Olympia

Das bringt der Olympia-Sonntag Zverev und seine historische Gold-Mission

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Zverev geht mit dem Stolz, für Deutschland zu spielen, ins Finale.

(Foto: imago images/Xinhua)

Die Aufmerksamkeit dürfte an diesem Olympia-Sonntag vor allem auf Alexander Zverev gerichtet sein. Er kann als erster Deutscher Olympia-Gold im Tennis gewinnen. Nach seinem Drama-Kampf gegen Novak Djokovic ist er gegen Karen Chatschanow der Favorit. Eine Medaille wünscht sich auch Turnerin Elisabeth Seitz.

Golf: Die Medaillen liegen für Maximilian Kieffer und Hurly Long außer Reichweite. Die vierte und entscheidende Runde gehen sie natürlich trotzdem an. Diese startet um 00:30 Uhr. In der dritten zeigte sich vor allem Kieffer aber von seiner guten Seite: Bei seiner Olympia-Premiere spielte der Düsseldorfer auf dem Par-71-Kurs eine 67 und rückte mit insgesamt 209 Schlägen auf Position 38 vor. Einen Schlag dahinter folgte als 42. Long, der alle drei Runden mit 70 Schlägen absolvierte. "Ich habe die ersten neun Löcher extrem gut gespielt", sagte Kieffer, "ich hatte einen super Rhythmus, der Schwung hat sich gut angefühlt. Dann war es wie an den ersten Tagen, dass ich das Feeling ein bisschen verloren habe. Zum Schluss war es einfach auch brutal heiß und ich war körperlich platt." Als Spitzenreiter geht US-Profi Xander Schauffele auf die Schlussrunde. Der 27-jährige Kalifornier, der seit 2018 auch einen deutschen Pass besitzt, führt das 60-köpfige Feld mit 199 Schlägen vor US-Masterssieger Hideki Matsuyama aus Japan an, der 200 Schläge auf dem Konto hat.

BMX: Die Voraussetzungen waren alles andere als gut. Knapp zwei Monate vor Tokio hatte sich Lara Lessmann das Schlüsselbein gebrochen. Bei den gewagten Tricks, die die Sportlerinnen bei ihrer Olympia-Premiere zeigen, hätte das ein großes Handicap sein können. Doch es reichte für die Teilnahme. "Vielleicht ist das Glück diesmal auf meiner Seite", sagte die 21-Jährige nach ihrem sechsten Rang in den Setzlisten-Läufen am Samstag. "Die Hoffnung stirbt immer zuletzt, bei Olympia ist alles möglich. Ich werde nicht aufgeben und trotzdem um eine Medaille kämpfen." Um 3:10 Uhr gehen die neun Teilnehmerinnen in umgekehrter Reihenfolge der Ergebnisse aus den beiden Durchgängen von Samstag an den Start. Lessmann erhielt für ihre Leistungen im Schnitt 69,70 Punkte, als Favoritinnen gehen die Amerikanerinnen Hannah Robert (87,70) und Perris Benegas (86,50) in den Kampf um die Medaillen. "Die Strategie ist bei vielen auf jeden Fall erstmal sicher durchzufahren und nicht hinzufallen, da in der Qualifikation beide Läufe zählen", erläuterte Lessmann den Plan. "Im Finale zählt ein Lauf, da kann man mal all in gehen."

Leichtathletik: Sara Gambetta wünschte sich, sie würde Unterstützung von ihren Teamkolleginnen bekommen. Doch das Finale im Kugelstoßen muss sie ganz allein bestreiten. Ex-Weltmeisterin Christina Schwanitz verpasste die Qualifikation ebenso wie Olympia-Neuling Katharina Maisch. Um 03:35 Uhr ist es für Gambetta also allein so weit, die deutschen Farben zu vertreten. Mit 18,57 Meter hatte auch sie sich gerade so als Zwölfte und damit letzte ins Finale gestoßen.

Von vornherein ohne deutsche Athleten geht der 100-Meter-Sprint über die Bühne. Um 14:50 Uhr steht das wohl größte Finale Olympias an. Ohne großen Favoriten. Denn den gibt es in diesem Jahr nicht. Wer der Nachfolger von Überstar Usain Bolt wird, ist offen. Worum es genau geht? Das lesen Sie am besten beim Kollegen Tobias Nordmann nach.

Schwimmen: Über 800 Meter war es noch knapp, erfüllt sich Florian Wellbrock jetzt über 1500 Meter Freistil den Traum von einer Medaille? "Haken dran, und weiter geht's", sagte er selbst. Nach Platz vier soll es jetzt mindestens einen Platz nach vorn gehen für den 23-Jährigen. Er ist der Weltmeister über diese Strecke. Um 03:44 Uhr geht es los mit seiner immer noch erst vorletzten Chance auf Gold, Silber oder Bronze. Denn auch im Freiwasser über zehn Kilometer ist mit ihm zu rechnen. Am Freitag spulte Wellbrock als überlegener Sieger seines Vorlaufs in 14:48,53 Minuten souverän sein Programm ab, die Konkurrenten Michailo Romantschuk (Ukraine) und Robert Finke (USA) schwammen nach ihm etwas schneller, Rio-Olympiasieger Gregorio Paltrinieri (Italien) war etwas langsamer.

Segeln: Mit gehöriger Wut auf sich selbst ist Laser-Weltmeister Philipp Buhl bei den olympischen Regatten vor Enoshima in das Medaillenrennen gesegelt. Nach einem 32. Rang in der ersten Wettfahrt des Tages sicherte sich der 31-Jährige am Freitag mit dem Sieg im zehnten und letzten Rennen vor dem Medalrace noch einen Platz unter den ersten Zehn des Klassements. Er startet um 07:33 Uhr als Fünfter mit 14 Punkten Rückstand auf den Silber- und mit elf Zählern Abstand auf den Bronze-Rang ins doppelt gewertete Medaillenfinale. Den Olympiasieg hat sich der Australier Matthew Wearn bereits uneinholbar gesichert. Er muss das Finale nur noch bestreiten. "Es ist vieles schlecht gelaufen bei dieser olympischen Serie", sagte Buhl. "Das Gute: Ich bin trotzdem noch Fünfter, stehe im Finale und habe sogar noch eine kleine Chance auf eine Medaille."

Wasserspringen: Bronze aus dem Synchronspringen mit Lena Hentschel hat sie bereits, doch ihr schönstes Geburtstagsgeschenk kann sich Tina Punzel selbst machen. Denn sie hat das Finale der Kunstspringerinnen vom Drei-Meter-Brett gesichert. Um 8 Uhr geht sie als Halbfinal-Siebte in den Wettkampf. "Ich freue mich jetzt auf morgen, auf dass ich da dann hoffentlich zwei Gründe zum Feiern habe", sagte Punzel nach der erfolgreichen Quali. Bundestrainer Lutz Buschkow verriet: "Fürs Finale hat sie sich noch kleine Reserven gelassen." Auf eine Medaille hat die dann 26-Jährige aber aufgrund der Stärke ihrer Gegnerinnen aber nur geringe Chancen.

Tennis: Alexander Zverev hatte im Vorfeld der Olympischen Spiele gesagt, er kämpfe um eine Medaille. Nun, das steht schon fest, das hat er getan. Überaus erfolgreich, denn es wird mindestens Silber. Nach dem Sieg gegen den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic steht er im Finale ab 09:30 Uhr dem Russen Karen Chatschanow gegenüber. Ein Duell, in dem Zverev favorisiert ist. "Sascha hat meiner Meinung nach die besseren Schläge, gerade von hinten. Er ist im Moment wie ein Stier", sagte auch sein Bruder Mischa Zverev. Der Jüngere relativiert seine Favoritenrolle: Chatschanow sei ein "Wahnsinnsspieler", sagte er über den Russen, der in der Weltrangliste 20 Plätze hinter ihm klassiert und bei Grand-Slam-Turnieren noch nie über das Viertelfinale hinausgekommen ist. Denn die vergangenen beiden Duelle mit der deutschen Nummer eins gewann Chatschanow glatt. "Aber das ist jetzt etwas ganz anderes", sagte Mischa Zverev: "Sascha spielt für sein Land bei Olympia und hat gerade Djokovic geschlagen." Gewinnt Zverev Gold, wäre das historisch: Das gelang noch keinem deutschen Mann. Tommy Haas hatte in Sydney 2000 Silber geholt.

Fechten: Die Fecht-Wettbewerbe liefen für die Deutschen nicht zufriedenstellend. Das Abschneiden aufhübschen können nun womöglich die Florett-Männer im Team. Die Kollegen vom Säbelfechten waren im Kampf um Bronze noch an Ungarn gescheitert. Peter Joppich, Benjamin Kleibrink und André Sanita sollen es möglichst besser machen. In ihren Einzelwettbewerben war für alle bereits im Achtelfinale Schluss. Nur Joppich hatte sein erstes Gefecht gewinnen können. Um 2 Uhr steht ihr Achtelfinale gegen Kanada an. Das Finale ist für 12:50 Uhr datiert.

Turnen: Sechste in London, 2012, Vierte in Rio 2016 - noch besser in Tokio 2021? Das will Elisabeth Seitz unbedingt schaffen. Der Stufenbarren ist ihr Paradegerät. Und dann hat am Finaltag (ab 12:24 Uhr) auch noch ihre Mutter Claudia Geburtstag. Eine Medaille der Tochter wäre das perfekte Geschenk. Doch sie weiß es selbst: Der Wettkampf gegen die besten Fliegerinnen der Turnwelt wird "extrem". In der Qualifikation turnte Seitz stark, musste mit 14,700 Punkten aber trotzdem vier Konkurrentinnen vorlassen. Weltmeisterin Nina Derwael aus Belgien turnte die anspruchsvollste Übung, auch die US-Amerikanerin Sunisa Lee, seit Donnerstag Mehrkampf-Königin, überzeugte. Trotz der wahnsinnigen Qualität an den beiden Holmen versucht Seitz, "so gelassen wie möglich zu bleiben". Denn eines hat die 27-Jährige "aus der Erfahrung gelernt: Sobald ich mir Stress mache, läuft es nicht mehr." Wie es sich dort anfühlt, oben auf einem internationalen Podium, das hat Seitz schon einmal erlebt. 2018 bei der WM in Doha landete sie hinter der überragenden Derwael und Rekord-Weltmeisterin Biles, die wegen anhaltender mentaler Probleme auf ihren Start verzichtet, auf Platz drei. Sie weiß, "dass es möglich ist".

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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