Technik

Profikameras Z6 und Z7 Auch Nikon ist jetzt spiegellos stark

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Die Nikon Z7 mit Standard-Zoom-Objektiv Nikkor Z 24-70 mm 1:4 S.

(Foto: Nikon)

Spät, aber wohl noch nicht zu spät springt Nikon auf den Zug der spiegellosen Systemkameras auf. Die Vollformatkameras Z6 und Z7 sollen echte Alternativen zu Sonys Alpha-7-Boliden sein.

Lange Zeit haben Profis und ambitionierte Amateure spiegellose Systemkameras nicht wirklich ernst genommen. Doch in den vergangenen Jahren sind der elektronische Sucher und andere Komponenten so gut geworden, dass die kompakten Geräte ihren Spiegelreflex-Kollegen inzwischen mehr als ebenbürtig sind. Dass dies auch für den Profi-Bereich gilt, hat vor allem Sony bewiesen, dessen Alpha-7-Boliden ein Verkaufsschlager sind und kürzlich bei Stiftung Warentest mit einem Dreifach-Triumph die gesamte Spiegelreflex-Konkurrenz hinter sich ließen.

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Dank Bajonettadapter können Besitzer einer Nikon-Spiegelreflexkamera ihre Objektive weiter nutzen.

(Foto: Nikon)

Nikon, das sich mit seiner 4300 Euro teuren D850 hinter den Alpha-Biestern einordnen musste, hat dem spiegellosen Treiben lange tatenlos zugesehen und Sony & Co. davonziehen lassen. Doch jetzt schlägt das Unternehmen zurück und hat mit der Z7 und der Z6 zwei mächtige spiegellose Vollformatkameras vorgestellt, die offensichtlich in direkte Konkurrenz zu Sonys Top-Modellen Alpha 7 III und Alpha 7R III treten sollen. Das Zeug dazu haben sie wohl.

Die neuen Nikons sehen aus wie Zwillinge, haben das gleiche kompakte Magnesiumgehäuse, das gegen Staub und Spritzwasser geschützt ist. Beide Geräte sind mit einem neuen Vollformat-CMOS-Sensor mit rückwärtiger Belichtung (BSI) ausgestattet, der über fünf Achsen optisch stabilisiert wird. Die spiegellosen Knipsen haben einen elektronischen Sucher mit hochauflösendem OLED-Display und auf der Rückseite ein 8 Zoll großes neigbares Touch-LCD. Die grundsätzliche Ausstattung und das Bedienkonzept haben die WLAN-fähigen Z-Geräte größtenteils von der großen Spiegelreflex-Schwester D850 übernommen.

Bis zu 45,7 Megapixel

Der Sensor der Z7 bietet satte 45,7 Megapixel und deckt bei der Lichtempfindlichkeit ISO 64 bis ISO 25.600 ab. Der integrierte Hybrid-Autofokus arbeitet mit 493 Messfeldern und die Kamera kann bis zu neun Bilder in der Sekunde machen. Fotos der Z6 lösen mit 24,5 Megapixel auf und der Sensor hat zum Fokussieren 273 Messfelder. Bei diesem Modell reicht der ISO-Spielraum von 100 bis 51.200 und es macht bis zu zwölf Fotos in der Sekunde. Beide Kameras nehmen 4K-Videos im Vollformat mit 30 Bildern pro Sekunde auf, in Full-HD sind es 120.

Da Nikon für die spiegellosen Vollformatkameras einen neuen Bajonettanschluss entwickelt hat, ist die Auswahl an Z-Objektiven erstmal sehr begrenzt. Zunächst gibt es ein Standard-Zoom mit 24-70 Millimeter und größter Blende f/4.0 sowie ein 35-Millimeter-Weitwinkelobjektiv mit Anfangsblende f/1.8. Im Oktober soll eine 50-Millimeter-Festbrennweite (f/1.8) und Anfang 2019 ein extrem lichtstarkes 85-Millimeter-Objektiv (f/0,95) folgen. Allerdings verkauft Nikon auch einen Adapter, mit dem Umsteiger ihr Spiegelreflex-Glas auch an den Z-Geräten nutzen können.

Komplettpaket für 4450 Euro

Für Profi-Kameras nimmt Nikon Profi-Preise, sie liegen aber im Bereich der Sony-Konkurrenz. Ohne Objektiv kostet die Z6 mit Bajonettadapter 2450 Euro, im Kit mit Standard-Zoom 2900 Euro. Für das Komplettpaket mit Body, Zoom und Adapter möchte Nikon 3050 Euro haben. Die unverbindlichen Preisempfehlungen der Z7 sind 3850, 4300 und 4450 Euro. Der Bajonettadapter alleine soll 300 Euro kosten.

Quelle: n-tv.de, kwe