Politik

"Und jetzt alle zusammen" Was man Armin Laschet jetzt wünscht

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Auch wenn das Bild von 2015 ist - die Bundeskanzlerin kann wieder beruhigt durchatmen.

(Foto: imago images/Future Image)

Von Vorfreude auf die gemeinsame, konstruktive Arbeit über Vorhaltungen, was er in der Vergangenheit alles versäumt hat bis hin zu offenen Anfeindungen - der neue CDU-Parteivorsitzende hat seit gestern eine Menge Lesematerial erhalten. Eine Auswahl.

Nachdem sich nun alle ausgiebig über Friedrich Merz ausgelassen oder Gedanken gemacht haben, ist fast in Vergessenheit geraten, wer da gestern den Parteivorsitz "gewonnnen" hat: Armin Laschet. Dabei haben Kollegen aus allen politischen Lagern dem zukünftigen Partei-Chef etwas zu sagen, allen voran twitterte die Bundeskanzlerin: "Herzlichen Glückwunsch, lieber Armin Laschet, zu Deiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit."

Die scheidende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer übergibt den Staffelstab mit folgenden Worten auf Twitter: "Herzlichen Glückwunsch an Armin Laschet zur Wahl als unserem Vorsitzenden. Danke an Friedrich Merz und Norbert Röttgen für den fairen Wettbewerb. Und jetzt alle zusammen für unsere Union und unser Land."

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Der Vorsitzende und sein (knapper) Vize: Laschet und Spahn.

(Foto: REUTERS)

Auch der Bundesgesundheitsminister, der vor der Wahl noch ein kleines bisschen zu viel Werbung für seinen Team-Partner, dessen Stellvertreter er nun sein wird, machte, findet warme Worte: "Herzlichen Glückwunsch, Armin Laschet, und herzlichen Dank für die Wahl zum stv. Parteivorsitz. Jetzt gilt es: Gemeinsam für unser Land und für unsere CDU!", schrieb Jens Spahn auf Twitter.

Wer welche Rolle einnimmt

Bei CSU-Chef Markus Söder wird es etwas ausführlicher: "Herzlichen Glückwunsch, Armin Laschet. Freue mich auf unsere Zusammenarbeit! Gemeinsam werden wir die Erfolgsgeschichte der Union fortschreiben." Und: "Armin Laschet und ich werden, da bin ich ganz sicher, für alle weiteren Fragen, die mal anstehen, eine gemeinsame, kluge und geschlossene Lösung finden." Darauf antwortet Laschet dann auch in der ZDF-Sendung "Was nun...?": "Wir werden im April gemeinsam einen Kanzlerkandidaten finden." Und in der ARD ergänzt er in der Sendung "Farbe bekennen": "Die Geschichte der CDU war meist erfolgreich, wenn auch der CDU-Vorsitzende bereit war, Kanzlerkandidat zu sein." Und weiter: "Kabinettsumbildung war kein Thema. Wir werden in den nächsten Wochen sprechen, in welcher Weise auch alle die, die ihn unterstützt haben, sich wiederfinden in der Partei, und welche Rolle er dann einnimmt."

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Die meisten freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Armin Laschet.

(Foto: imago images/APress)

Der Vollständigkeit halber für alle, an denen das gestern vorübergegangen sein sollte, seien hier auch noch einmal die Tweets des Mitbewerbers Friedrich Merz zitiert: "Ins Präsidium wären bei meiner Bewerbung noch weniger Frauen gewählt worden. Ich habe mich deshalb entschlossen, zugunsten der Frauen auf eine Kandidatur zu verzichten. Dem neuen Parteivorsitzenden Armin Laschet habe ich aber angeboten, in die jetzige Bundesregierung einzutreten und das Bundeswirtschaftsministerium zu übernehmen." Darauf folgte in Lichtgeschwindigkeit die Antwort von Regierungssprecher Seibert: "Die Bundeskanzlerin plant keine Regierungsumbildung."

Die Reaktionen auf Merz Vorstoß ließen nicht lange auf sich warten: "Es ist falsch, dass der unterlegene Bewerber auf ein Parteiamt nun ein Staatsamt verlangt", so Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, CDU, in den "Lübecker Nachrichten".

"Hört sich nach Erpressung an"

Ein Staatsamt "in der jetzigen (!) Bundesregierung. Hört sich das nur in meinen Ohren irgendwie nach Erpressung an? Ein Angebot, dass Laschet nicht ablehnen kann ..." echauffiert sich auch die Vizepräsidentin des Europaparlaments, Katarina Barley, auf Twitter.

Doch weiter mit den Gratulationen: "Ich gratuliere Armin Laschet zum CDU-Vorsitz! Das ist eine große Aufgabe mit großen Vorgängerinnen & Vorgängern. Ich wünsche ihm dafür ein glückliches Händchen. Dieses Jahr hat es in sich und wird eine Herausforderung für uns alle. Glück auf sagt man bei uns dazu - alles Gute", twittert SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, und SPD-Chefin Saskia Esken ergänzt auf gleichem Wege: "Glückwunsch an Armin Laschet und gutes Gelingen in der großen Aufgabe, die vor ihm liegt: Die CDU zusammenzuführen. In der Koalition steht mit der Bewältigung von Corona eine Herausforderung an, die keinen weiteren innerparteilichen Wettbewerb der Konservativen verträgt." Eskens Co-Chef Norbert Walter-Borjans gratuliert ebenfalls: (...) Wir werden ihn angesichts wichtiger Themen, die bis zum Ende der Legislaturperiode auf der TO (Tagesordnung, Anm.d. Red.) stehen, beim Wort nehmen. Konstruktiv und, wo nötig, in sachlich-hartem Ringen um den besten Weg für die Menschen."

