Technik

Für jeden Anspruch die Richtige Warentest kürt die besten Kameras

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Auf Reisen sind kompakte und leichte Kameras meistens die besseren Begleiter.

(Foto: imago images/Cavan Images)

Stiftung Warentest präsentiert die besten Kameras, die sie in den vergangenen zwei Jahren getestet hat. Klasse Einsteiger-Geräte mit System oder hochwertige Kompakte gibt's für rund 800 Euro, in der Mittelklasse kostet der Testsieger knapp 1400 Euro, für die beste Profi-Knipse sind rund 2000 Euro fällig.

Weil Smartphones inzwischen auch in der Mittelklasse richtig gute Kameras haben, ist der Markt für einfache Kompaktkameras quasi implodiert. Wenn man aber richtig fotografieren möchte, bleiben Systemkameras mit Wechselobjektiven oder hochwertige Kompakte mit Zoomobjektiven die erste Wahl. Stiftung Warentest stellt in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift "test" die besten Geräte vor, die sie in den vergangenen zwei Jahren in ihren Prüflaboren hatte.

Systemkameras kaufen ehrgeizigere Fotografen ohne Objektiv und suchen sich ihr "Glas" selbst aus. Denn die Kit-Objektive, mit denen die Geräte angeboten werden, sind gewöhnlich nicht besser als Durchschnitt. Um sich an eine Kamera zu gewöhnen oder seinen Bedarf zu erkunden, sind sie aber für die erste Zeit absolut okay, vor allem, wenn man hauptsächlich im hellen Tageslicht fotografiert. Ihr Zoombereich macht sie gewöhnlich auch zu guten "Immer-drauf-Objektiven", und der Preisunterschied online zwischen reinem Body und Kamera-Set ist oft so gering, dass man das Kit-Objektiv einfach als Zugabe betrachten kann.

So oder so muss man bei den Testergebnissen bedenken, dass der eine oder andere Kandidat mit einem hochwertigeren Objektiv vielleicht deutlich besser abgeschnitten hätte.

Einsteiger-Klasse

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Für Einsteiger und Gelegenheitsfotografen empfiehlt Stiftung Warentest die Nikon Z 50, die mit der Gesamtnote 1,7 abgeschnitten hat. Im Set mit dem hauseigenem Zoomobjektiv Nikkor Z DX 16-50 VR ist sie für rund 815 Euro zu haben. Die spiegellose Kamera bietet in dieser Klasse die beste Bildqualität, macht gute Videos und hat einen sehr guten elektronischen Sucher. Die Prüfer bemängeln allerdings, dass lediglich die Objektive stabilisiert sind und die Kamera selbst keinen OIS bietet. Außerdem ist die Objektiv-Auswahl ziemlich klein.

Eine bessere Alternative kann trotz der schwächeren Gesamtnote 1,9 die Panasonic Lumix DC-G91M sein. Mit dem Objektiv Lumix G Vario 12-60 Aspherical ist sie zwar rund 100 Euro teurer, bietet dafür aber eine optische Bildstabilisierung in Objektiv und Gehäuse. Außerdem ist sie spritzwassergeschützt und es gibt für die Kamera eine große Auswahl an Objektiven verschiedener Hersteller.

Einsteiger mit schmalerem Geldbeutel finden in der Panasonic Lumix DC-GX880K eine ideale Kamera. Sie kostet mit dem gleichen Objektiv, mit dem die zweitplatzierte Lumix ausgeliefert wird, nur rund 400 Euro, erhielt aber trotzdem das gute Qualitätsurteil 2,2. Dazu ist die Kamera mit knapp 350 Gramm sehr leicht. Einen elektronischen Sucher hat die Lumix DC-GX880K nicht, aber Warentest findet den Monitor sehr gut.

Mittelklasse

Spiegelreflexkameras werden zwar zunehmend von den kompakteren und oft vielseitigeren spiegellosen Kameras verdrängt, aber sie sind noch lange nicht auf dem Abstellgleis. So hat in der Mittelklasse die Canon EOS 90D mit der Gesamtnote 1,8 den Testsieg eingefahren. Mit Kit-Objektiv EF-S 18-55 erhält man die SLR für rund 1350 Euro. Weil die EOS 90D einen Spiegel hat, besitzt sie auch einen optischen Sucher, bietet in dieser Klasse unter den Testkandidaten mit 32 Megapixeln die höchste Auflösung und ist spritzwassergeschützt.

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Das Qualitätsurteil 1,8 erhielt auch die spiegellose Nikon Z5, die mit dem Objektiv Nikkor Z 24-50 etwa 1400 Euro kostet. Sie ist eine der wenigen Kameras in dieser Preislage mit Vollformat-Sensor. Sie liefert eine sehr gute Bildqualität bei manuellen Einstellungen, ihre Gehäuse ist spritzwassergeschützt und sie schluckt zwei Speicherkarten.

Außerdem empfiehlt Stiftung Warentest die Olympus OM-D E-M5 III mit der Gesamtnote 1,9. Die Bewertung hat sie unter anderem ihrem Kit-Objektiv ED 12-40 Pro zu verdanken, das lichtstark ist und eine durchgehende Blende f 2.8 bietet. Das Set kostet im Schnitt 1670 Euro. Auch die Olympus ist spritzwassergeschützt und es gibt viele verschiedene Objektive für sie.

Kameras für Profis

In der Profi-Klasse hat sich die Fujifilm X-T4 mit dem Objektiv XF 18-55 R LM OIS an die Spitze geknipst. Für rund 2100 Euro erhält man den Testkandidaten mit der besten Bildqualität. Gehäuse und Objektive sind stabilisiert, die Kamera ist spritzwassergeschützt, hat Platz für eine zweite Speicherkarte und ist sehr leicht.

Weil die Testsiegerin auch noch die günstigste sehr gute Kandidatin ist, hat Warentest sich weitere Empfehlungen gespart. Wer allerdings eine Profi-Knipse mit Vollformat bevorzugt, kann zur Nikon Z6 greifen, die mit dem Objektiv Nikkor Z 14-30 S etwa 2600 Euro kostet. Sie liefert bei manuellen Einstellungen die besten Ergebnisse und auch Monitor, Sucher, die Handhabung und die Videoqualität wurden sehr gut bewertet. Lediglich bei automatischen Bildeinstellungen ist sie der Fujifilm unterlegen - aber die nutzen ohnehin viele ambitionierte Fotografen nicht.

Hochwertige Kompakte

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Für Nutzer, die eine leichte Kompaktkamera suchen empfiehlt Stiftung Warentest die Canon PowerShot G5 X II für rund 880 Euro. Sie erhielt das Qualitätsurteil 1,8. Ihr Zoomobjektiv deckt einen Brennweitenbereich von 24 bis 120 Millimeter ab. Mit einer Blende f 1.8 bis 2.8 ist die Kamera lichtstark und ihr elektronische Sucher ist sehr gut.

Wer weniger Geld ausgeben möchte, kann zur Schwester-Kamera Canon PowerShot G7 X III greifen, die rund 150 Euro günstiger ist. Grundsätzlich bietet sie die gleichen Eigenschaften und Qualitäten. Lediglich Sucher und Monitor bewertete Warentest etwas schwächer, gut sind sie aber trotzdem.

Quelle: ntv.de, kwe