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Werders treffsicheres Schlitzohr Der irre Bundesliga-Rekord des Pizarro

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Rüstiger Torjäger im Werder-Dress: Claudio Pizarro.

(Foto: imago/Nordphoto)

In seinem Alter sind manche längst Trainer. Claudio Pizarro hingegen geht weiter auf Torejagd. Im Spiel seines SV Werder Bremen gegen Hertha BSC macht der Fußball-Senior wieder einmal den Unterschied - und schreibt ein weiteres Kapitel Bundesliga-Geschichte.

Er hat sich Zeit gelassen, aber er ist ja auch schon ein bisschen älter. Mit seinem Treffer im Auswärtsspiel bei Hertha BSC sicherte Claudio Pizarro seinem Klub SV Werder Bremen den glücklichen Auswärtspunkt - in der 96. Minute. Die eigentliche Nachricht des Tages ist allerdings eine andere: Seit seinem 1:1-Ausgleichstreffer vom Samstagabend ist Pizarro der älteste Torschütze in der Geschichte der Fußball-Bundesliga.

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Als der rüstige Peruaner seinen Freistoß aus 17 Metern im gegnerischen Tor versenkte, war er exakt 40 Jahre und 136 Tage alt. Damit überholte er locker-lässig den bisherigen Rekordhalter Miroslav "Mirko" Votava. Der war "nur" 40 Jahre und 121 Tage alt, als er am 24. August 1996 die bisherige Bestmarke aufstellt hatte.

Mit Pizarros neuem Meisterstück ist wieder einmal offenbart worden, was Statistikfreunde längst wissen: Werder Bremen ist ein gutes Pflaster für Torjäger-Opis. Denn neben Pizarro und Votava komplettiert Manfred "Manni" Burgsmüller die Top drei der ältesten Bundesliga-Torschützen. Der war zum Zeitpunkt seiner Bestmarke 39 Jahre und 226 Tage alt.

"Erfahrung und Schlitzohrigkeit"

Und was sagt der neue Rekordhalter zu seiner Leistung? "Ich bin sehr stolz und zufrieden. So ein Tor habe ich in meiner Karriere noch nicht geschossen", erklärte die lebende Bremer Klublegende nach dem Spiel in Berlin. Und dann kommt ein typischer "Pizza"-Satz: "Aber das habe ich dann mit meiner Erfahrung und meiner Schlitzohrigkeit gemacht."

Ganz nebenbei hat das selbsternannte Schlitzohr mit seinem 195. Tor im 463. Spiel seine ohnehin schon historische Bilanz als bester ausländischer Torjäger aufgewertet. Ein Rekord für die Ewigkeit? Nun, der Oldie selbst scheint nicht so sicher: "195 Tore sind viel. Aber ich glaube, Lewandowski kommt von hinten, um meinen Rekord zu brechen", sagte Pizarro.

Dabei hat es der Offensivmann noch selbst in der Hand, den eigenen Bestwert weiter ordentlich in die Höhe zu schrauben - und das bei Verletzungsfreiheit in zwölf Spielen, die in dieser Bundesliga-Saison noch ausstehen. Oder sein Klub verlängert seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag.  Pizarro jedenfalls gibt sich bescheiden: "Da müssen wir noch schauen. Schauen wir mal, was der Körper in den nächsten zwei, drei Monaten macht."

Übrigens: Sein Bundesliga-Debüt gab Pizarro am 28. August 1999 im zarten Alter von 20 Jahren und 329 Tagen - ebenfalls für Werder, ebenfalls gegen Hertha in Berlin. Damals war er noch nicht so treffsicher, dafür aber schon im darauffolgenden Heimspiel im Weserstadion: Gegen den 1. FC Kaiserslautern schoss er das 1:0 und ebnete damit den Weg für den 5:0-Heimsieg. Wer hätte damals gedacht, dass er 7097 Tage später immer noch für spektakuläre Bundesligageschichten sorgt?

Quelle: n-tv.de

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