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Warnung vor Kunststoffen Bambusbecher sind nicht wirklich bio

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Mehrweg-Becher im Einsatz: Besonders bei heißen Produkten können Kunststoffe in die Lebensmittel geraten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wer Geschirr aus Rohstoffen wie Bambusfaser oder Maismehl bevorzugt, tut sich nicht unbedingt etwas Gutes. So enthalten Mehrweg-Becher große Mengen an Kunststoffen. Melamin etwa gelangt in die Lebensmittel. Bei mehrfacher Nutzung steigt die Menge sogar gefährlich an.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt vor Bechern, Tellern oder Schüsseln aus vermeintlich natürlichen Rohstoffen wie Bambusfasern oder Maismehl: "Gesundheitlich bedenkliche Mengen" der Kunststoffe Melamin und Formaldehyd könnten in die Lebensmittel gelangen, teilte die Behörde mit. "Besonders bedenklich ist, dass die Übergänge von Melamin in die jeweiligen Lebensmittel bei mehrfacher Nutzung der Produkte sogar ansteigen", sagte BVL-Präsident Helmut Tschiersky.

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Die schädlichen Kunststoffe gelangen schnell in die Lebensmittel.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Behörde untersuchte im vergangenen Jahr 56 Bedarfsgegenstände aus natürlichen Rohstoffen. Fast alle enthielten Kunststoffe wie Melamin-Formaldehyd-Harze. Bei höheren Temperaturen - wenn etwa heiße Getränke wie Kaffee oder Tee eingefüllt oder Speisen in der Mikrowelle erhitzt werden - können Melamin und Formaldehyd in Lebensmittel übergehen.

In einem Viertel der Proben wurde der spezifische Migrationsgrenzwert für Melamin überschritten, in elf Prozent der Proben für Formaldehyd, teilte das BVL mit. Die höchsten Werte lagen um das Vierfache bei Melamin und um das Neunzehnfache bei Formaldehyd über den spezifischen Grenzwerten.

9000 Lebensmitteluntersuchungen im Jahr sind Vorschrift

Das BVL koordiniert die Lebensmittelüberwachung in Deutschland, die Aufgabe der Bundesländer ist. Sie kontrollieren Betriebe, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten, transportieren und handeln. Zudem werden Lebensmittel, Kosmetik und Bedarfsgegenstände auf gesundheitlich nicht erwünschte Stoffe untersucht - vorgeschrieben sind jährlich 9000 Lebensmitteluntersuchungen, 500 Untersuchungen an kosmetischen Mitteln und 500 an Bedarfsgegenständen.

Schwerpunkte 2018 waren etwa auch Hygienemängel in Großküchen und antibiotikaresistente Keime auf Putenfleisch.

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Quelle: n-tv.de, yla/AFP

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