Fußball

Pokal-Aus, weiter, Torschütze Der Mann, der zweimal den Pokal verlor

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Eggestein ist den Tränen nahe.

(Foto: picture alliance/dpa)

Maximilian Eggestein geht als Spieler des SV Werder Bremen in die Saison 2021/2022. Nach dem Aus im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück wechselt er Mitte August zum SC Freiburg. Zwei Monate später ist er zurück in Osnabrück. Es ist der Ausgangspunkt einer Reise, die in Tränen endet.

Der 7. August 2021 war kein schöner Tag für Maximilian Eggestein. Der Mittelfeldmann des SV Werder Bremen verlor in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 0:2 beim VfL Osnabrück. Raus aus dem Pokal. Der Traum von der Reise nach Berlin hatte sich erledigt. Eine Woche später gingen sie mit 1:4 gegen den SC Paderborn unter. Eggestein stand 90 Minuten auf dem Platz. Der Absteiger aus der Bundesliga hatte den Saisonstart unter dem neuen Trainer Markus Anfang verhauen. Die finanzielle Lage war weiterhin bescheiden und für den Ur-Bremer gab es ein Angebot.

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Der niedergeschlagene Eggestein (l.) im August 2021.

(Foto: picture alliance/dpa/Revierfoto)

"Natürlich geht es einem sehr nahe, wenn man zehn Jahre im Verein verbracht hat und eigentlich jeden kennt", berichtete Eggestein im Februar bei Sport1. Aber er musste gehen. Das Angebot war zu gut. Für 7,5 Millionen Euro wechselte der gebürtige Hannoveraner tief in den Süden der Republik zum SC Freiburg. Wenig später verpflichteten die Bremer Marvin Ducksch von Hannover 96. Es waren gut investierte 4 Millionen Euro. Ducksch kam, sah und traf, wie er wollte. Nur Markus Anfang konnte sich nicht halten. Er verlor seinen Trainerjob in Bremen, nachdem er seinen Impfpass gefälscht hatte. Auf Anfang wollte Ole Werner und mit Werner begann Werders langer Weg zurück in die Bundesliga.

In Berlin

Unten im Breisgau verfolgte Eggestein den Werdegang seines alten Vereins, während er mit dem SC Freiburg auf eine lange Reise im DFB-Pokal ging. Die begann am 26. Oktober 2021, wieder an der Bremer Brücke in Osnabrück. Wie es das Schicksal so wollte, hatte das Los seinen neuen Klub nach Niedersachsen geschickt. Es war ein spektakuläres Spiel, in dem der VfL Osnabrück in der siebten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte und der Freiburger Keven Schlotterbeck seinen Klub erst in der letzten Minute der Verlängerung ins Elfmeterschießen rettete. Dort trat auch Eggestein an und traf als einer von nur fünf der zehn Schützen. Im zweiten Lauf hatte Eggestein Osnabrück besiegt.

Freiburg schaute danach nicht mehr zurück. Nicht in der Liga und nicht im Pokal. Sie spielten eine fantastische Saison, die sie in die Europa League und das DFB-Pokalfinale führte. Immer dabei: Eggestein. "Dass es so gut läuft, war nicht abzusehen. Mir war schon bewusst, dass wir viel Qualität in der Mannschaft haben. Ich habe aber ehrlich gesagt im Sommer nicht daran gedacht, dass ich zu einer Mannschaft wechsle, die um die europäischen Plätze mitspielt", hatte er im Februar gesagt und wahrscheinlich nicht einmal erahnen können, welch schicksalshafte Heldenreise noch vor ihm lag.

Fast der Siegtorschütze

Die Breisgauer gewannen im Pokal in Hoffenheim, beim VfL Bochum und dem Hamburger SV. Respektable Gegner, kein Heimspiel, und der erstmalige Einzug ins Finale. In dem stand Eggestein erneut in der Startelf. In der 19. Minute schickte Vincenzo Grifo den Außenverteidiger Christian Günter tief, der ging auf der linken Seite ein paar Meter, spielte den Ball scharf auf Roland Sallai. Der konnte ihn nicht unter Kontrolle bringen, von seinem Fuß sprang er an die Hand. Wenige Meter dahinter rauschte Eggestein heran, sah die Lücke und jagte die Kugel zum 1:0 ins linke untere Eck. Nach reichlich Aufregung um das Handspiel bleibt der Treffer stehen. Lange Zeit blieb es der einzige Treffer des Abends.

Dann kam Christopher Nkunku für Leipzig und später, im Elfmeterschießen, ging es dahin, da hatte Eggestein den Platz schon verlassen. Der Mann, der zweimal nach Osnabrück musste, hatte mit seinem Treffer zum 1:0 an den Rand eines historischen Triumphs geführt. Doch als alles vorbei war, stand er mit leeren Augen vor den Freiburger Fans und klatschte, wie der Rest der Mannschaft, um die Niederlage irgendwie überhaupt noch verarbeiten zu können. Eggesteins Pokalsaison begann mit einer Niederlage und sie endete mit einer.

Quelle: ntv.de, sue

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