Auto

Benzin, Diesel oder Hybrid? BMW X1 - geschärfte Freude am Fahren

DSC_2357.JPG

Der BMW X1 xDrive 25d als X Line und in Storm Bay metallic.

(Foto: Holger Preiss)

Der BMW X1 gehört zu den begehrtesten Fahrzeugen seiner Zunft. Jetzt haben die Bayern ihr Erfolgsmodell aufgefrischt. Bei einer ersten Ausfahrt hat n-tv.de den xDrive 25i und den xDrive 25d unter die Lupe genommen und dabei alte Tugenden entdeckt.

Der BMW X1 ist, seit er sich nach dem ersten Generationswechsel im Jahr 2015 vom Bub zum Mann entwickelt hat, ein echter Senkrechtstarter geworden. Allein im Jahr 2018 war er weltweit das meistverkaufte X-Modell der Bayern. Dabei fanden 40 Prozent aller neuen X1 in Europa einen neuen Besitzer. Jeder zehnte X1 ging in die USA, was das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zum drittstärksten Markt für das Münchner Sport Activity Vehicle  (SAV) macht.

Dezent im Sound

DSC_2244.JPG

Die Endrohre des X1 sind in der Neuauflage mit einem Durchmesser von 90 Millimetern um 20 Millimeter gewachsen.

(Foto: Holger Preiss)

Um diesem Erfolg weiter Schwung zu geben, hat BMW den X1 jetzt gründlich überarbeitet. Den allgemeinen Designvorgaben folgend ist auch hier die Niere präsenter geworden. Flankiert wird der BMW-typische Kühlergrill von neuen LED Scheinwerfern. Die Lufteinlässe im Stoßfänger wurden vergrößert, was zum einen die Sportlichkeit unterstreichen soll, zum anderen wurde Platz für integrierte LED Nebelleuchten geschaffen. Auch am Heck haben die Designer fein geschliffen: Schwarze Einleger, die nichts mit den Stoßkanten aus vergangenen Tagen zu tun haben, sollen dem Heck noch mehr Präsenz geben. Neu sind auch die LED-Heckleuchten, die nun in einer L-Signatur strahlen. Auch die Endrohre sind gewachsen. Betrug ihr Durchmesser beim Vorgängermodell noch 70 Millimeter sind es jetzt 90.

Wer jetzt aber glaubt, dass aus den dicken Tüten das typische Schubblubbern der Bayern tönt, geht fehl. Ist in dem Fall auch nicht so schlimm, denn der X1 wird von seinen Käufern eher nicht als Krawallbruder wahrgenommen, sondern als dynamische Fahrmaschine. Und genau diesem Anspruch entsprechen die in München bereitgestellten Motorisierungen: Auf der einen Seite der X1 xDrive 25i, auf der anderen der X1 xDrive 25d. Während das i die Befeuerung mit Benzin ausweist, steht das d bekanntermaßen für den Betrieb mit Diesel-Kraftstoff. Letztgenannter erfüllt - bevor Fragen aufkommen - die Euro-6d-Norm und ist bei einem CO2-Ausstoß von 136 - 128 g/km mit der Effizienzklasse A ausgewiesen. Die Preise starten hier bei 45.250 Euro.

X1 bleibt eine Fahrmaschine

111_BMW_X1_25d.jpg

Im Innenraum ist beim BMW X1 alles beim Alten geblieben, aber es gibt jetzt optional einen 10,25 großen Touchscreen als Zentraldisplay.

(Foto: Barry Hayden)

Da wir das geklärt haben, können wir uns jetzt der von BMW auch für seine X1-Modelle propagierten "Freude am Fahren" widmen. Und das ist nicht nur so dahingesagt. Der 25d schöpft aus seinem Vierzylinder mit 1995 Kubikzentimetern Hubraum ordentliche 231 PS und drückt ein maximales Drehmoment von 450 Newtonmeter an alle vier Räder. Wobei die Kraftverteilung verzögerungsfrei über die bekannte Achtstufenautomatik erfolgt, die BMW in einer Großzahl seiner Modelle anbietet. Fahrtechnisch stellt sich das so dar, dass es hier eigentlich kein Loch im Anzug gibt. Will sagen, da gibt es für den Turbo nichts zu stopfen, denn dadurch, dass das Drehmoment bereits ab 1600 Kurbelwellenumdrehungen anliegt, schiebt der Selbstzünder aus dem Keller kernig an. Kernig ist auch der Sound, denn bei entsprechender Leistungsanforderung verleugnet das Aggregat seine Herkunft nicht.

Weniger kernig ist am Ende der Verbrauch. Bei sehr sportlicher Fahrweise zog der Diesel knapp acht Liter durch die Schläuche. Aber noch mal: bei einer sehr dynamischen Bewegungsart. Das heißt, hier wurde im Test über 120 Kilometer schon mal der Sprint aus dem Stand auf Landstraßentempo in 6,6 Sekunden geprobt. Auch die Kurvendynamik wurde eher im Sport- als im Comfort-Modus getestet. Obgleich gesagt werden kann, dass auch im Letztgenannten ein flotter Gang ums Eck möglich ist. Sicherer geht's allerdings mit gestrafften Dämpfern in die Kehre und vor allem wieder heraus. So eingestellt sind mit Tempo 70 ausgezeichnete Kurven, problemlos im dreistelligen Bereich zu nehmen.

