Politik

"Masturbierender Oberschüler" Hugh Grant wettert gegen Boris Johnson

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Im wahren Leben ein Freund klarer Worte: Schauspieler Hugh Grant.

(Foto: dpa)

"Hau ab, du überschätztes Gummi-Badespielzeug." Schauspieler Hugh Grant kann mit dem britischen Premierminister Johnson überhaupt nichts anfangen. Auf Twitter beschimpft er den Tory-Chef wüst. Zuvor verordnete dieser dem Parlament eine Zwangspause.

Der britische Schauspieler Hugh Grant hat den neuen Premierminister seines Heimatlandes, Boris Johnson, mit harschen Worten kritisiert. "Du wirst die Zukunft meiner Kinder nicht versauen. Du wirst die Freiheiten nicht zerstören, die mein Großvater in zwei Weltkriegen verteidigt hat", schrieb Grant auf Twitter als Reaktion auf einen Tweet von Johnson.

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"Hau ab, du überschätztes Gummi-Badespielzeug", schmetterte der Schauspieler in Richtung des Staatschefs. Großbritannien sei von Johnson und seiner "kleinen Gang masturbierender Oberschüler" angewidert, so Grant.

Johnson ist seit Ende Juli britischer Premierminister und Nachfolger von Theresa May. Jüngst sorgte seine Entscheidung für große Empörung, dem Unterhaus eine viereinhalb Wochen lange Zwangspause aufzuerlegen. Während Johnson den Austritt Großbritanniens aus der EU am 31. Oktober notfalls ohne Austrittsabkommen durchziehen will, wehrt sich eine Mehrheit der Parlamentarier gegen diesen Plan. Kritiker sehen in der Zwangspause den Versuch, das Parlament außen vor zu lassen.

Die oppositionelle Labour-Partei sprach am Mittwoch von einem "Putsch gegen das Parlament", Parlamentspräsident John Bercow von einem verfassungsrechtlichen Skandal. Seit Bekanntwerden der Regierungspläne unterzeichneten mehr als 1,5 Millionen Bürger eine Online-Petition, die Suspendierung des Parlaments zu stoppen. Am Mittwochabend versammelten sich Hunderte Menschen spontan vor dem Parlament und machten ihrem Unmut Luft. "Schämt euch" und "Stoppt den Putsch", riefen die Brexit-Gegner.

Sommerpause endet nächsten Dienstag

Bislang strebt die oppositionelle Labour-Partei eine Notfall-Debatte kommende Woche im Parlament an. Der Handels-Experte der Partei, Barry Gardiner, sagte dem Sender Sky, dies könnte den Weg zu einem Gesetz gegen einen Brexit ohne Vertrag öffnen. Der Labour-Haushälter John McDonnell erklärte in einer Rede, Labour behalte sich ein Misstrauensvotum vor und würde eine Neuwahl des Parlaments begrüßen. Die Abgeordneten treten nächsten Dienstag nach der Sommerpause wieder zusammen.

Auf Wunsch der Regierung soll dann frühestens am 9. und spätestens am 12. September eine weitere Sitzungspause beginnen, die bis zum 14. Oktober verlängert wurde. Widerstand gegen Johnson regt sich auch in dessen konservativer Partei. Der Vertreter der Regierung im Oberhaus, George Young, trat aus Protest gegen den Kurs des Premierministers von seinem Amt zurück.

Der konservative Abgeordnete Ken Clarke mutmaßte, Johnson lege es bewusst auf ein Misstrauensvotum an. "Boris bereitet sich offenkundig auf eine Wahl vor." Er wolle im Stile von USA-Präsident Donald Trump eine Abstimmung nach dem Motto "Das Volk gegen Ausländer".

Backstop bleibt Blockade-Grund

Bislang lehnt eine schmale Mehrheit im Parlament einen Brexit ohne Vertrag ab, da in dem Fall mit massiven wirtschaftlichen Rückschlägen gerechnet wird. Die EU weigert sich allerdings, den mit Johnsons Vorgängerin May ausgehandelten Brexit-Vertrag wieder aufzuschnüren. Das ist jedoch das ausdrückliche Bestreben Johnsons.

In Berlin erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel, sie warte auf neue britische Vorschläge zum sogenannten Backstop. Dabei geht es um die Ausgestaltung der Grenze zwischen Irland und dem britischen Nordirland. Johnson und eine Parlamentsmehrheit lehnen die Backstop-Vereinbarungen im Brexit-Vertrag ab.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts

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