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"Als ob sie nicht existieren" Tarantino giftet gegen Streaming-Filme

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Im vergangenen Jahr hatte sich die Regielegende noch "Marvel"-Filme vorgeknöpft.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

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Das Kino ist eine der kulturellen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts. So wurde auch Quentin Tarantino noch (künstlerisch) sozialisiert. Von Streaming-Streifen hält er recht wenig. In einem Interview sagt er das sehr deutlich - und teilt auch gegen Schauspieler Ryan Reynolds aus.

Wenn irgendetwas oder irgendjemand seinem geliebten Kino schaden könnte, versteht "Pulp Fiction"-Regisseur Quentin Tarantino keinen Spaß. Das hat er nun einmal mehr in einem Interview mit der US-amerikanischen Branchenseite "Deadline" unter Beweis gestellt. Tarantino, der gerade vor Ort bei den Filmfestspielen von Cannes ist, sieht vor allem eine Entwicklung in der Filmbranche höchst kritisch: Streamingdienste wie Netflix, Apple TV+ und Co., die selbst Filme produzieren.

Über die Tatsache, dass er nach seinem geplanten zehnten Film mit dem Titel "The Movie Critic" keine Kinofilme mehr drehen will, sagt der 60-Jährige: "Jetzt ist eine gute Zeit dafür. Denn was ist überhaupt noch ein Spielfilm? Ist es nur noch etwas, das sie auf Apple zeigen?" In seinen Augen sei es immens wichtig, dass Filme für das Kino produziert werden und sie dann "irgendwann ins Fernsehen kommen". Viele Streaming-Produktionen hingegen landen entweder nur für eine sehr kurze Zeit exklusiv auf der Leinwand oder sogar direkt auf der Plattform. "Aber diese Filme existieren nicht im Zeitgeist. Es ist beinahe so, als würden sie überhaupt nicht existieren."

Lukrativ seien diese Filme - neben den Streamingdiensten selbst - vor allem für die Schauspielerinnen und Schauspieler: "Ich möchte nicht auf einzelnen herumhacken. Aber anscheinend hat Ryan Reynolds 50 Millionen Dollar für diesen, 50 Millionen Dollar für jenen und 50 Millionen Dollar für den nächsten Netflix-Film verdient. Schön für ihn, dass er so viel Geld macht." Dem Kino würden er und alle anderen Darsteller solcher Filme aber laut Tarantino nicht unbedingt einen Gefallen tun.

Noch im vergangenen Jahr hatten Marvel-Filme den Missmut des Star-Regisseurs auf sich gezogen. Damals betonte er zwar, dass er die Comic-Filme nicht "hasst". Was ihn hingegen frustriere: "Sie scheinen das Einzige zu sein, was gerade gemacht wird. Und sie sind das Einzige, das anscheinend für Begeisterung bei der Fanbase und bei dem Studio, das sie macht, sorgt." Marvel-Filme und deren DC-Pendants ließen derzeit zu wenig Raum für andere Filme, bemängelte Tarantino.

Quelle: ntv.de, mpe/spot

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