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Antworten zum "harten #Megxit" Bleibt Harry auch ohne Titel ein Prinz?

Prinz Harry und seine Frau Meghan sind frei: In einer Mitteilung stellen die Queen und der Buckingham Palace am Samstagabend die neuen Regeln für das nun nicht mehr ganz so royale Ehepaar vor, das einen hohen Preis für seinen königlichen Rücktritt zahlt. Harry und Meghan verlieren Titel, Aufgaben und finanzielle Unterstützung. Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Ist das der Rücktritt, den sich Harry und Meghan erhofft haben?

Ziemlich sicher nicht. Welche Vorstellungen das junge Ehepaar bei seinem royalen Rücktritt konkret hatte, weiß es nur selbst. In royalen Kreisen war seit der Ankündigung am 8. Januar aber immer wieder zu hören, dass die beiden eine Hybrid-Rolle als Teilzeit-Royals angestrebt hatten: Demnach wollten Harry und Meghan nach ihren Vorstellungen Termine im Namen von Queen Elizabeth II. wahrnehmen und die britische Monarchie repräsentieren, gleichzeitig aber auch in der Lage sein, in Übersee zu leben und Geld zu verdienen - das ist Mitgliedern der britischen Königsfamilie untersagt.

Die Statements der Queen und des Buckingham-Palasts machen klar: Teilzeit-Royals gibt es nicht, entweder ganz oder gar nicht. Da "ganz" für Harry und Meghan nicht länger infrage kam, ist es "gar nicht" geworden. Sie werden das britische Königshaus nicht länger öffentlich vertreten, müssen ihre Titel ablegen und ohne Mittel der öffentlichen Hand auskommen. Lediglich ihre Schirmherrschaften, die sie im Namen des Königshauses übernommen haben, dürfen Harry und Meghan behalten. Sehr treffend bezeichnet die britische Presse diesen royalen Rücktritt in Anlehnung an den Brexit nun auch als "harten #Megxit".

Ab wann gilt das neue Modell?

Es tritt laut dem Buckingham-Palast im Frühjahr 2020 in Kraft. Einen genauen Termin nennt das britische Königshaus nicht.

Ist Harry auch ohne Titel noch ein Prinz?

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Ja, Prinz Harry bleibt Prinz Harry. Der royale Spross behält außerdem den Titel "Herzog von Sussex", seine angetraute Frau Meghan bleibt die dazugehörige Herzogin. Als zurückgetretene Mitglieder der britischen Königsfamilie dürfen sie fortan allerdings nicht mehr "Ihre Königliche Hoheit" im Briefkopf oder andernorts verwenden. Dieser Titel gebührt ausschließlich den ranghöchsten Mitgliedern der britischen Königsfamilie - mit allen dazugehörigen Pflichten.

Erhalten Harry und Meghan weiterhin öffentliche Mittel?

Mitglieder der Königsfamilie dürfen kein eigenes Einkommen generieren. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie aus zwei Quellen: Fünf Prozent ihrer Ausgaben übernimmt der "Sovereign Grant", ein Fonds der britischen Regierung. Die übrigen 95 Prozent finanziert das Herzogtum Cornwall, besser gesagt: Harrys Vater Prinz Charles.

Finanzielle Zuwendungen für royale Aufgaben erhalten Harry und Meghan nicht länger, das ist im Statement des Buckingham-Palasts klar festgehalten. Ob Prinz Charles seinen Sohn und seine Schwiegertochter weiterhin unterstützen wird, ist nicht abschließend geklärt. Mutmaßlich bleibt es dem enttäuschten Vater überlassen, dies zu entscheiden. Bis das Paar beginnt, unter der Marke "Sussex Royal" Geld zu verdienen, ist es in jedem Fall auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Kleines Zeichen der Wiedergutmachung: Harry und Meghan haben angeboten, 2,4 Millionen Pfund (umgerechnet 2,8 Millionen Euro), die sie aus dem "Sovereign Grant" für die Renovierung ihres Wohnsitzes, Frogmore Cottage, erhalten haben, zurückzuzahlen. Dort werden sie, wenn sie in Großbritannien weilen, weiterhin wohnen.

Wer bezahlt in Zukunft für die Sicherheit von Harry und Meghan?

Abgesehen vom Rücktritt selbst waren die zu erbringenden Sicherheitskosten der größte Aufreger in der britischen Öffentlichkeit. Die britische Polizei gibt jedes Jahr etwa 600.000 Pfund für den Schutz des jungen Paares aus. Haben sie auch nach ihrem royalen Rücktritt ein Anrecht darauf? Unklar. Der Buckingham-Palast schreibt in seinem Statement, dass dieser Punkt nicht kommentiert wird: "Es gibt etablierte, unabhängige Prozesse, um den Bedarf von öffentlich finanzierten Sicherheitsvorkehrungen zu klären", heißt es vielsagend.

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Ist ein Rücktritt vom Rücktritt denkbar?

Abschließend lässt sich das nicht beurteilen, aber das Statement der Queen klingt überraschend versöhnlich. "Harry, Meghan und Archie werden immer sehr geliebte Mitglieder meiner Familie sein", schreibt Elizabeth II. Sie erkenne die Schwierigkeiten an, denen die beiden in den vergangenen zwei Jahren durch die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit ausgesetzt gewesen seien. Sie unterstütze deren Wunsch nach einem unabhängigeren Leben und sei "besonders stolz, wie Meghan so schnell ein Mitglied der Familie geworden ist". Die ganze Familie hoffe, dass die Entscheidung dem Paar ein "glückliches und friedliches neues Leben" ermögliche. Klingt nicht so, als sei das Tischtuch zwischen der Queen und ihrem Enkel endgültig zerschnitten.

Quelle: ntv.de