Fußball

Deal im Falle eines Wahlsiegs Rousaud verspricht: Haaland wechselt zu Barça

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Emili Rousaud will Präsident des FC Barcelona werden und Erling Haaland gleich mitbringen.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Emili Rousaud, der ehemalige Vize-Präsident des FC Barcelona, streitet sich um die vakante Präsidentenstelle bei den Katalanen. Jetzt verkündet er: Wird er gewählt, welchselt Erling Haaland vom BVB zu Barça. Der Deal sei schon beschlossene Sache. Was ist dran an der abstrusen Behauptung?

Beim FC Barcelona tobt der Kampf um die Präsidentschaft. Es muss ein Nachfolger für Josep Bartomeu gefunden werden, der Ende Oktober zurücktrat. Nach der 2:8-Pleite gegen den FC Bayern im Viertelfinale der Champions League wollte Lionel Messi die Katalanen ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages verlassen - vor allem wegen Bartomeu, von dem er sich hintergangen fühlte. Der neue Präsident muss also unter anderem versuchen, den argentinischen Superstar, der erst kürzlich seine Zukunft wieder als offen verkündete, irgendwie zum Bleiben zu überreden.

Einer, der neuer Präsident des FC Barcelona werden möchte, ist der Geschäftsmann und Barças ehemaliger Vize-Präsident Emili Rousaud. Und wohl auch um Messi zum Verbleib bei den Katalanen zu bewegen, will er bereits einen abstrus anmutenden Deal eingefädelt haben: Er habe eine Einigung über den Wechsel Erling Haalands von Borussia Dortmund zu Barcelona erzielt. Gewinne er die Wahl am 24. Januar, dann würde die Abmachung in Kraft treten.

Real Madrid ausgetrickst?

Das erzählt zumindest Josep María Minguella, der für Rousaud als Sport-Vizepräsident kandidiert. "Wir kennen alle Bedingungen und wenn wir gewinnen", sagte Minguella, "werde ich am nächsten Tag Mino Raiola (der Berater Haalands; d. Red.) anrufen und diese Bedingungen akzeptieren. Ich habe ihn bereits darauf hingewiesen."

Haaland wäre natürlich ein feines Antrittsgeschenk, schließlich beneidet die halbe Fußball-Welt Borussia Dortmund um den treffsicheren norwegischen Stürmer. Besonders gut käme der Deal bei den Fans an, weil Erzrivale Real Madrid schon länger und intensiv die Fühler nach dem 20-Jährigen ausgestreckt haben soll. Allerdings gab es auch Gerüchte, die den Gewinn eines weiteren Präsidentschaftskandidaten bei Barça, Joan Laporta, mit einem Wechsel Haalands in Verbindung brachten, weil Laporta enge Beziehung zu Raiola pflegt.

Auch Mbappé soll kommen

Haaland besitzt beim BVB einen Vertrag bis Juni 2024, der aber eine Ausstiegsklausel enthalten soll. Wie die sportlich, finanziell und institutionell krisenerschütterten Katalanen sich den Stürmer leisten sollten, ist deshalb ohnehin noch unklar. Zuletzt hatte der Norweger immer wieder betont, dass er sich in Dortmund sehr wohlfühle und mit dem Team noch einiges vorhabe. Aber Rousaud macht längst nicht bei Haaland halt, sondern will gerne auch gleich den französischen Weltmeister Kylian Mbappé mitbringen, wenn er Präsident werden sollte. Hier gäbe es aber noch keine Einigung wie bei dem Norweger, sagte Minguella: "Es ist etwas komplizierter, weil sein Vertrag im nächsten Jahr endet", aber man habe das "Thema im Griff".

In Spanien ist es üblich, dass Präsidentschaftskandidaten von Fußballklubs vor einer Wahl mit großen Namen hausieren gehen. Mancher Wechsel hat dann niemals stattgefunden. Laporta und Victor Font, der dritte Kandidat, haben sich dabei allerdings im Gegensatz zu Rousaud zurückgehalten. Letzterer sorgte schon vor dem angeblichen Haaland-Deal für Schlagzeilen: Mal kündigte er die Rückkehr Neymars an, mal schlug er vor, das Stadion in Camp Nou Leo Messi umzubenennen.

Ob all das Messi zum Verbleib weichkocht und ob am angeblichen Haaland-Deal auch nur ein Fünkchen Wahrheit dran ist - daran wird Rousaud sich messen lassen müssen, sollte er wirklich zum Präsidenten der ruhmreichen Katalanen gewählt werden.

Quelle: ntv.de