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"Vergesse dich nicht, Harvey" Rose McGowan gibt Weinstein Kontra

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Wirft Harvey Weinstein vor, sie vergewaltigt zu haben: Rose McGowan.

(Foto: Imago)

Die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen Harvey Weinstein sind so zahlreich und schwer, dass es an seiner Schuld nur noch wenig Zweifel gibt. Dennoch geriert sich der Ex-Filmproduzent nun selbst als Opfer. Die Reaktion von Schauspielerin Rose McGowan lässt nicht lange auf sich warten.

Nachdem sich Harvey Weinstein in einem Interview mit der "New York Post" als "der vergessene Mann" beschrieben hat, stellt Rose McGowan nun auf Twitter klar, dass sie sich durchaus an ihn erinnert. Die Schauspielerin wirft Weinstein vor, sie 1997 vergewaltigt zu haben - nur eine von vielen Anschuldigungen gegen den ehemaligen Film-Mogul, die die weltweite #Metoo-Bewegung ins Rollen gebracht haben.

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In dem neuen Tweet versichert McGowan Weinstein, dass sie ihn nie vergessen werde: "Ich habe dich nicht vergessen, Harvey. Mein Körper hat dich nicht vergessen. Ich wünschte, er könnte. Ich habe es damals abgelehnt, einen Geheimhaltungsvertrag zu unterschreiben, weil ich wusste, dass ich dich zur Rechenschaft ziehen würde. Und das habe ich. Hier geht es darum, einen Serienvergewaltiger zu stoppen. Dich."

Weinstein hatte sich zuvor in dem "New York Post"-Interview als großer Förderer von Frauen dargestellt. "Ich habe mehr Filme von und über Frauen machen lassen als jeder andere Filmemacher. Und das vor dreißig Jahren, nicht heutzutage, wo es en vogue ist." Nun werde seine Arbeit vergessen, so Weinstein.

Prozess ab 6. Januar

In einem Statement von 23 Frauen, die Weinstein sexuelle Belästigung vorwerfen, hieß es daraufhin, er versuche erneut, die Gesellschaft zu täuschen. "Wir lehnen es ab, dass dieses Raubtier sein Vermächtnis des Missbrauchs umdeuten kann." Die Schauspielerinnen Ashley Judd und Rosanna Arquette gehören zu den Frauen, die das Statement unterzeichneten.

Zahlreiche Frauen werfen dem ehemaligen Hollywood-Produzenten sexuelle Übergriffe vor. Weinstein bestreitet die Anschuldigungen. Ab 6. Januar muss er sich in New York unter anderem wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Weinstein droht eine lebenslange Gefängnisstrafe, sollte er in dem Vergewaltigungsprozess schuldig gesprochen werden.

Auf zivilrechtlicher Ebene hingegen scheint er mit einem blauen Auge davonzukommen. Wie die "New York Times" berichtete, einigte er sich mit Dutzenden Klägerinnen auf einen Vergleich. Eine Versicherung seines insolventen Filmstudios wird demnach 25 Millionen US-Dollar an Entschädigung unter den Frauen verteilen. Ein Schuldeingeständnis sei dies jedoch nicht, hieß es. Auch eine Entschuldigung Weinsteins ist nicht Teil des Deals.

Quelle: ntv.de, vpr/spot