Fußball

Spektakuläres Gerücht in Spanien Rettet Joachim Löw nun den FC Barcelona?

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Stets den Weg zu einem Topklub im Blick.

(Foto: dpa)

Beim FC Barcelona läuft es nicht. Finanziell steht der Traditionsverein am Abgrund und sportlich droht der Absturz ins Niemandsland. Für Trainer Ronald Koeman wird es eng. Als ein Kandidat für die Nachfolge gilt Joachim Löw. Aber ist das wirklich realistisch?

Joachim Löw geht es gut. Das hat er in den vergangenen Tagen in kleiner Runde bei einem Gläschen Rotwein erzählt. Zwar hatte er als Bundestrainer immer wieder betont, wie gerne er dieses Chef-Amt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ausgeübt habe, doch die letzten Jahre waren reichlich zäh. Die Ergebnisse stimmten nicht mehr, das Spiel war meistens sehr, sehr unattraktiv, der Druck stieg massiv an und die Begeisterung für Löw im Land nahm noch massiver ab. Womöglich spürt der 61-Jährige nun, mit einer ersten Distanz zur 15-jährigen Amtszeit in höchster Verantwortung, auch ein wenig Erlösung.

Doch mit diesem Gefühl mag er sich so gar nicht anfreunden. Seit seinem angekündigten Rücktritt im März hatte er nämlich immer wieder betont, dass sein Abgang beim DFB nicht das Ende seiner Karriere als Trainer bedeuten würde. Er habe, so sagte Löw, noch große Lust und Ambitionen. Er liebe eben das "tägliche Training und die individuelle Arbeit mit den Spielern", bekannte er damals. Als Ziel nach einer kleinen Auszeit rief er einen Topverein aus. Präziser wurde er nicht.

Nun ist tatsächlich ein großer Klub in Not. Einer der allergrößten der vergangenen Jahrzehnte. Der FC Barcelona kämpft nicht nur mit seinen aberwitzigen Schulden (rund eine Milliarde Euro), als äußerst schmerzendes Erbe der berauschenden Messi-Ära, auch sportlich geht derzeit kaum noch etwas zusammen (Tabellen-Siebter, aber in Reichweite zu Tabellenführer Real Madrid). Immer gemessen an den Ansprüchen, die die stolzen Katalanen noch immer haben. Auch wenn der Kader vor allem durch den Abgang der argentinischen Legende zu PSG schwer gelitten hat. Trainer Ronald Koeman bekommt die Lage nicht in den Griff. Die Hilflosigkeit, mit der das Team gar gegen Abstiegskandidaten wie den FC Granada (1:1) spielt, hat den Druck massiv erhöht.

Charmante Idee mit Xavi

Ob der 58-Jährige die vor dem Duell mit der Mannschaft aus Andalusien kolportierte Drei-Spiele-Gnadenfrist erhält, ist offen. Medien berichten über sein bevorstehendes Aus. Und sie berichten darüber, dass Joachim Löw ein Mann sein könnte, der die strauchelnden "Blaugrana" retten soll. Gerard Romero, der als Kenner des katalanischen Traditionsklubs gilt, schreibt auf seinem Twitch-Kanal, dass der ehemalige Bundestrainer in den Planspielen der Bosse eine durchaus recht prominente Rolle einnimmt. Andere Namen, die laut Romero gehandelt werden, sind die derzeit vereinslosen Antonio Conte, Andrea Pirlo und Philip Cocu. Auch die Barça-Legende Xavi wird genannt.

Xavi, das einst spielende Mastermind der "Tiki-Taka"-Dominatoren, trainiert derzeit den katarischen Spitzenklub Al-Sadd SC. Laut seinem genialen Ex-Mitspieler Andres Iniesta wäre der 41-Jährige bereit, den FC Barcelona zu übernehmen. Der einstige spielende Chefstratege selbst hatte schon mehrfach betont, dass das sein Ziel ist. Für den fußballerischen Neuaufbau der Mannschaft wäre Xavi eine äußerst charmante Idee. Zumal er auch bei den Fans, die gegen den FC Granada ihren Unmut über den aktuellen Zustand immer lauter kundgetan hatten, reichlich Unterstützung hat. Und sicher auch mehr Zeit bekäme als andere Trainer.

Tja, aber wie realistisch ist das Gerücht um Löw? Beim FC Barcelona soll er einen wirklich guten Ruf haben. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder kleinere Schmeicheleien. Aber dass er ausgerechnet am Umbruch der deutschen Nationalmannschaft verzweifelt ist, dürfte kein gutes Argument für eine Anstellung in der aktuellen Situation in Katalonien sein. Zumal das DFB-Team unter Nachfolger Hansi Flick eine bemerkenswerte Blitz-Auferstehung feierte. Löw wollte sich außerdem ein wenig Zeit nehmen, um sich nach dem Freud und Leid beim DFB neu zu sortieren. Und ohnehin ist die Lage ja auch so: Koeman ist noch Trainer und würde bei einer Freistellung offenbar zwölf Millionen Euro bekommen. Ob sich der Verein das wirklich leisten will? Oder wie man im Falle des hoch verschuldeten Klubs in der sportlich misslichen Lage eher sagen muss: leisten kann?

Quelle: ntv.de, tno

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