Unterhaltung

Deutsche in Tom-Hanks-Film Zwölfjährige für Golden Globe nominiert

imago0106733428h (1).jpg

In "Neues aus der Welt" spielt Helena Zengel an der Seite von Hollywood-Star Tom Hanks.

(Foto: imago images/Cinema Publishers Collection)

Die aus dem Drama "Systemsprenger" bekannte Helena Zengel hat jetzt die Chance, einen Golden Globe als beste Nebendarstellerin zu gewinnen. Die Zwölfjährige drehte mit Tom Hanks den Western "Neues aus der Welt". In dieser Kategorie tritt sie gegen berühmte Kolleginnen an.

Die zwölfjährige Schülerin Helena Zengel aus Berlin ist als Nebendarstellerin in dem Western "Neues aus der Welt" für einen Golden Globe nominiert. Das gab der Verband der Auslandspresse (HFPA) in Hollywood bekannt. In dieser Sparte trifft Zengel unter anderem auf Amanda Seyfried ("Mank") und Olivia Colman ("The Father").

In "Neues aus der Welt" spielt der zweifache Oscar-Preisträger Tom Hanks einen Nachrichtenboten im Jahr 1870, der auf die von Zengel gespielte Waise Johanna trifft, die von einem indigenen Volk großgezogen wurde. Er nimmt das Mädchen in seine Obhut und will sie zu ihren Verwandten bringen. Der Western wurde von Paul Greengrass inszeniert, der auch schon für "Die Bourne-Verschwörung" verantwortlich zeichnete. Zengel gab damit ihr englischsprachiges Debüt.

Helena Zengel hatte vor zwei Jahren mit dem Film "Systemsprenger" den ersten großen Erfolg. In dem Drama, das acht Deutsche Filmpreise gewann, spielte sie ein rebellisches und traumatisiertes Mädchen, das von seiner Mutter in Pflegeeinrichtungen abgegeben wird.

Sie zählt nun zu einer kleinen Gruppe von Kinderstars in der Globe-Geschichte mit Preischancen. 2020 war der damals zwölfjährige Roman Griffin Davis für "Jojo Rabbit" nominiert, 2015 Quvenzhané Wallis - ebenfalls mit zwölf Jahren - für "Annie". Auch Tatum O'Neal ("Paper Moon"), Macaulay Culkin ("Kevin - Allein zu Haus") und Anna Paquin ("Das Piano") holten als Jungstars Nominierungen.

"Unorthodox" heimst zwei Nominierungen ein

Auch die Netflix-Serie "Unorthodox" der deutschen Regisseurin Maria Schrader hat Chancen auf einen Golden Globe: Sie ist als beste Mini-Serie nominiert und in der Kategorie für die beste Schauspielerin. Schrader erzählt in der Serie die Geschichte einer ultra-orthodoxen Jüdin, die vor ihrem Ehemann aus New York nach Berlin flüchtet. Die Hauptrolle spielt die israelische Schauspielerin Shira Haas, die im Rennen für einen Golden Globe als beste Schauspielerin ist.

In den vier Folgen auf Jiddisch, Englisch und Deutsch geht es um Esther ("Esty"), eine Jüdin aus der Religionsgemeinschaft der Satmarer in Brooklyn. Es ist eine Welt mit strengen Glaubensregeln: Frauen müssen sich zum Beispiel die Haare abrasieren und Perücken tragen. Während ihrer Periode dürfen sie nicht von ihren Männern berührt werden. Esty freut sich zunächst auf die Ehe, aber vieles ist anders als erwartet.

Die in New York spielenden Szenen basieren lose auf dem 2012 erschienenen Buch "Unorthodox" von Deborah Feldman. Der Handlungsstrang in Berlin ist dagegen fiktiv. Das Drehbuch stammt von Anna Winger ("Deutschland 83") und Alexa Karolinski ("Oma & Bella"). Regisseurin Schrader ist sowohl als Schauspielerin ("Aimée & Jaguar") als auch als Filmemacherin ("Vor der Morgenröte") bekannt. Die Serie wurde international viel beachtet - die "New York Times" etwa nannte die Emanzipationsgeschichte "atemberaubend".

Das deutsche Politdrama "Und morgen die ganze Welt" von Regisseurin Julia von Heinz schaffte es nicht unter die Nominierten in der Sparte "Bester nicht-englischsprachiger Film". Dort sind unter anderem "Der Rausch" (Dänemark), "Du hast das Leben vor dir" (Italien) und "Wir beide" (Frankreich) im Rennen.

"Mank" und "The Crown" sind Favoriten

Die Filmbiografie "Mank" zählt mit sechs Nominierungen zu den Favoriten im Rennen um die Golden Globes. Auch der Gerichtsthriller "The Trial of the Chicago 7", das Familiendrama "The Father" und das Road-Movie "Nomadland" haben mehrere Gewinnchancen. Bei den Drama-Serien hat "The Crown" ebenfalls sechsmal die Chance auf einen Preis.

Zu den Schauspielern, die auf einen Globe hoffen können, zählen unter anderem Al Pacino, Jason Bateman, Anthony Hopkins, Gary Oldman, Riz Ahmed, TAhar Rahim, Sacha Baron Cohen, Rosamund Pike, Michelle Pfeiffer, Anna Taylor-Joy, Kate Hudson und Frances McDormand.

Die Globe-Trophäen in Form einer goldfarbenen Weltkugel gelten nach dem Oscar als wichtigste Film-Auszeichnung in den USA und werden am 28. Februar in Beverly Hills verliehen. Die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler moderieren die Show. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten.

Traditionell ist die Globe-Gala Anfang Januar der Auftakt der Filmpreis-Saison, die mit der Oscar-Show zwei Monate später ihren Höhepunkt feiert. Wegen der Corona-Pandemie wurden beide Preisverleihungen verschoben, die Oscars sind nun für Ende April geplant.

Quelle: ntv.de, nan/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.