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Toller Allrounder für wenig Geld Sonos Beam ist mehr als eine Soundbar

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Die Sonos Beam ist eine kleine Soundbar mit großem Klang.

(Foto: kwe)

Die Sonos Beam ist eine kleine, günstige Soundbar, die am Fernseher oder als smarter Alleinunterhalter groß aufspielt und Alexa an Bord hat. Mehr Lautsprecher braucht man im Wohnzimmer eigentlich gar nicht, oder?

Eigentlich hat Sonos mit der Playbar und der Playbase ja schon zwei Lautsprecher, die Fernseher zum guten Ton verhelfen. Doch im Sortiment fehlte bisher ein kompakter und günstiger TV-Lautsprecher. Diese Lücke füllt die Sonos Beam. Sie ist klein, mit 450 Euro ziemlich günstig und sie kann per Sprachassistent gesteuert werden. n-tv.de hat sie bereits ausprobieren können und festgestellt, dass sie für viele Wohnzimmer wahrscheinlich die ideale Soundbar ist.

Platzprobleme unwahrscheinlich

Optisch ist die Beam ein typisches Sonos-Gerät. Das Design ist schlicht, aber ansprechend und passt damit zu jeder Einrichtung. Und sie benötigt wenig Platz: Die 2,8 Kilo schwere Soundbar ist lediglich 65 Zentimeter breit, knapp 7 Zentimeter hoch und 10 Zentimeter tief. Damit passt sie normalerweise vor fast jeden Fernseher. Sie kann auch an die Wand geschraubt werden, die Halterung kostet allerdings rund 70 Euro extra.

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So klein sieht die Beaam vor einem 55-Zoll-Fernseher aus

(Foto: kwe)

Die Inbetriebnahme ist so einfach wie bei allen Sonos-Lautsprechern: App auf dem Smartphone installieren, einschalten, finden lassen, loslegen - viel mehr ist dazu nicht nötig. Noch einfacher ist es, wenn die Beam zu einem bestehenden System hinzugefügt wird. Im Test war die Soundbar nach ein paar Minuten eingerichtet.

Im Gegensatz zu Playbase oder Playbar gibt es eine HDMI-Buchse. Führt das Kabel von ihr zum ARC-Eingang des TV-Geräts, kann man mit dessen Fernbedienung die Lautstärke der Soundbar regeln. Aber das klappt auch umgekehrt, denn die Beam ist nach dem One der zweite Sonos-Lautsprecher, der Sprachassistenten unterstützt. Bisher gilt das für Amazons Alexa, der Google Assistant soll noch hinzukommen.

Soll am Fernseher der optische Ausgang genutzt werden, liegt dem Beam ein Adapter bei, einen eigenen Eingang dafür hat die Soundbar nicht. Dann kann Alexa zwar den Fernseher nicht steuern, man kann aber trotzdem die Fernbedienung des TV-Geräts nutzen, um die Lautstärke der Beam zu regeln - man muss sie vorher nur "anlernen".

"Alexa, schalte den Fernseher ein"

Wurde Alexa in der App aktiviert, kann sie via HDMI vorerst allerdings nur die Lautstärke regeln oder den Fernseher ein- und ausschalten. Beim Test-Fernseher hat das einwandfrei funktioniert. Interessanter wird es, wenn ein Streaming-Gerät von Amazon angeschlossen ist, bei dem sie Funktionen starten, Inhalte suchen und mehr kann. Aber die Sprachassistentin ist auch schon alleine auf dem Beam unterhaltsam, denn sie ist dann fast ebenso vielseitig einsetzbar wie auf einem Amazon-Echo-Gerät. Unter anderem kann sie die Musikwiedergabe der Beam und von anderen Sonos-Lautsprechern regeln, n-tv-Nachrichten vorlesen, allgemeine Fragen beantworten oder Smart-Home-Geräte steuern.

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Die Soundbar hat einen HDM-Anschluss, der über einen Adapter auch mit dem optischen Eingang des Fernsehers verbunden werden kann.

(Foto: kwe)

Die Spracherkennung der Sonos Beam mit fünf Mikrofonen ist dabei erstaunlich gut. Bei Zimmerlautstärke kann man auf einige Meter Entfernung noch ganz normal sprechen, um von Alexa gehört zu werden. Aber auch wenn man es mal krachen lässt, muss man nur etwas lauter werden, um Kommandos zu geben. So macht Sprachsteuerung am Fernseher Spaß. Und wenn man nicht möchte, dass Alexa zuhört, schaltet man die Mikros einfach ab.

