Fußball-WM

"Immer Ziel verfehlt" Lothar Matthäus greift den DFB direkt und hart an

Nach dem blamablen Vorrundenaus bei der WM in Katar mahnt Lothar Matthäus einen Wandel beim Deutschen Fußball-Bund an. Der Verband müsse neue Richtlinien erarbeiten, eine Einstellung zum Erfolg finden. Auch Personalien wie Manager Oliver Bierhoff sollten zur Debatte stehen.

Lothar Matthäus sieht nach dem frühen Aus der DFB-Elf bei der Fußball-WM in Katar großen Reformbedarf. "Es gibt eigentlich keinen sportlichen Erfolg in den letzten fünf Jahren, obwohl wir fünf Wettbewerbe gespielt haben. Zweimal Nations League, einmal Europameisterschaft, zwei Weltmeisterschaften und immer das Ziel verfehlt", klagte der Weltmeister von 1990 bei ntv.

Der deutsche Rekordnationalspieler forderte deshalb spürbare Konsequenzen: "Jetzt muss man an der Stelle, wo die Führung des DFB ist, Richtlinien machen. Wir brauchen nicht die beste Akademie, wenn wir nicht die Mentalität, die Leidenschaft und die Qualität mitbringen, die man braucht, um ganz oben mitzuhalten. Ich vermisse dieses Emotionale von einem Kapitän, von einem Vize-Kapitän."

Nach Meinung des 61-Jährigen ist das DFB-Team auf fast jeder Position mit Nebengeräuschen belastet: "Es gibt intern viele Fragen, die die Spieler für sich selbst nicht beantworten können. Deswegen hört diese Diskussion nicht auf, deswegen entsteht eine gewisse Unsicherheit. Und diese Unsicherheit sieht man dann auch irgendwo auf dem Platz."

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Nicht minder kritisch äußerte sich Matthäus über die Verbandsspitze: "Man hat einfach zu viel Unruhe beim DFB generell. Man muss Ruhe rein bringen, man muss ein vertrauensvolles Miteinander haben." Auch Überlegungen zu personellen Veränderungen mahnte Matthäus, selbst fünfmal als Spieler bei Weltmeisterschaften dabei, an: "Wir haben schlechte Jahre hinter uns, da sitzt Oliver Bierhoff mit im Boot - und da muss man auch Oliver Bierhoff infrage stellen."

Zudem spielte er auf das Verhältnis der DFB-Führungskräfte zu FIFA-Boss Gianni Infantino an: "Die sind zwar alle lustig, wenn sie auf der Tribüne sitzen und machen auch mit Infantino Bilder, den sie vorher hart attackiert haben und lächeln in die Kamera. Die Spieler sollen ein Zeichen setzen, aber die Vorgesetzten machen Fotos mit denjenigen, die sie in den deutschen Medien kritisiert haben."

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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