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Sportvideos für die Quarantäne Dirk Nowitzki weint lieber alleine

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Gut, dass sich Dirk Nowitzki doch wieder nach draußen gewagt hat. Sonst hätte er die Ehrung als wertvollster Spieler der NBA Finals verpasst.

(Foto: REUTERS)

Der Livesport steht still, die Coronavirus-Krise stoppt die Ligen, Wettkämpfe sind abgesagt. Auf Sport aus dem TV muss trotzdem niemand verzichten, schließlich gibt es Aufzeichnungen von historischen Ereignissen. Heute: Dirk Nowitzki erreicht das Ziel seiner Träume.

"Eigentlich wollte ich für die Trophäe gar nicht wieder rauskommen, aber die Jungs haben mich überredet." Dirk Nowitzki hatte gerade den größten Triumph seiner Karriere errungen. Doch anstatt seinen Mitspielern um den Hals zu fallen, ergriff er am 12. Juni 2011 die Flucht. Während die letzten Sekunden der NBA Finals herunterlaufen und die anderen Dallas Mavericks ihre Hände in die Luft werfen, klettert Nowitzki über einen Tisch am Spielfeldrand.

Als die Uhr auf Null springt und der Buzzer ertönt, ist der 2,13-Meter-Mann schon im Kabinengang angekommen. "Ich habe ein bisschen geweint, war ein bisschen emotional", sagt er hinterher, als er aus der Einsamkeit der Umkleide in den Trubel auf dem Basketball-Feld zurückgekehrt ist. "Ich brauchte einen Moment", erzählt er. Einen Moment, um allein zu sein.

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Niemand soll sehen, wie der 32-Jährige vor Freude weint. Weil er endlich am Ziel angekommen ist, endlich NBA-Champion ist. Das 105:95 bei den Miami Heat ist der entscheidende vierte Sieg. Zum ersten Mal krönen sich die Mavericks zum Meister der besten Basketball-Liga der Welt, mit Nowitzki als bestem Spieler.

Der in den 21 Spielen der Playoffs 582 Punkte erzielt, mehr als alle anderen. Der trotz einer gerissenen Sehne im linken Mittelfinger und eines Infekts sein Team als Außenseiter zum Titel trägt. Der in den letzten Sekunden "spürt, dass die Tränen kommen" und sich deshalb in die Abgeschiedenheit der Gästekabine zurückzieht, um kurz für sich zu sein. Die Kamera verfolgt ihn noch ein paar Meter durch den Gang, dann verschwindet er in der Tür und aus dem Blickfeld.

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Denn es ist nicht das erste Mal, dass Nowitzki die Emotionen überkommen. Als er sich 2008 mit der deutschen Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele qualifizierte, hat er nach eigener Aussage "geweint wie ein Baby". Und auch als er an diesem Tag im Juni 2011 die Meistertrophäe in den Händen hält, sind die Augen noch ein wenig gerötet.

Aber wer will es dem 32-Jährigen verdenken, der jeden Sommer in fränkischen Schulturnhallen dafür schuftete, von Jahr zu Jahr ein bisschen besser zu werden. Der als 20-Jähriger allein nach Texas zog, um sich seinen Traum zu verwirklichen. Der nach einer schwierigen ersten Saison kurz davor war, hinzuschmeißen - jedoch dranblieb und als großer Spieler mit überdurchschnittlicher Beweglichkeit und herausragendem Distanzwurf den Basketball ein Stück weit revolutionierte.

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Nowitzki habe mit diesem Titelgewinn Geschichte geschrieben, wie Don Nelson sagt. Nelson war es, der als Manager der Mavericks 1998 den "dünnen Jungen aus Deutschland" in die NBA geholt hat, der wenig später auch als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet wird: "Zum ersten Mal kommt der Anführer eines Meisterteams aus Europa." Auch wenn der ein bisschen brauchte, um diesen historischen Moment zu begreifen, um zu realisieren: "Das kann mir niemand mehr wegnehmen. Das ist wirklich das Beste daran."

Quelle: ntv.de