Den Unterschied macht der Verbrauch

DSC_2222.jpg

Der X1 xDrive 25i im M-Sport-Ornat.

(Foto: Holger Preiss)

Unterstützt wird der Fahrer hier durch eine - anders als im X2 - extrem präzise arbeitende Lenkung. Die in keinem Augenblick zu eng ist und dadurch bei schnellen Lastwechseln das Auto nervös reagieren lässt. Hilfreich ist natürlich auch der Allradantrieb, der dank seiner Vernetzung mit der Fahrstabilitätsregelung das Über- oder Untersteuern weitestgehend unterdrückt. Und wie sieht das jetzt mit dem xDrive 25i aus? Fahrtechnisch gibt es hier kaum etwas anderes zu sagen als beim Diesel. Zumal die Fahrleistungen des Vierzylinder Benziners nahezu identisch sind. Die Kraft von 235 PS generiert sich hier ebenfalls aus zwei Litern Hubraum und das maximale Drehmoment liegt mit 350 Newtonmetern bauartbedingt unter dem des Diesels, ist aber im Normalbetrieb kaum spürbar. Auch bei der Beschleunigung ist der 25i mit 0,1 Sekunden Unterschied nicht wahrnehmbar schneller. Und bei der Höchstgeschwindigkeit sind die beiden dann mit 235 km/h ohnehin gleichauf.

Bleibt in letzter Konsequenz zur Unterscheidung nur der Verbrauch. Hier hat der Benziner natürlich das Nachsehen. Auf exakt der gleichen Strecke bei ähnlicher Fahrweise, benötigte der mit gemessenen 10,2 Litern, knapp zwei Liter mehr als der Diesel. Aber noch mal: Die Fahrweise war in beiden Fällen mit schwerem Gasfuß, einfach um das gesamte Fahrverhalten des X1 beurteilen zu können. Wer sich zurücknimmt, den Fahrmodischalter längere Zeit auf Comfort oder gar Eco-Plus lässt, der dürfte mit beiden Motorisierungen deutlich weniger Treibstoff verheizen. Angegeben ist der 25i im Drittelmix mit 6,8 Litern, der 25d mit 5,2 Litern. Realistisch dürfte bei beiden Modellen etwa ein Liter mehr sein. Was den Diesel dann am Benziner mit Blick auf die Effizienz wieder vorbeiziehen lässt. Zumal bauartbedingt auch der CO2-Ausstoß beim Benziner mit 155 - 144 g/km höher ist. Am Ende ist der Benziner im Einstieg dann auch noch 250 Euro teurer, was angesichts des Einstiegspreises von 45.500 Euro dann aber auch schon egal ist.

X1 kommt auch als Plug-in-Hybrid

088_BMW_X1_25d.jpg

Die Sportsitze lassen im BMW X1 keine Wünsche offen.

(Foto: BMW)

Ach noch etwas: Wie in anderen Baureihen wird BMW auch vom X1 eine Plug.in-Hybridvariante anbieten. Der Wagen wird dann die Modellbezeichnung xDrive 25e tragen. Für den Antrieb sind dann ein 1,5-Liter-Dreizylinderbenziner mit 125 PS und ein E-Motor an der Hinterachse mit 95 PS verantwortlich. Die Systemleistung beider Aggregate gibt BMW mit 220 PS und einem maximalen Drehmoment von 385 Newtonmetern an. In Kombination mit der serienmäßigen Sechsgang-Automatik soll der Teilzeitstromer im Idealfall den Sprint auf 100 km/h in sieben Sekunden bewältigen und maximal 192 km/h schnell werden.

Allein vom Elektromotor an der Hinterachse getrieben, ist eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h möglich. Dank der den Kofferraum um 55 auf 450 Liter verkleinernden 9,7-kWh-Batterie soll eine rein elektrische Reichweite von maximal 57 Kilometer möglich sein. Die Ladezeit der Batterie gibt BMW mit 3,5 Stunden an der Wallbox und 5 Stunden an der Haushaltssteckdose an. Die Verbrauchswerte auf NEFZ-Basis sind laut Hersteller 13,5 kWh und 2,0 Liter Benzin. Der angegebene Spritverbrauch ist, wie bei Plug-in-Hybriden üblich, ein rein rechnerischer Wert.

102_BMW_X1_25d.jpg

Normalerweise fasst das Gepäckabteil des BMW X1 505 Liter, im kommenden Plug-in-Hybrid sind es noch 450.

(Foto: Barry Hayden)

Wer vornehmlich mit dem Benziner unterwegs ist, kann praktisch die drei- oder vierfache Menge verfeuern. Wer die Kurzstrecken rein elektrisch bewältigt und die Batterie konsequent nachlädt, fährt natürlich ohne Spritverbrauch. Der Marktstart für den Plug-in-Hybrid ist für März 2020 geplant, wobei der Preisaufschlag gegenüber der 33.000 Euro teuren Basismotorisierung fünfstellig ausfallen dürfte. Allerdings bekommt der X1 mit seinen zwei Antriebsvarianten ein E-Kennzeichen und fällt damit unter die Regelung der reduzierten Dienstwagenbesteuerung.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema