Fußball

Mögliche Gegner in der EM-Quali Alles gut für die DFB-Elf, trotz Lostopf zwei

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Kapitän Manuel Neuer und seine DFB-Kollegen brauchen nicht hadern. Trotz "Abstieg" in Lostopf zwei wird die EM-Qualifikation gelingen.

(Foto: imago/Team 2)

Nach einem völlig verkorksten Jahr fliegt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft aus dem ersten Lostopf für die Qualifikation zur Fußball-EM 2020. Das klingt allerdings viel dramatischer, als es sich nach der Auslosung am 2. Dezember darstellen wird.

WM-Desaster in Russland, Abstieg aus der A-Gruppe der Nations League und nun auch nur noch in Lostopf zwei für die Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2020: Das Jahr 2018 ist für die deutsche Nationalelf nicht nur gefühlt, sondern auch faktisch das erfolgloseste der Verbandsgeschichte. Die sportlichen Folgen daraus sind aber weit weniger dramatisch als die atmosphärischen. Das 3:0 gegen Russland in Leipzig und das 2:2 gegen die Niederlande auf Schalke fanden vor eher spärlichen und schweigenden Kulissen statt. Den Kampf um die erneute Zuneigung des Publikums kann die DFB-Elf nur mit guten Leistungen gewinnen, im kommenden Jahr stehen zwischen März und November die Partien der EM-Qualifikation an. Und dort erwartet die Nationalmannschaft bestenfalls eine "Hammergruppe light".

Wen das Team von Bundestrainer Joachim Löw zugelost bekommt, entscheidet sich 2. Dezember in Dublin (ntv überträgt die Auslosung ab 11.50 Uhr live, auf n-tv.de gibt's einen Liveticker). Aber allzu dicke wird's für die DFB-Elf nach dem "Ohrfeigen"-Jahr dennoch nicht kommen. Klar, aus Lostopf eins könnte es ein Wiedersehen mit Weltmeister Frankreich oder den Niederlanden geben. Ebenso droht England. Aber eben auch Polen oder die Schweiz. Die Besetzung der zehn Gruppenköpfe ergibt sich aus dem Abscheiden in der Nations League. Es sind die vier Gruppensieger der Liga A und die sechs nächstbesten Mannschaften, wenn man alle zwölf Liga-A-Teams in einer Tabelle aufführt. Deutschland gehört als Elfter nicht dazu. Die Polen haben den entthronten Weltmeister mit ihrem Nations-League-Remis gegen Portugal am Dienstagabend verdrängt.

"Wir werden uns qualifizieren"

Die Türkei, Serbien, Irland und Schottland gehören dann in Lostopf drei zu den stärksten Teams, in Topf vier sind das mutmaßlich Rumänien, Ungarn und Griechenland. In Topf fünf tummeln sich unter anderem der Kosovo, Weißrussland und Luxemburg, da drunter gibt's noch Lettland, Liechtenstein, Andorra, Malta und San Marino zu verteilen. Für die Qualifikation zur EM-Endrunde, die vom 12. Juni bis 12. Juli in zwölf Ländern ausgetragen wird, muss Deutschland - wie alle anderen Teams auch - einen der beiden ersten Plätze in der jeweiligen Gruppe belegen.

Sollte das nicht gelingen, gibt's tatsächlich noch eine Chance: Vom 26. bis 31. März 2020 werden nämlich in Playoff-Spielen die vier letzten Tickets vergeben, an die Sieger der jeweils vier Gruppen aus den Ligen A bis D der Nations League. Haben diese Teams über die normale Qualifikation ihre Teilnahmeberechtigung gesichert, geht das Startrecht an das nächstbeste noch nicht qualifizierte Team der jeweiligen Liga über. Qualifizieren sich die Niederlande und Frankreich über die EM-Qualifikation für die Endrunde, würde das DFB-Team nachrücken. Klingt kompliziert. Ist es auch. Eine grafische Erklärung des Modus finden Sie am Ende des Textes.

Nach dem 45 Minuten lang starken Testspiel gegen Russland am vergangenen Donnerstag in Leipzig hatte Bundestrainer Löw gesagt: "Die Qualifikation müssen wir eh nehmen, wie sie ist. Und dann müssen wir gut vorbereitet sein im März, und dann werden wir uns für die EM qualifizieren. Egal, wer die Gegner sind."

Die Lostöpfe in der Übersicht:

Topf 1: England, Schweiz, Niederlande, Portugal (gesetzt für eine Fünfer-Gruppe); Frankreich, Spanien, Italien, Belgien, Kroatien, Polen.
Topf 2: Deutschland, Island, Bosnien-Herzegowina, Ukraine, Russland, Dänemark, Wales, Österreich, Schweden, Tschechien;
Topf 3: Türkei, Irland, Slowakei, Nordirland, Serbien, Norwegen, Finnland, Schottland, Bulgarien, Israel; Topf 4: Ungarn, Rumänien, Albanien, Griechenland, Zypern, Montenegro, Estland, Slowenien, Litauen, Georgien;
Topf 5: Kosovo, Weißrussland, Mazedonien, Luxemburg, Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan, Moldau, Gibraltar, Färöer;
Topf 6 (für die fünf Sechsergruppen): Lettland, Liechtenstein, Andorra, Malta, San Marino.

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(Foto: Judith Günther)

Quelle: n-tv.de, tno

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