Fußball

"Werde es diesen Idioten zeigen" Haaland ist abhängig von "verrückter Droge"

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"Tore schießen ist mein Leben", sagt Erling Haaland vom BVB.

(Foto: Pool via REUTERS)

Der Dortmunder Torjäger Erling Haaland steht vor seinem Comeback, wie er in einem Interview erklärt. Darin gibt der Norweger selten intime Einblicke, zählt die seiner Meinung nach besten Verteidiger der Welt auf - und verrät, von welcher "verrückten Droge" er abhängig ist.

Erling Braut Haaland ist nicht gerade der Eloquenteste an den Mikrofonen. Gerne gibt er sich einsilbig, sorgt damit auch schon mal für Lacher. Das liegt natürlich auch an den Fragen, die - meist kurz nach einem Spiel an seinen Kopf geschleudert - oft die gleichen sind. Also hat sich die norwegische Zeitung "VG" etwas ausgedacht und den Stürmer von Borussia Dortmund mit Fragen von anderen Sportpersönlichkeiten und Nachwuchskickern bombardiert.

Und siehe da, Haaland plaudert plötzlich aus dem Nähkästchen. Nationalmannschaftskamerad Sander Berge will von dem BVB-Angreifer wissen, wie er es schafft, Torchancen über die vollen 90 Minuten so gut zu riechen und immer direkt aggressiv zu reagieren. "Ich mag die Frage", antwortet der Norweger sogar. "Seit ich klein war, dachte ich, wenn ich sah, dass Leute Tore schossen: 'Ah, das ist das, was ich will'." Es sei seine absolute Leidenschaft und jetzt sei er einfach extrem gut darin geworden: "Tore schießen ist mein Leben. Es gibt nichts, was dieses Gefühl übertrifft. Es ist eine verrückte Droge."

Über diese spezielle "Drogenabhängigkeit" freut sich der BVB auch dieses Jahr wieder. In 14 Pflichtspielen hat der Stürmer 17 Tore erzielt und drei aufgelegt. Der Beweis, dass Haaland vom Toreschießen wirklich nicht genug bekommt: Insgesamt sind es seit seinem Wechsel von Red Bull Salzburg 33 Tore und sechs Vorlagen in 32 Spielen für Dortmund.

"In der Lage zu sein, auf alles zu scheißen"

Aufgrund dieser Statistiken hofft der BVB dieser Tage inständig auf das Comeback Haalands. Auch Norwegens neuer Nationalmannschaftstrainer Stale Solbakken, der das Team erst Anfang Dezember übernommen hatte und seitdem noch nicht mit Haaland sprechen konnte, liegt diese wichtige Frage auf der Zunge: "Bist du bald wieder auf dem Feld?", will der Coach wissen. Haaland kann seinen Trainer, den BVB und die Anhänger beruhigen. Denn der Aufbau nach dem Muskelfaserriss vom Abschlusstraining vor dem Champions-League-Spiel gegen Lazio Rom laufe nach Plan und am 3. Januar wolle er für das erste Heimspiel Dortmunds gegen Wolfsburg wieder auf dem Platz stehen.

Dann wird es intim und persönlich in der etwas anderen Fragerunde: Norwegens weiblicher Fußball-Star, Ada Hegerberg von Olympique Lyon, will etwas über Haalands mentale Prozesse nach einem Spiel erfahren. Für ihn ginge es darum, eine Partie schnell abzuhaken, so der BVB-Stürmer. "Das ist eines der schwierigsten Dinge für einen Fußballspieler", glaubt er. Man müsse aufpassen, dass negative Erlebnisse sich nicht im Kopf festsetzen. Dafür müsse man "in der Lage zu sein, auf alles zu scheißen" und zum nächsten Spiel zu übergehen. Nach einer Niederlage würde er sich sagen: "Ich werde es diesen Idioten im nächsten Spiel schon zeigen."

Die 16-jährige Thea Kyvag vom Lilleström SK entlockt Haaland am Ende noch eine interessante Antwort, als sie nachbohrt, welche die härtesten Verteidiger wären, gegen die er je gespielt hätte. "Sergio Ramos, Virgil van Dijk und Kalidou Koulibaly", antwortet der Norweger diesmal wieder gewohnt einsilbig. Wahrscheinlich im Wissen, dass auch diese drei ihn nicht davon abhalten können, seine besondere "Drogenabhängigkeit" auszuleben.

Quelle: ntv.de