Kino

Mit Woody, Buzz und Caboom! "Toy Story 4" - nichts als Müll?

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Auf in ein neues Abenteuer - die "Toy Story"-Stars sind zurück.

(Foto: Disney / Pixar)

Diese dauernden Sequels nerven! Oder? Zumindest die Animationsschmiede Pixar hatte dabei bisher ein gutes Händchen, egal, ob es um "Die Unglaublichen 2", "Findet Dorie" oder die "Toy Story"-Fortsetzungen geht. Ändert sich das nun mit dem vierten Abenteuer von Woody, Buzz und Co?

Hollywood fällt einfach nichts mehr ein. Oder es traut sich nichts mehr. Den Vorwurf gibt es angesichts der Massen an Sequels, Neuverfilmungen und Spin-Offs, die sich auf einem bereits erfolgreichen Franchise ausruhen, schon seit Langem.

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Auch der Disney-Konzern und die ihm inzwischen einverleibte Kult-Animationsschmiede Pixar machen da keine Ausnahme. Entweder haut das Film-Imperium Neu- oder Realverfilmungen von Klassikern wie "Das Dschungelbuch", "Die Schöne und das Biest" oder soeben erst "Der König der Löwen" raus. Oder es setzt auf Fortsetzungen von Erfolgsstreifen wie "Findet Nemo" ("Findet Dorie"), "Cars" ("Cars 2" und "Cars 3: Evolution"), "Die Monster AG" ("Die Monster Uni") und "Die Unglaublichen" (Die Unglaublichen 2").

Noch nicht totgeritten

Auch "Toy Story", der Mutter aller Pixar-Filme, die 1995 als erster reiner Computerstreifen das Animationsgenre revolutionierte, wurden 1999 beziehungsweise 2010 schon zwei Sequels spendiert. Der kleine, aber feine Unterschied zur sonstigen Abklatschschwemme, die seit Jahren über die Kinos hereinbricht, ist: Bis auf einige wenige Ausreißer wie im Falle von "Cars" konnte Pixar mit seinen Fortsetzungen bislang durchaus überzeugen.

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Caboom! Seine Rolle ist auch nicht ganz unwichtig.

(Foto: Disney / Pixar)

So war die Geschichte von den zum Leben erweckten Spielzeugen auch in "Toy Story 2" und "3" noch nicht totgeritten. Im Gegenteil: Publikum und Kritiker bejubelten die neuen Abenteuer von Cowboy Woody, Space-Ranger Buzz Lightyear und ihren Kumpanen gleichermaßen. Und so kommt es, wie es kommen musste: Mit "A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando" ereilt uns nun der vierte Aufguss mit den Kinderzimmer-Helden.

Neuzugänge vor und hinter der Kamera

Doch was soll man sagen? Auch bei diesem Film will man von der Spielzeugbrigade so gar nicht müde werden. Nach John Lasseter, der bei den beiden ersten Teilen Regie führte, und Lee Unkrich bei "Toy Story 3" übernimmt nun mit Josh Cooley abermals ein neuer Regisseur die Verantwortung.

Und noch ein paar Neuzugänge sind mit von der Partie - allerdings vor der Kamera. Da wären etwa der tollkühne Motorrad-Stuntman Duke Caboom mit Evel-Knievel-Attitüde, die Miniatur-Polizistin Giggle McDimples der Marke "Klein, aber oho" oder aber der Resterampen-Kamerad Forky, der aus ein paar Abfällen zusammengewürfelt zum Spielzeug mutiert. Tatsächlich ist die Figur mit dem Körper einer Plastikgabel der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte.

Eine Plastikgabel mit Identitätskrise

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Gestatten, der Star des Streifens: Forky.

(Foto: Disney / Pixar)

Denn Forky hat ein echtes Selbstwertproblem. Mit seiner neuen Rolle als Lieblingsspielzeug der kleinen Bonnie kommt er so gar nicht zurecht, ist er doch davon überzeugt, nach wie vor nichts als Müll zu sein. Als Bonnies Familie mit ihrem Wohnmobil einen Ausflug macht, nutzt er die Gelegenheit, um auszubüxen und sich aus der Umklammerung seiner Besitzerin und Schöpferin, die ihn im Bastelunterricht zusammengesetzt hat, zu befreien. Woody und Co ahnen, dass er damit Bonnie das Herz bricht. Also machen sie sich auf, Forky wieder aufzustöbern und zurückzubringen.

Klar, dass das kein leichtes Unterfangen wird. Auf der Suche nach dem Spielkameraden mit der Identitätskrise lauern so einige Gefahren. Die größte ist die Puppe Gabby Gabby, die ihr Dasein seit vielen Jahren in einem Antiquitätengeschäft fristet und hinter ihren großen Kulleraugen einen teuflischen Plan schmiedet ...

Liebevoll altbacken

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Wer hat Angst vor Gabby?

(Foto: Disney / Pixar)

Zu den Stars im englischen Original gehören auch die, die die auf der Leinwand nicht zu sehen sind. So verleihen etwa - wie schon in den "Toy Story"-Filmen zuvor - erneut Tom Hanks und Tim Allen Woody beziehungsweise Buzz Lightyear ihre Stimmen. Keanu Reeves feiert dagegen als Duke Caboom sein Debüt in der Filmreihe. Im Deutschen zählen dagegen unter anderem Michael "Bully" Herbig und Michi Beck von den Fantastischen Vier zu den Synchronsprechern.

Galt das "Toy Story"-Original seinerzeit noch als die höchste Verheißung der Animationskunst, kommt "A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando" geradezu liebevoll altbacken daher - in einer Zeit, in der das "Der König der Löwen"-Remake beinahe fotorealistisch anmutet. Dem Charme des Streifens, der vor witzigen Einfällen und Hingebung zu seinen Protagonisten aus der Spielzeugkiste oder aber dem Abfalleimer nur so strotzt, tut das jedoch keinen Abbruch. Nein, mit Müll hat die Erzählung von Forky nichts zu tun, aber mit großem Kino.

"A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando" läuft ab sofort in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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