoeneß ist, da ist auch Erfolg

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Die Mannschaft hört auf ihn.

(Foto: dpa)

Die TSG Hoffenheim nimmt erneut Anlauf in der Europa League. Nachdem der Klub 2017 unter Julian Nagelsmann viel Lehrgeld gezahlt hat, soll nun alles besser werden. Die Hoffnungen liegen vor allem auf Trainer Sebastian Hoeneß, der seine Mannschaft begeistert.

Angesichts der Corona-Krise sieht die TSG Hoffenheim einen ganz besonderen Stellenwert ihres ersten Europa-League-Spiels in dieser Saison. "Es geht darum, dass wir nach wie vor auf dem Platz stehen und den Fußball ausüben dürfen", sagte Torhüter Oliver Baumann vor dem ersten Gruppenspiel am Abend (ab 21 Uhr bei Nitro und im Liveticker bei ntv.de) gegen den serbischen Meister Roter Stern Belgrad. "Ich würde Belgrad als große Mannschaft zählen, weil sie auf richtig Tradition zurückblicken können", sagte Trainer Sebastian Hoeneß. "Es kommt ein dickes Brett auf uns zu, das wir bohren müssen." Aber die Kraichgauer "wollen den Wettbewerb mit Volldampf angehen. Die Mannschaft hat ein Jahr lang dafür gekämpft."

"International zu spielen, das ist mit das Schönste. Jetzt haben wir es wieder geschafft. Wir wollen besser abschneiden als die letzten Male", sagt der 30 Jahre alte Baumann. "Es ist immer wieder schön, andere Gegner vor der Brust zu haben. Dass keine Zuschauer da sind, das trübt so ein bisschen das Geschehen." Hoeneß kann es mit der TSG sportlich nun besser machen als einst Julian Nagelsmann. Der Starcoach von RB Leipzig flog mit den Kraichgauern 2017 in der Europa League und 2018 in der Champions League in der Vorrunde raus.

Allerdings bestreitet der junge Coach sein erstes internationales Spiel mit einer Hypothek. Torjäger Andrej Kramaric und Kasim Adams waren zuletzt positiv auf das Coronavirus getestet worden, Außenverteidiger Pavel Kaderabek hat einen Fall in der Familie. Das Trio ist weiter in Quarantäne und fehlt ebenso wie die verletzten Abwehrspieler Benjamin Hübner und Ermin Bicakcic. Der Coach nimmt es gelassen. Gegenüber RTL und ntv erklärte er, dass "absolute Vorfreude" spüre. "Das ist, was jeder möchte, international sich auch mit den Besten zu messen. Wir versuchen dort jetzt einfach die Gruppenphase zu überstehen, das ist auch unser klares Ziel, um dort dann auch im nächsten Jahr immer noch international zu spielen."

"Er ist nicht beratungsresistent"

Der Trainer, der im Sommer als Drittliga-Meister vom FC Bayern nach Hoffenheim gewechselt hat, hat die Mannschaft in kürzester Zeit von sich und seiner Arbeit überzeugt - und das nicht nur wegen des starken und überraschenden 4:1-Erfolgs gegen den Rekordmeister am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga. "Er ist ein sehr kommunikativer Typ. Er beschäftigt sich sehr viel mit der Materie. Er bringt seine Philosophie und Ideen mit, ist aber nicht beratungsresistent", lobte Abwehrchef Kevin Vogt, der mit Hoeneß' Vorgänger Alfred Schreuder gar nicht zurechtkam und daher in der Rückrunde an Werder Bremen verliehen war.

"Die Mannschaft ist sehr zufrieden mit dem neuen Cheftrainer", lobte der 29-Jährige im "Kicker". Das Team spüre "die Handschrift" von Hoeneß. Wie die aussieht, hat der Trainer gegenüber RTL und ntv verraten: "Es geht uns darum, einen gewissen Mut auf den Platz zu bringen. Das heißt, mit Ball einfach Spieler auf dem Platz zu haben, die man bekräftigt immer anspielbar zu sein, die Fußballspielen wollen. Es geht aber auch darum, ein Positionsspiel zu entwickeln, eine Spielfreude auf dem Platz zu haben, eine Kreativität gerade auch im letzten Drittel." Gegen den Ball wolle man aggressiv verteidigen, aktiv pressen, "um den Ball zu erobern und dadurch Chancen zu kreieren".

Bei aller Klarheit in seinen Ideen gehe der Neffe von Uli Hoeneß "aber auch auf Wünsche und Anregungen der Spieler ein", sagte Vogt und ergänzte. "Da findet er derzeit einen sehr guten Mittelweg. Das ist eine sehr gute Basis." Ob sie auch in Europa erfolgreich ist?

Quelle: ntv.de, mit dpa und sid