Politik

Armin Laschet bei ntv "Söder und ich finden gemeinsamen Vorschlag"

Was er dachte, als Friedrich Merz ihm vorschlug, ihn zum Wirtschaftsminister zu machen, will Armin Laschet nicht verraten. "Die Gedanken sind frei", das sei ein altes deutsches Lied. Die K-Frage will er im Einvernehmen mit Markus Söder klären.

Der neu gewählte CDU-Vorsitzende Armin Laschet will die Frage der Kanzlerkandidatur im Frühjahr gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder entscheiden. Im Interview mit ntv sagte Laschet, entscheidend werde sein, "dass wir den erfolgreichen Kurs der Mitte dann auch fortsetzen". Die Aufgaben für die nächste Kanzlerschaft würden allerdings "in eine ganz schwere Zeit fallen - mit Wirtschaftsproblemen, mit Haushaltsproblemen, Europa zusammenhalten; also da beginnt was Neues".

Die Gespräche zwischen CDU und CSU würden "auf Augenhöhe" geführt, "das ist der Charakter der Union", sagte Laschet. "Aber natürlich hat der Vorschlag der CDU ein gewisses Gewicht." Er fügte hinzu: "Ich bin sicher, Markus Söder und ich werden einen gemeinsamen Vorschlag finden."

Wer Bundesvorsitzender der CDU werde, "muss auch bereit sein, dieses Amt zu machen", sagte Laschet mit Blick auf die Kanzlerschaft. Die Zeit, in der man wie einst Gerhard Schröder am Zaun des Kanzleramts gerüttelt und "Ich will da rein" gerufen habe, die sei vorbei. Es gehe um die Frage: "Wie finden wir einen guten Weg, dass nach 16 Jahren CDU-Kanzlerschaft der Nachfolger wieder aus der CDU kommt. Das muss gemeinsam besprochen werden."

"Ich habe um Merz geworben"

Er habe sich gewünscht, dass Friedrich Merz für das CDU-Präsidium kandidiert, sagte Laschet. "Der Platz wäre da gewesen. Ich habe ihn gebeten, das zu machen. Er hat sich anders entschieden, das respektiere ich."

Merz hatte sich nach seiner Niederlage auf dem CDU-Parteitag als Wirtschaftsminister ins Spiel gebracht - im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auf Twitter hatte Merz erklärt, er habe Laschet "angeboten, in die jetzige Bundesregierung einzutreten und das Bundeswirtschaftsministerium zu übernehmen". Ein Regierungssprecher erklärte umgehend, die Kanzlerin plane keine Regierungsumbildung.

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Über die Unterredung mit Merz wollte Laschet nichts sagen, er berichte nicht aus persönlichen Gesprächen, sagte er. "Ich habe jedenfalls um ihn geworben." Nun werde man über andere Formen nachdenken, "wie er weiter Rat geben kann", so Laschet.

Auf den Hinweis, dass Merz ja aus diesem Gespräch berichtet habe, sagte Laschet: "Ich habe ihm erklärt, das wir heute einen CDU-Parteitag haben." Es sei heute nicht um Regierungsumbildungen, sondern um die Neuaufstellung der CDU gegangen. Das müsse man "sauber trennen: Die Partei stellt sich auf und die Bundesregierung macht ihre Arbeit". Auf die Frage, was er gedacht habe, als Merz ihm diesen Vorschlag unterbreitet habe, lächelte Laschet und sagte: "Die Gedanken sind frei", das sei "ein altes deutsches Lied".

Quelle: ntv.de, hvo