Mächtig guter Klang für die Größe

Alexa ist ein praktisches Extra, aber die wichtigste Disziplin einer Soundbar ist der Klang. Und was das betrifft, gibt sich die Beam keine Blöße. Insgesamt acht Lautsprecher hat Sonos in der kleinen Box untergebracht. Vier ovale Woofer decken den gesamten Frequenzbereich ab, zwei von ihnen sitzen an den beiden Enden, zwei in der Mitte. Dazu kommen ein zentraler Hochtöner und drei passive Strahler für die Bässe. Bedient werden die Lautsprecher von fünf digitalen Verstärkern, für Höhen und Tiefen gibt es separate Equalizer.

Für ihre Größe hat die Beam mit dieser Ausstattung mächtig viel Dampf, lässt ihn aber immer sehr kontrolliert ab. Da scheppert und rumpelt auch auf voller Lautstärke nichts und bei leisen Tönen geht nichts verloren. Ganz groß spielt sie in den Mitten auf und auch die glasklaren Höhen können begeistern. Die Tiefen spürt man zwar nicht im Bauch, aber der Bass ist für eine Soundbar dieser Größe durchaus beeindruckend. Für Wohnungen ist es wahrscheinlich auch besser, wenn nicht auch der Nachbar zwei Etagen tiefer mitbekommt, wenn im Film die Erde bebt. Notfalls schaltet man in der App den Nachtmodus ein.

Talentierter Systemspieler

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Mit anderen Sonos-Lautsprechern bildet die Beam im Handumdrehen ein Surround-System.

(Foto: n-tv.de)

Wenn man mehr will, kann man die Beam mit dem Sonos Sub zum Bass-Monster machen oder durch Sonos-Lautsprecher-Paare zu einem Surround-System ausbauen. Im Test bildete die Soundbar im Handumdrehen einen Verbund mit zwei Sonos One. Der Surround-Sound ist eine Wucht, im Test begeisterte er vor allem bei Computerspielen wie "God of War". Wichtig ist dabei, die richtigen Einstellungen zu finden. Beim Fernseher kriegt das normalerweise der ARC-HDMI-Anschluss alleine hin, bei Konsolen muss man mitunter selber schrauben. Bei der Wiedergabe hat man die Auswahl zwischen PCM-Stereo, Dolby Digital und Dolby Digital 5.1.

Bei allem Spektakel drumherum versteht man bei der Beam auch Dialoge ausgezeichnet. Und wenn sie doch einmal drohen, im Krawall unterzugehen, kann man über die App die Sprachverbesserung aktivieren. Im Test hat das wunderbar geklappt, die klaren Dialoge helfen vor allem, wenn man Filme und Serien im Original anschauen möchte.

Beeindruckend ist auch, dass die kompakte Sonos-Soundbar durch die seitlich abstrahlenden Tieftöner einen ziemlich guten Stereo- bzw. Raumklang hinbekommt. Auch im Test-Setup ist noch deutlich wahrzunehmen, aus welcher Richtung Geräusche oder Stimmen kommen, obwohl die Platzierung des Fernsehers in einer Zimmerecke mit einer Seite nahe an einer Wand alles andere als ideal ist.

Dabei hat auch Trueplay geholfen, eine Funktion der iOS-App, mit der man den Klang von Sonos-Lautsprechern optimieren kann. In der Android-Version fehlt die Funktion leider, weil sie auf die Mikrofone des Smartphones abgestimmt sein muss, was bei der Vielfalt der Android-Geräte schwer ist.

Da ist Musik drin!

Schließlich macht die Beam auch noch eine ausgezeichnete Figur bei der Musikwiedergabe. Sie klingt sogar fast so gut wie ein Sonos Play 5, was schon einiges heißen will. Auch hier stellt sie sich breit auf, entzückt mit klar definierten Mitten und Höhen und bietet ordentlich Bass. Und sie ist vielseitig, wie der Test mit dem abwechslungsreichen Soundtrack von "Guardians of the Galaxy" (Awesome Mix, Vol. 1+2) zeigte. Hat man schon ein Multi-Room-System von Sonos, fügt sich die Beam wie jeder andere Lautsprecher des Herstellers ein.

Auch das Musik-Angebot stimmt. Auf Sonos-Geräten sind die wichtigsten Streaming-Dienste integriert, in Kürze werden die Beam und andere Geräte auch Apples Airplay 2 unterstützen. Und bei Spotify & Co. kann auch wieder Alexa das Kommando übernehmen.

Alles in allem ist Sonos mit der Beam eine Soundbar gelungen, die für fast jedes Wohnzimmer der perfekte Alleinunterhalter ist. Sie ist eine kleine, aber starke Ergänzung für den Fernseher und füllt kleinere und mittelgroße Räume auch problemlos mit Musik. Und schließlich hat sie auch noch einen Sprachassistenten an Bord, den man nutzen kann, aber nicht muss. Für 450 Euro findet man ab 17. Juli wahrscheinlich keine bessere Soundbar - jedenfalls keine, die so vielseitig ist.

Quelle: n-tv.de

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