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So sehen Sieger aus: Laschet am Samstag nach seiner Rede vor der Wahl zum Parteivorsitz.

(Foto: imago images/sepp spiegl)

"Auf so gute Zusammenarbeit und so sportlichen Wettbewerb als Bundesvorsitzende wie wir beides als NRW-Landesvorsitzende früher schon hatten", wünscht sich der FDP-Vorsitzende Christian Lindner via Twitter die gemeinsame Zukunft, und FDP-Fraktionsvize Michael Theurer lässt ausrichten: "Mit Herrn Laschet als CDU-Chef ist Schwarz-Gelb und damit eine wirtschaftsfreundliche Politik für die hart arbeitende Mitte der Gesellschaft auch auf Bundesebene möglich. Dazu muss Herr Laschet aber bei der Kanzlerkandidatur zugreifen und eine innerparteiliche Zerreißprobe durch einen Kanzlerkandidaten Söder verhindern."

"Gottes Segen"

Klingt ein bisschen enttäuscht - der FDP-Generalsekretär Volker Wissing: "Die Nichtwahl von Friedrich Merz unterstreicht den schleichenden Bedeutungsverlust der Wirtschafts- und Finanzpolitik innerhalb der CDU." Freundlicher klingt da schon der Tweets der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt: "Herzlichen Glückwunsch an Armin Laschet. Gottes Segen. Und dann Vorfreude auf eine spannende Auseinandersetzung." Und auch die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock sendet Glückwünsche: "(...) Es wird ein spannender politischer Wettbewerb um die Frage, welche Kraft unser Land mutig, entschlossen, mit neuem Schwung aus der Krise führt."

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Das ist übrigens die Familie des CDU-Mannes: die Kinder Julius, Eva und Johannes, Ehefrau Susanne (2.v.l.)

(Foto: imago images/Future Image)

Hier eine eher zweifelnde Stimme: "Mit Laschet hat die CDU nun einen neuen Parteivorsitzenden, aber noch lange keinen Kanzlerkandidaten. Egal, wer dann das Rennen um CDU-Kanzlerkandidatur gewinnt, die CDU wird nicht bereit sein, die Weichen so stellen, dass wir gerecht aus der Krise kommen", so Linken-Vorsitzende Katja Kipping." Ein weiterer Mahner: "Gut, dass sich eine Verwässerung nach Rechts in der Union nicht durchgesetzt hat. Die Union führt seit 15 Jahren die Bundesregierung und verantwortet somit maßgeblich die tiefe Spaltung unserer Gesellschaft", merkt Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch auf Twitter an. Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger führt dann auch gleich ein paar Fehler auf: "Die CDU setzt auf planlos. Erst hat Laschet das Krisenmanagement in NRW in den Sand gesetzt und jetzt soll er die CDU durch die Krise führen. Laschet geht völlig ohne politischen Kompass ins Wahljahr: Einsatz gegen Rechtsextremismus? Fehlanzeige. Regulierung der Fleischkonzerne? Fehlanzeige."

Über die Deutsche Presse-Agentur richtet sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt an Laschet: "Alles Gute und Gottes Segen. Vor uns liegt ein Jahrzehnt der Transformationen, wir wollen als CDU und CSU gemeinsam dieses Jahrzehnt prägen und Deutschland an der Spitze halten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Ein herzliches Dankeschön an Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie hat mit ihrem persönlichen Einsatz eine neue Einheit zwischen CDU und CSU möglich gemacht."

"Jetzt kommt die schwierigste Aufgabe"

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil gratuliert auf Twitter: "Glückwunsch an Armin Laschet zur Wahl zum Vorsitzenden der Konservativen. Wir tragen in der Koalition gemeinsam die Verantwortung, das Land durch diese Pandemie zu bringen." Anerkennung auch vom Ex-SPD-Parteichef Sigmar Gabriel: "Gewinner des Parteitages ist die CDU: absolut professionelles Image, gelungene digitale Organisation & drei politische Schwergewichte zur Auswahl: Da kann man nur gratulieren. Aber als Sozialdemokrat weiß ich: Jetzt kommt die schwierigste Aufgabe: bei Gegenwind zusammenhalten."

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Auch die AfD ließ es sich nicht nehmen, sich zu den Vorgängen bei der CDU zu äußern. "Mit der Wahl von Armin Laschet hat sich die CDU endgültig für den politischen Lockdown entschieden. Freiheitlich-Konservative können nur noch in der AfD eine politische Heimat finden", findet Fraktionschefin Alice Weidel. Der Parteivorsitzende Tino Chrupalla bläst ins gleiche Horn. "Mit Armin Laschet nimmt die CDU Kurs auf eine Koalition mit den Grünen. Damit ist die AfD endgültig die einzig verbliebene liberal-konservative Kraft in Deutschland." Und: "Schlechte Nachrichten für Deutschland: Jetzt wird weitergemerkelt", so der AfD-Co-Vorsitzende Jörg Meuthen zu den CDU-News.

"Die Industrie gratuliert Armin Laschet und fordert den neuen CDU-Vorsitzenden auf, sich ab sofort für notwendige Investitionen und Weichenstellungen am Standort einzusetzen, " gratuliert BDI-Präsident Siegfried Russwurm, und DGB-Chef Reiner Hoffmann äußerst sich in der "Welt": "Wir wissen, dass der neue Vorsitzende die Sozialpartnerschaft und starke Gewerkschaften als zentrale Säulen unserer Demokratie anerkennt und die Sicherung der Beschäftigung und die Wahrung der Arbeitnehmerrechte in Deutschland für ihn oberste Priorität haben."

Quelle: ntv.de, soe/ dpa