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Fauci unterstützt Trumps Plan Corona bringt US-Heiligtum NFL in Gefahr

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Donald Trump besuchte 2011 ein NFL-Spiel der New England Patriots und unterschrieb für Fans auf 100-Dollar-Scheinen - jetzt wird auch die amerikanische Football-Liga durch die Corona-Krise bedroht.

(Foto: imago sportfotodienst)

Donald Trump sehnt sich nach Live-Sport. Der Immunologe Anthony Fauci erklärt nun, wie Geisterspiele in den USA möglich wären. Die Football-Liga NFL wird allerdings immer stärker von der Krise getroffen - in Los Angeles sollen bis 2021 überhaupt keine Großveranstaltungen mehr stattfinden.

Anthony Fauci, medizinischer Berater der US-Regierung und führender Immunologe, sieht in Zeiten der Coronakrise Geisterspiele als einzige realistische Chance, um wieder Profisport in den USA zu ermöglichen. "Es gibt einen Weg, den Sport zurückzubringen", sagte Fauci in der US-Snapchat-Show Good Luck America: "Keine Fans kommen ins Stadion, die Athleten werden in große Hotels gebracht, wo auch immer gespielt werden soll." Dort müssten die Sportler "sehr gut beobachtet und regelmäßig testet werden. Etwa einmal die Woche", führte Fauci aus: "Man muss zusehen, dass es unter den Athleten und deren Familien keine Infektionen gibt - und dann lasst sie die Saison zu Ende spielen."

Dass aber regelmäßige Tests für Sportler bereitstehen, während in den USA die Todeszahlen weiter in die Höhe schnellen und Tests für reguläre Bürger kaum möglich scheinen, dürfte zu gehörigem Widerstand führen. In allen Profiligen ruht derzeit der Spielbetrieb. Die Basketball-Liga NBA pausiert seit dem 11. März, kurz danach zog die Eishockey-Liga NHL nach. Die Baseball-Liga MLB verschob bereits den für Ende März geplanten Saisonstart. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst gesagt, er wünsche sich den Sport zurück und sei es "leid, Baseballspiele zu sehen, die 14 Jahre oder noch älter sind."

Erster NFL-Profi infiziert

Richtig haarig für die Amerikaner würde es aber erst, sollte die Krise bis zum 10. September andauern. Dann nämlich startet die neue Saison der National Football League (NFL), des nationalen Heiligtums. Ligaboss Roger Goodell plant, wie er selbst sagt, auf jeden Fall zu spielen. Allerdings drohen auch in dieser beliebtesten Liga der US-Bürger massive Einschränkungen. Ab dem 20. April dürfen die Teams mit neuen Cheftrainern wieder trainieren, zunächst jedoch nur online. Für die Transferphase hatte die Liga unter anderem Reiseverbote verfügt, um die Risiken in der Corona-Krise zu minimieren. Auch der Draft, die jährliche Talente-Ziehung, vom 23. bis 25. April wird anders als sonst virtuell abgehalten.

Eric Garcetti, Bürgermeister von Los Angeles, betonte zuletzt, er sehe keine Möglichkeit, dass es 2020 noch Großveranstaltungen in seiner Stadt gebe. Dies würde mehrere Teams aus verschiedenen Sportarten betreffen - unter anderem auch das NFL-Team Rams. Deren Center, Brian Allen, ist nun als erster Profi-Footballer positiv getestet worden. Der 24-Jährige fühle sich gut, bestätigte Coach Sean McVay: "Er ist fit und auf dem Weg der Besserung. Er hat uns frühzeitig informiert, somit konnten wir alle notwendigen Schritte schnell in die Wege leiten." Als Sicherheitsmaßnahme würden die Rams dennoch nun ihr Trainingszentrum vorerst schließen.

Die eigentlichen Trainingsgelände der Mannschaften sind wegen der Pandemie derzeit ohnehin noch gesperrt und dürfen erst öffnen, wenn alle 32 Teams in ihren jeweiligen Bundesstaaten die Chance dazu haben. Mitte März war bereits Sean Payton, Headcoach der New Orleans Saints, positiv getestet worden. Payton ist mittlerweile wieder genesen.

NBA abgeschirmt in Las Vegas?

Die NFL beschäftigt sich laut einem Bericht der "Washington Post" nun sogar mit dem Szenario, die Saison wegen der Corona-Krise zu verkürzen. Nach Informationen der Zeitung soll der neue Spielplan um den 9. Mai herum veröffentlicht werden und dabei die Möglichkeit berücksichtigen, dass Partien wegen eines verspäteten Starts in die Saison gestrichen werden müssen. "Der Spielplan wird so gemacht, dass er diese Flexibilität eingebaut hat", zitierte die "Washington Post" eine anonyme Quelle. Die NFL wollte das Szenario nicht bestätigen, teilte der Zeitung aber mit: "Wir werden die Saison weiterhin planen und auf notwendige Anpassungen vorbereitet sein, so wie wir es auch in der Free Agency, beim Draft und nun in der Off-Season sind."

In Los Angeles sind zusätzlich die Basketballer der Lakers zu Hause. Diese zählen mit ihrem Star LeBron James in der NBA zu den Titelkandidaten - genauso wie der Stadtrivale LA Clippers um Kawhi Leonard. Medienberichten zufolge arbeitet die NBA derzeit an Plänen, die Saison fortzusetzen. Diese decken sich wohl mit den Empfehlungen des Immunologen Fauci: In Las Vegas oder auf den Bahamas könnten die Profis abgeschirmt von der Öffentlichkeit ihren Meister ausspielen.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa/sid