Fußball

Die Optionen nach Lewandowski Kommt Ronaldo dann jetzt doch zum FC Bayern?

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Ersetzt CR7 nun RL9 beim FC Bayern?

(Foto: picture alliance / dpa)

Der FC Bayern gibt dem Drängen von Robert Lewandowski nach - und den Spieler an den FC Barcelona ab. Für die Müncher stellt sich nun die Frage: Wie reagieren? Den Verlust mit Bordmitteln, unter anderem Sadio Mané, auffangen? Oder doch nochmal an Cristiano Ronaldo denken?

Am 16. Juli, um 1.59 Uhr, endet die spektakulär-nervigste Transfersaga der Bundesliga-Geschichte. Um 1.59 Uhr, als wollte sich dieser Wahnsinn still und leise von der Stadl-Bühne verabschieden. Aber ganz so einfach lässt sich das seit Wochen begeisterte Auditorium nicht von den großartigen Protagonisten Robert Lewandowski und FC Bayern abspeisen. Deswegen wird auch der finale Tag in der neunjährigen Ehe zwischen dem Polen und dem Klub wieder bestens erfasst werden. Von der Flugnummer über die Flugroute und den Outifts der Familie (Instagram!) beim Abschied aus München bis zu den erwarteten Wetterdaten in der katalanischen Metropole Barcelona, zum dortigen Futbol Club wechselt der Stürmer nun, wird alles detailliert dokumentiert.

Wohl kaum eine Akte der jüngeren Menschheitsgeschichte ist sorgfältiger gepflegt worden, als das Theater um Robert L., den Weltklasse-Wut-und-Lustlos-Stürmer des Rekordmeisters. Aber niemand muss traurig sein, denn mit dem Abflug von der Isar ans Mittelmeer ist das Transferfeld in München längst nicht abgemäht. Mit Matthijs de Ligt soll noch ein neuer Abwehrchef kommen. Obacht: Ein Privatjet aus Turin ist am Freitagabend im Umland der bayrischen Landeshauptstadt gelandet. Wer an Bord war, das weiß man nicht. Aber für ein schönes Gerücht taugt diese Information doch allemal! Und dann soll ja auch noch Konrad Laimer kommen, der RB-Abräumer.

Fast schon schnöde Gerüchte, weil schon gut durchgeräuchert. Viel wichtiger ist doch die Frage: Kommt jetzt endlich Cristiano Ronaldo? Der Superstar wird ja derzeit wie sauer Bier angeboten. Kein internationaler Koloss möchte den portugiesischen Giganten unter Vertrag nehmen, der Manchester United doch unbedingt nach nur einer Saison verlassen möchte. Auch aus München wurde gefunkt: toller Spieler, aber nein! Was das wert ist, wird man nun sehen. Denn ein "Basta!" von der Säbener Straße ist ja durchaus nicht in Stein gemeißelt, wie man seit dem 16. Juli, 1.59 Uhr weiß. In den hiesigen Transferforen laufen die Diskussionen bereits wieder heiß.

Ronaldo hat kaum noch Top-Optionen

Aber ist das wirklich möglich? Warum eigentlich nicht. Ronaldo möchte unbedingt noch einmal einen großen Titel gewinnen, also die Champions League. Mit United geht das nicht. Der Klub vergeigte die Qualifikation für die Königsklasse und duelliert sich künftig in der Europa League. Wer also bleibt und wer hat noch eine Stelle frei für den Superstar? Klar, der FC Chelsea mit Trainer Thomas Tuchel ist noch im Verteiler. Die "Blues" bauen ihren Kader um, haben mit dem Hünen Romelu Lukaku ihren Mann im Zentrum nach einem enttäuschenden Jahr der Zusammenarbeit wieder an Inter Mailand zurückverliehen. Bleibt noch Timo Werner, der allerdings auch nicht unumstritten ist. Für kurzfristig höchste Ambitionen wäre Ronaldo eine gute Zwischenlösung. Mit Mason Mount, Kai Havertz und Raheem Sterlin könnte da etwas Furchterregendes entstehen.

Und sonst so? Außer dem FC Bayern bieten sich keine weiteren Top-Optionen. Die kleine Spinnerei mit Paris St. Germain und dem ersten sowie letzten Halleluja von Ronaldo und Lionel Messi dürfte sich am Freitag erledigt haben. Mit Hugo Ekitike hat der katarische Riesen eines der größten Sturmtalente Frankreichs verpflichtet. Der Blick geht voraus, auch eher ungewöhnlich für diesen Klub. Ekitike soll übrigens beim FC Bayern auf der Shortlist für potenzielle Lewandowski-Erben gestanden haben. Weitere Namen in diesem Verzeichnis, das ja lediglich auf Gerüchte beruht: Joao Felix (Atletico Madrid), Victor Osimhen (SSC Neapel), Jonathan David (OSC Lille) und Sasa Kalajdzic (VfB Stuttgart) und das 17 Jahre alte Top-Talent Mathys Tel (Stade Rennes).

Aber kann der FC Bayern wirklich das Risiko eingehen, seine Lebensversicherung mit einem Talent zu ersetzen? Für Sportvorstand Hasan Salihamidžić, der sich innerhalb weniger Wochen vom angefeindeten zum bestaunten Kader-Bauherren gigantisiert hat, und Julian Nagelsmann wäre das durchaus eine Option, zumal der Trainer ja nicht als großer Fan des starken Mannes im Zentrum gilt. In seiner Zeit bei RB Leipzig hat er etwa Patrik Schick verprellt, der in Leverkusen die beste Zeit seiner Karriere erlebt und auch als Kandidat beim Rekordmeister galt. Mit Sadio Mané hat Salihamidžić ja bereits eine Wucht eingetütet, die in der Offensive alles bespielen kann, also auch das Zentrum. Für das hatte der Klub auch Erling Haaland auf dem Radar und seinen Berater am Tisch der Optionen sitzen, vergebens. Der Norweger schnürt seine Töppen nun für Manchester City. Das Interesse an Haaland soll Lewandowski übrigens final in seine Wut (etwas in ihm war ja "gestorben") gegenüber dem FC Bayern getrieben haben.

Irre Offerte aus Saudi-Arabien

Aber nun zurück zum Sturmzentrum des FC Bayern: Mit Serge Gnabry, der seinen Vertrag jetzt doch verlängern will, gibt es zudem einen zweiten Mann, der sich zutraut, den Strafraum zu seinem Haupt-Habitat zu machen. Auch Nationalspieler Leroy Sané hat die Rolle in der vordersten Linie gespielt, er hat indes derzeit eher Form- statt Positionssorgen. Und noch ist ja auch Eric Maxim Choupo-Moting da.

Aber das Szenario, das am meisten fasziniert ist doch Folgendes: Ronaldo kommt für ein Jahr, dann übernimmt Harry Kane, den der FC Bayern Medienberichten zufolge für den kommenden Sommer auf dem Zettel hat, weil er dann mit einem Jahr Vertragslaufzeit bei den Tottenham Hotspur erschwinglich erscheint. Bis dahin schnappt sich der Rekordmeister den Henkelpott und Ronaldo den Bundesliga-Torrekord von Lewandowski. Fit genug ist der Mann (selbstverständlich), auch während seiner "familiären Auszeit" trainiert er unnachgiebig und hart. Er will sportlich nochmal angreifen - und auf der letzten Geraden seiner Karriere wohl nicht der Verlockung einer aberwitzigen Gehaltsofferte erliegen.

250 Millionen Euro für zwei Jahre sollen CR7 von einem Klub aus Saudi-Arabien angeboten worden sein, wie die portugiesischen Sender TVI und CNN Portuguesa berichten. Doch für den Superstar ist diese unvorstellbare und jenseits aller Grenzen aller Demut angebotene Summe scheinbar nicht reizvoll. Nach Informationen der Zeitung "AS" und des Senders ESPN will der 37-Jährige noch mindestens ein Jahr im europäischen Spitzenfußball bleiben, er ist gierig nach weiteren Trophäen. Ebenso wie der FC Bayern, der sich nicht zum Ein-Titel-Klub verzwergen möchte, wie Außendienst-Alphatier Uli Hoeneß einst im Doppelpass anmahnte.

Übrigens, als am 16. Juli, um 1.59 Uhr (!) durchgesickert war, dass der FC Bayern doch noch ein Transferherz für die große Sehnsucht seines Starstürmers hat, war es in Miami und Washington 19.59 Uhr. Prime-Time. Und wer fliegt am Sonntag und Montag nach Miami und Washington? Richtig, der FC Barcelona (mit Lewandowski, laut Medienberichten) und der FC Bayern (ohne Lewandowski, sicher).

Quelle: ntv.de, tno

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