Ratgeber

Heiteres Halloween? Wenn der Streich in die Hose geht

34973722.jpg

Ob Streiche auch lustig sind, liegt immer im Auge des Betrachters.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das meiste, was zu Halloween an Streichen ausgeheckt wird, ist harmlos und wirkt im schlimmsten Fall auf Erwachsene etwas lahm. Wird der Scherz aber übertrieben und sorgt für Schaden, ist Schluss mit lustig. Das sollten Sie und Ihr Nachwuchs beachten.

Es ist ja immer so eine Sache mit dem Brauchtum, nicht allen gefällt es. Ist dieses dann auch noch importiert, hört für viele der Spaß auf. Halloween ist so ein Fall. Kinder sehen das allerdings anders. Bietet sich ihnen doch seit einigen Jahren regelmäßig am 31. Oktober die Möglichkeit, sich gruselig zu verkleiden und gemeinsam mit Gleichgesinnten horrende Mengen an Süßigkeiten zu erbetteln. Ein Fest. Noch dazu, wenn die Zucker- und Schminke-Orgie auch noch mit dem einen oder anderen verübten Streich einhergeht.

Erwachsene, die an diesem Tag dazu verdonnert sind, ihre Kinder entsprechend zu kostümieren oder die Grusel-Figuren auf deren Schlachtruf "Süßes oder Saures" hin mit Süßkram zu versorgen, sehen die Sache wahlweise gerührt oder entspannt. Okay, ein paar sind auch genervt und wollen partout nichts rausrücken. Was auch in Ordnung ist.

Wenn der Schabernack aus dem Ruder läuft

Insbesondere auf Letztere reagiert der Nachwuchs dann besonders gerne mit dem einen oder anderen Schabernack. Da wird dann schon mal Zahnpasta oder Schlimmeres an die Türklinke geschmiert oder das Auto mit Toilettenpapier "verziert". Scherze dieser Art sind jedoch als harmlos zu bewerten und wirken im schlimmsten Fall auf Erwachsene etwas lahm.

Wenn allerdings bei den Strafaktionen zu anderen Maßnahmen gegriffen wird, ist dann doch oft Schluss mit lustig. Spätestens aber dann, wenn Schaden entsteht. Beispielsweise wenn Hauswände mit Eiern beworfen, Böller in Briefkästen gesteckt oder Autos zerkratzt werden. Und auch wenn die Kinder mitunter wohl der Meinung sind, dass an Halloween nahezu alles erlaubt ist und sie im Zweifelsfall ihre Verkleidung schützt, handelt es sich bei den genannten Beispielen um Sachbeschädigung. Ungeachtet dessen, ob etwas als Scherz gedacht war.

Und für die muss jemand geradestehen. Ob bei entsprechender Identifizierung die Eltern haften, hängt von drei Faktoren ab: Nämlich dem Alter der Kinder, ob diese mit Vorsatz gehandelt haben und ob die Erwachsenen ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, wie die Versicherungskammer Bayern erklärt. 

Kinder können laut Gesetz bis zu ihrem siebten Geburtstag weder zivilrechtlich noch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Geschädigte bleiben in diesem Fall auf dem Schaden sitzen. Wenn Eltern aber ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, müssen sie für die Schäden aufkommen. Bei einem zerkratzten Auto können sich diese leicht auf mehrere Tausend Euro belaufen. Mit etwas Glück übernimmt die Privathaftpflichtversicherung die Rechnung, zumindest dann, wenn die Schäden nicht vorsätzlich verursacht wurden.

Eltern haften für ihre Kinder?

Sind Kinder älter als sieben Jahre, gehen Gerichte davon aus, dass sie verstehen, welche Konsequenzen ihre Taten haben. Sie gelten damit als deliktfähig. Je älter ein Kind ist, desto mehr Einsichtsfähigkeit wird von ihm erwartet. Dennoch müssen Eltern ihrer Aufsichtspflicht nachkommen und dafür sorgen, dass ihren Sprösslingen selbst oder anderen kein Schaden zugefügt wird.

Dabei müssen Eltern aber ihre Kinder nicht rund um die Uhr überwachen. Wenn Erziehungsberechtigte ihren Nachwuchs an Halloween allein losschicken, ist entscheidend, ob sie die lieben Kleinen ausdrücklich darauf hingewiesen haben, welche Art von Streichen sie spielen dürfen und welche nicht. Wer seine Kinder nicht aufklärt und auch nicht prüft, welche Streich-Utensilien sie dabeihaben, hat seine Aufsichtspflicht verletzt. Wissen Eltern darum, dass ihr Kind nicht altersgemäß entwickelt ist, resultiert daraus eine stärkere Aufsichtspflicht.

Nachbarschaftliche Beziehungen im Auge behalten

Der Spruch "Eltern haften für ihre Kinder" stimmt also nicht immer. Vielmehr haften sie dann, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Dies muss dann aber der Geschädigte beweisen.

Unstrittig ist aber, dass Scherze, die objektive Gefahren bergen, wie beispielsweise solche, die mit Feuer, Feuerzeug, Streichhölzern oder echten Messern oder anderen Waffen einhergehen, tabu sind. Eltern tun gut daran, ihre Kinder in aller Dringlichkeit darauf hinzuweisen. Bestehen Zweifel, ob der Hinweis verstanden wurde, sollte der Nachwuchs besser auf der Grusel-Tour begleitet werden. Abgesehen davon, dass hier so Schäden vermieden werden können, ist es sicherlich nicht die schlechteste Idee, bei der Gelegenheit die Belastbarkeit der nachbarschaftlichen Beziehung im Auge zu behalten.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema