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Donnerstag, 17. November 2016

Rendite mit wenig Risiko gesucht: Vermögensverwalter im Härtetest

Wo lassen sich hohe Beträge - trotz schwieriger Zeiten - an den Kapitalmärkten mit Gewinn anlegen? Um das herauszufinden, haben sich n-tv und das Finanzmagazin FOCUS-MONEY auf die Suche nach den besten Bankberatern gemacht. Mit Hilfe eines aufwendigen Tests wurden am Ende 21 Banken ermittelt, die eine herausragende Vermögensverwaltung bieten.

In den Test der Vermögensverwaltungen, den das Münchener Institut für Vermögensaufbau durchführte, bezogen die Tester zunächst die Institute ein, die zu den führenden Häusern in den Regionen Düsseldorf, Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und München zählen.

Darüber hinaus stellten sie weitere Institute auf den Prüfstand,die für FOCUS-MONEY aus fachlichen Gründen von besonderem Interesse sind. Zu dieser Gruppe zählen beispielsweise größere Stadtsparkassen, private Vermögensverwalter und hierzulande vertretene Schweizer Bankiers.

Die Testfall

Insgesamt führte das Institut für Vermögensaufbau (IVA) mit 52 Finanzhäusern von April bis Juli 2016 zahlreiche Beratungsgespräche in den jeweiligen Städten durch. Das IVA setzte sieben dabei verschiedene Testpersonen ein, die über ihre Vermögensverhältnisse und Anlageziele ähnliche Angaben machten. Angeblich standen ihnen nach einer Erbschaft oder einem Immobilienverkauf jeweils 750.000 Euro zur Anlage zur Verfügung.

Da sie sich nicht selbst um die Betreuung ihres Hab und Guts kümmern wollen, wünschen sie eine Vermögensverwaltung durch die Bank. Zudem scheuen sie Verluste und benötigen das Geld auf lange Sicht nicht. Die Rendite nach Kosten und Inflation soll rund drei Prozent betragen. Falls für dieses – in zinslosen Zeiten – anspruchsvolle Renditeziel Risiken eingegangen werden müssen, will sie der potentielle Neukunde akzeptieren.

Keine Ideallösung

Eine Ideallösung für den Testfall gab es nicht. Da die aktuell herrschenden Börsenbedingungen als einmalig gelten, lassen sich aus historischen Daten keine Musterdepots ableiten.

Die besten Vermögensverwaltungen wurden feierlich in der Berliner Bertelsmann-Repräsentanz ausgezeichnet.
Die besten Vermögensverwaltungen wurden feierlich in der Berliner Bertelsmann-Repräsentanz ausgezeichnet.

Selbst Anlagevorschläge mit hohen (eher ertraglosen) Liquiditätsquoten von fast 20 Prozent oder mit hohen (eher riskanten) Aktienquoten von 68 Prozent hielten Andreas Beck, Vorstand des Instituts für Vermögensaufbau, nicht davon ab, das Testat "hervorragend" zu vergeben. Bei solchen Extrempositionen ist eine hohe Beratungsqualität umso dringlicher. Zumal die Mehrheit der gut betuchten Bankkunden heutzutage eher einen Vermögenserhalt als eine Vermögensmehrung wünscht.

Traditionelle Anlagevorschläge überwiegen

Bei einer Durchschnittsbetrachtung der Anlagevorschläge fällt auf, dass die Banken auch in Nullzinszeiten einen traditionellen 50 : 50-Mix empfehlen. Die Anleihenquote lag im Schnitt über alle Banken bei 43,5 Prozent, die Aktienquote bei 42,3 Prozent. Immerhin fast sieben Prozent der 750.000 Euro soll der Testkunde in liquide – und somit ertraglose, aber vor Kursverlusten sichere – Anlageformen investieren.

Aktiv betreute Investmentfonds dominieren

Bei den Produktempfehlungen dominieren aktiv betreute Investmentfonds mit einer durchschnittlichen Gewichtung von 31,8 Prozent. Spesengünstige ETFs erreichen in den Empfehlungen inzwischen schon einen Depotanteil von 19,3 Prozent. Bei einem Anlagevorschlag machte ihr Depotanteil sogar 95 Prozent aus.

Erstaunlich: Am häufigsten findet sich in den Musterdepots ein iShares-ETF auf spanische Staatsanleihen, der deutlich höhere Renditen verheißt als deutsche Staatsanleihen.

Unter den aktiv verwalteten Investmentfonds setzten die Bankberater besonders oft auf den Flossbach von Storch Multiple Opportunities und den Threadneedle Pan European Smaller Companies. Summa summarum empfahlen 38 Vermögensverwalter aktive Investmentfonds und ETFs.

Bei den Aktien dominieren Auslandsaktien. Globale und Emerging-Markets-Aktien kommen auf einen Depotanteil von 22,84 Prozent im Schnitt, Euro-Aktien auf 19,5 Prozent.

Bei den Anleihen raten die Profis häufiger zu kurzfristigen Engagements, die zwar wenig Rendite, dafür aber auch geringe Kursrisiken verheißen: Im Schnitt liegt der Anteil der Euro-Anleihen mit kurzen Laufzeiten bei 17 Prozent. Euro-Anleihen mit langen Laufzeiten kommen auf einen Anteil von knapp 13 Prozent.

Insgesamt bestätigt der diesjährige Test den ausgeprägten Trend zur Verwendung relativ unkomplizierter, klassischer Finanzprodukte wie Einzeltitel, Investmentfonds und ETFs.

Bankhäuser mit ausgezeichneten Leistungen

Immerhin 21 Bankhäuser zeigten beim diesjährigen Test ihrer Vermögensverwaltungen herausragende Leistungen (siehe Tabelle - Banken in alphabetischer Sortierung). Anleger, die jetzt eine beträchtliche Summe anzulegen haben, sind bei den ausgezeichneten Instituten bestens aufgehoben – wenn sie auf vergleichbar kompetente Berater treffen, so die Tester.

Quelle: n-tv.de