Ratgeber

Mehr Geld fürs Geld Treppenstrategie für höhere Zinsen

Wann endet die Niedrigzinsphase? Privatleuten vergeht so langsam der Spaß am Sparen. Viele zögern in Erwartung steigender Zinsen, ihr Geld langfristig festzulegen. Doch wer auf das sogenannte "Treppensparen" setzt, braucht das richtige Timing nicht zu fürchten.

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Wer sichere Renditen und Flexibilität in so einem Umfeld verbinden möchte, sollte auf die sogenannte Treppenstrategie setzen.

(Foto: imago/McPHOTO)

Zinsen für das Tagesgeldkonto? Kaum erwähnenswert. Langfristige Festgeldanlagen? Bei einer Laufzeit von fünf Jahren gibt es gerade einmal 2,2 Prozent Zinsen – beim besten Anbieter. Viele Sparer fragen sich: Wohin mit dem Geld? Und in der Hoffnung einer baldigen Zinsw ende auch, für wie lange? Zumeist gilt: Je länger der Kunde sein Geld anlegt, desto mehr Zinsen bekommt er. Allerdings muss bei sehr langen Laufzeiten bedacht werden, dass die Zinsen in dem Zeitraum auch wieder steigen können. Dann ist das Geld der Sparer aber gebunden und steht nicht für lukrativere Angebote zur Verfügung.

Sollte in diesem Zeitraum auch noch die Inflationsrate steigen, droht dem Anleger sogar ein Verlust. Denn wenn der nominale Zinssatz unter der Inflationsrate liegt, frisst die Inflation die Rendite auf. Der Realzins wird negativ, der Sparer macht einen Verlust.

Doch der Sparer erleidet nicht nur dann einen Wertverlust, wenn der von der Notenbank festgesetzte Leitzins wie derzeit nahe null ist. Historisch kommt dies tatsächlich häufiger als erwartet vor. Nach Berechnungen der Bundesbank waren die Zinsen für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist in der Zeit von 1967 bis heute in mehr als der Hälfte der untersuchten Zeiträume negativ.

Guter Rat ist also teuer. Wer sichere Renditen und Flexibilität in so einem Umfeld verbinden möchte, sollte daher auf die sogenannte Treppen­strategie setzen, wie die Stiftung Warentest rät. Der zur Verfügung stehende Anlagebetrag wird bei diesem Anlageansatz aufgeteilt. Möchte ein Sparer beispielsweise 10.000 Euro anlegen, teilt er diese Summe in Tranchen von jeweils 2000 Euro. Dann legt er jeden Teil­betrag unterschiedlich lange fest. Hier sind Lauf­zeiten zwischen einem und fünf Jahren sinn­voll.

Werden nach zwölf Monaten die ersten 2000 Euro fällig, legt der Sparer sie zu den dann gültigen Konditionen für fünf Jahre fest. Sind die Zinsen in der Zwischen­zeit gestiegen, erwirt­schaftet das wieder neu angelegte Geld bereits bessere Renditen. Steigen die Zinsen in den Folge­jahren weiter, wachsen Schritt für Schritt auch die übrigen Erträge des Anlegers. Mit den anderen jeweils freigewordenen Tranchen verfährt der Anleger genauso. Bei sinkenden Zinsen riskieren Sparer mit dieser Strategie zwar Verluste - diese aber werden durch die Aufteilung der Anlagesumme begrenzt.

Tagesgeld im Vergleich

Festgeld im Vergleich

Quelle: n-tv.de, awi