Fußball

Bereit fürs Giganten-Duell Barça muss nur kurz um Messi zittern

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Lionel Messi zeigte mal wieder seine Extraklasse - und Barças Abhängigkeit von ihm.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Der FC Barcelona erlebt eine komplizierte Saison: Die spanische Meisterschaft geht an den Erzrivalen, spielerisch bleibt das Ensemble oft manches schuldig. Viel hängt an Superstar Lionel Messi. Man kann erahnen, welcher Schreck in die katalanischen Glieder fährt, als es den Argentinier arg schmerzt.

Lionel Messi verzichtete wegen der Schmerzen sogar auf den Elfmeter - für das Viertelfinale gegen den FC Bayern München aber müssen sich die Fans des FC Barcelona wohl keine Sorgen machen. "Wir müssen ihn behandeln, aber ich glaube nicht, dass es ein Problem gibt", zitierte die spanische Sportzeitung "As" Trainer Quique Setién am Samstagabend nach dem 3:1 gegen den SSC Neapel. Den Schlag auf die Wade habe er "gut gesehen", berichtete Setién.

Neapels Kalidou Koulibaly war im Strafraum zu langsam mit seiner Entscheidung, Messi stibitzte den Ball und spürte nur einen Augenblick später den Schlag. Während der türkische Schiedsrichter Cünet Cakir die Szene am Monitor begutachtete und schließlich auf Strafstoß entschied, saß Messi auf dem Rasen, wurde behandelt und hatte Schmerzen. So kam Luis Suarez an den Ball und verwandelte vom Punkt zum 3:0.

Zuvor hatte Messi beim 2:0 all seine Klasse demonstriert: Der 33 Jahre alte Argentinier dribbelte durch mehrere Gegenspieler und zirkelte den Ball im Fallen noch ins lange Eck zum 2:0 - sicher einer der beeindruckendsten seiner Treffer in dieser Saison. "Ein Wahnsinns-Tor von einem anderen Planeten", titelte die spanische Sporttageszeitung AS.

Es sind Szenen wie diese, die Barca um Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen für das Duell mit den formstarken Bayern Hoffnung geben. Vor dem Spiel stand Barça unter Druck, der Meistertitel für den Erzrivalen Real Madrid hatte die Stimmung bei den Katalanen brodeln lassen. Im Pokal war Barça zudem im Februar an Athletic Bilbao gescheitert.

"Die Fans verlieren allmählich die Geduld, wenn wir ihnen nichts präsentieren", hatte Messi gewarnt. Und der Argentinier ließ seinen Worten schnell Taten folgen. Die gute Nachricht aus Barça-Sicht: Um das Duell der beiden Weltklasse-Angreifer Messi und Robert Lewandowski müssen sich die Zuschauer wohl keine Sorgen machen. "Wir sehen uns in Lissabon", schrieb Messi, der trotz des Tritts bis zum Schlusspfiff durchgehalten hatte, in den sozialen Netzwerken. Sein Trainer geriet ins Schwärmen. Bayern-Torjäger Robert Lewandowski habe in dieser Saison in der Königsklasse zwar schon 13 Tore erzielt, so Setien, aber "wir haben den besten Spieler der Welt bei uns".

"Jeder hat eine Chance in einem einzigen Spiel"

Eher schon fürchtet der Traditionsklub aus Spanien die formstarken Münchner. "Es wird sehr kompliziert", sagte Setién und verwies auf die sieben Tore, die der FC Bayern in den beiden Partien gegen den FC Chelsea erzielte. "Sie sind eine großartige Mannschaft und wir werden ein großartiges Spiel sehen." Suarez antwortete auf die Frage, ob Bayern die beste Mannschaft sei: "Jeder hat eine Chance in einem einzigen Spiel, mit 50 Prozent." Der FC Bayern sei ein "großartiger Rivale" und ein "Kandidat", aber: "Es sind elf gegen elf in 90 Minuten."

Das sieht auch Bayern-Trainer Hansi Flick so: Man habe den "nötigen Respekt, aber wir wissen um unsere Stärken". Er warnte aber davor, sich zu sehr auf Messi zu konzentrieren: "Das kann ein Problem sein. Sie haben viele starke Spieler, auf die man aufpassen muss."

In bisher vier K.o.-Duellen im Europacup gegen den FC Barcelona ist Bayern München zweimal weitergekommen: In der Triple-Saison 2013 triumphierte das damalige Team von Jupp Heynckes im Halbfinale der Champions League 4:0 und 3:0 gegen die Katalanen. 1996 setzten sich die Münchner im Halbfinale des Uefa-Pokals (2:1/2:2) durch. 2015 war dagegen mit Pep Guardiola in der Vorschlussrunde der Königsklasse Schluss (0:3/3:2), genauso wie im Viertelfinale 2009 (1:1/0:4). Für Jürgen Klinsmann bedeutete dies damals das Aus als Coach beim Rekordmeister.

Insgesamt standen sich die Bayern und Barça im Europapokal zehnmal gegenüber bei sechs Bayern-Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen (Tordifferenz 18:14). Am kommenden Freitag kommt es im Estadio da Luz von Lissabon im Viertelfinale der Champions League zum elften Duell der beiden europäischen Topklubs.

Quelle: ntv.de, ter/dpa/sid