Technik

Komplett kabellos iPhone soll Anschluss verlieren

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Die iPhone-Familie soll 2021 kabellosen Zuwachs erhalten.

(Foto: Apple)

Apple plant offenbar, ein iPhone auf den Markt zu bringen, das keine Kabelverbindungen mehr eingeht. Außerdem soll das Unternehmen für das Frühjahr 2021 ein schickes iPhone SE 2 Plus vorbereiten, dessen Fingerabdrucksensor an sehr ungewohnter Stelle sitzt.

Eigentlich sind die aktuellen Geräte kaum drei Monate alt und selbst über die kommende iPhone-Generation zu spekulieren, erscheint etwas verfrüht. Doch der anerkannte Apple-Experte Ming-Chi Kuo wagt sogar einen Ausblick ins Jahr 2021. Bei jedem anderen wäre dies wohl reine Spekulation, doch da Kuo hat durch seine akribischen Analysen der Lieferketten in der Vergangenheit schon so oft ins Schwarze getroffen, dass die Wahrscheinlichkeit relativ hoch ist, dass er auch diesmal richtig liegt.

Laut "MacRumors" schreibt der Analyst in seinem jüngsten Bericht, Apple werde ab 2021 zusätzlich zu den beiden Highend-Geräten ein absolutes Top-Modell einführen. Einzelheiten, was dieses iPhone so besonders macht, nennt der Analyst nicht. Nur so viel: Das Gerät soll keinen Lightning-Anschluss haben. Der Eingang soll auch nicht von einer USB-C-Buchse abgelöst werden, sondern ersatzlos gestrichen werden.

Ist das eine gute Idee?

Ob das die Nutzer so toll finden werden, muss sich noch herausstellen. Denn der Lightning-Anschluss ist nicht nur zum Laden da, sondern auch zum Datenaustausch. Selbst wenn es schon immer komplizierter als bei Android-Smartphones war, kann man iPhones über Lightning noch relativ problemlos mit Windows-Rechnern verbinden. Funkübertragungen sind eigentich nur zwischen Apple-Geräten wirklich unkompliziert. Wenn man ausschließlich über die iCloud synchronisiert, benötigt man zusätzlichen - kostenpflichtigen - Speicherplatz.

Wie ein Nutzer bei "MacRumors" kommentiert, ist der Lightning-Anschluss auch noch oft Voraussetzung, um ein iPhone im Auto für CarPlay zu verbinden. Außerdem ist es viel umständlicher, ein Smartphone während des Ladevorgangs zu nutzen als bei einer Kabelverbindung.

Langsam mit hoher Verlustwärme

Induktives Laden ist zwar bequem, doch es dauert gewöhnlich wesentlich länger, einen Akku "kabellos" zu betanken als über den Lightning-Anschluss. Schonendes Schnelladen ist derzeit induktiv kaum möglich. Man kann zwar über höhere Watt-Zahlen etwas Gas geben. Das ist dann aber gewöhnlich mit erhöhter Wärmeentwicklung  (Verlustwärme) verbunden - sowohl beim Ladegerät als auch beim Smartphone. Und höhere Temperaturen lassen Akkus schneller altern.

Möglicherweise bietet Apple eine hochwertige Lösung an, die ein iPhone kalt lässt. Das Gerät wird man dann aber wohl teuer bezahlen müssen. Außerdem gehören induktive Ladegeräte nicht zu den Stärken des Unternehmens, wie die Luftnummer mit der Ladematte AirPower zeigt.

iPhone SE 2 Plus mit modernem Design

Größer als für ein noch teureres iPhone ohne Lightning-Anschluss könnte die Begeisterung für ein weiteres Gerät ausfallen, das Kuo für das erste Halbjahr 2021 voraussagt. Apple hat den Informationen des Analysten zufolge eine Fortsetzung des für kommendes Frühjahr erwarteten iPhone SE 2 in Arbeit. Die Plus-Variante soll ein frontfüllendes 5,5 bis 6,1 Zoll großes Display haben. Das Gerät hat laut Kuo keine Gesichtserkennung an Bord, sondern einen Fingerabdrucksensor im Ein-Schalter an der Seite.

Quelle: ntv.de, kwe