Fußball

Bayer lässt Frust am VfB aus Schalke 04 verliert gleich doppelt

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Bundesliga-Debüt nicht erfolgreich.

(Foto: Tim Rehbein/RHR-FOTO/Pool)

Dass der FC Schalke sein Bundesligaspiel gegen RB Leipzig verliert, nunja, das kommt nicht überraschend. Sicher nicht mal für die Gelsenkirchener. Richtig bitter wird die Niederlage aber erst durch den unerwarteten Sieg des Abstiegskonkurrenten FSV Mainz 05 gegen Union Berlin.

FC Schalke 04 - RB Leipzig 0:3 (0:1)

Auch Rio-Weltmeister Shkodran Mustafi hat den Absturz von Schalke 04 nicht stoppen können. Bei seinem Debüt in der Fußball-Bundesliga verlor der 28-Jährige mit dem Tabellenletzten 0:3 (0:1) gegen RB Leipzig, die ohnehin nur noch geringe Hoffnung auf den Klassenerhalt schwindet weiter. Nach nur einem Sieg in den letzten 36 Bundesligaspielen rückt der vierte Abstieg in der Vereinsgeschichte immer näher.

Schalke 04 - RB Leipzig 0:3 (0:1)

Tore: 0:1 Mukiele (45.+3), 0:2 Sabitzer (73.), 0:3 Orban (87.)

Schalke: Fährmann - William, Mustafi, Nastasic, Kolasinac - Stambouli, Mascarell (59. Thiaw) - Schöpf (59. Raman), Uth (39. Boujellab), Harit - Hoppe (79. Serdar); Trainer: Gross.

Leipzig: Gulacsi - Mukiele, Upamecano, Orban - Kampl - Adams (67. Klostermann), Angelino (88. Halstenberg) - Nkunku (83. Hwang), Sabitzer (83. Haidara) - Dani Olmo, Sörloth (67. Poulsen); Trainer: Nagelsmann.

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)

Gelbe Karten: Mascarell (4), Kolasinac - Sabitzer (3)

Leipzig bleibt dank der Tore von Nordi Mukiele (45.+3), Marcel Sabitzer (73.) und Willi Orban (87.) erster Verfolger des Rekordmeisters Bayern München - allerdings mit sieben Punkten Abstand. Beim ersten Gegentor sah Mustafi nicht gut aus, weil er den Zweikampf am Fünfmeterraum verlor. Schalke liegt 14 Spiele vor Saisonende weiter neun Punkte hinter dem Relegationsplatz.

Nach elf Jahren im Ausland lief Mustafi erstmals in der Bundesliga auf und war vor allem in der ersten Halbzeit lange ein stabilisierender Faktor bei seinem neuen Klub. Dabei hatte der Innenverteidiger nach seinem Wechsel vom FC Arsenal bis Freitag in Quarantäne bleiben müssen und nur individuell trainieren können. "Ich zähle auf seine große internationale Erfahrung", sagte Trainer Christian Gross bei Sky, "er ist ein Leader". Am Montag hatte der Weltmeister von 2014 einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben, er soll den türkischen Nationalspieler Ozan Kabak ersetzen, der als Leihgabe mit Kaufoption zum FC Liverpool transferiert wurde. Erneut verzichten musste Gross auf Rückkehrer Klaas-Jan Huntelaar. Der 37-Jährige, der mit seinen Toren doch noch den Abstieg verhindern soll, kam wegen Wadenproblemen bisher nur zu einem Kurzeinsatz.

Mustafi, der nicht einmal zusammen mit seiner neuen Mannschaft trainiert hatte, dirigierte lautstark die Schalker Abwehr. Damit hatte er von der ersten Minute an viel zu tun, denn die Leipziger begannen aggressiv und richteten sich schon früh in der gegnerischen Hälfte ein. Dani Olmo scheiterte mit der ersten hochkarätigen Chance an Torhüter Ralf Fährmann (13.).

Mit gutem Stellungsspiel, einer starken Zweikampfquote und sicherem Passspiel stabilisierte Mustafi zunächst die Defensive des Tabellenletzten. So tat sich Leipzig schwer, trotz viel Ballbesitz in die gefährliche Zone vorzustoßen. Allerdings: Beim RB-Führungstor Sekunden vor dem Pausenpfiff kam Mustafi zu spät. Auch kurz nach Wiederbeginn verlor er ein Duell gegen Alexander Sörloth, der allerdings an Fährmann scheiterte (47.).

Nach vorne fand Schalke dagegen fast überhaupt keinen Weg. Die Angriffsversuche wurden meist im Keim erstickt, entweder durch ungenaue Pässe oder konzentrierte Leipziger Abwehrarbeit. In Tornähe kamen die Königsblauen nur nach kapitalen Fehlern der Gäste, nahmen die Geschenke aber nicht an.

Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 5:2 (2:0)

Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 5:2 (2:0)

Tore: 1:0 Demirbay (18.), 2:0 Demirbay (31.), 2:1 Kalajdzic (50.), 3:1 Bailey (56.), 4:1 Wirtz (68.), 4:2 Kalajdzic (77.), 5:2 Gray (84.)

Leverkusen: Hradecky - Fosu-Mensah (62. Dragovic), Tah, Tapsoba, Sinkgraven - Aranguiz (87. Sven Bender) - Wirtz, Demirbay - Diaby (74. Gray), Schick, Bailey (74. Frimpong); Trainer: Bosz.

Stuttgart: Kobel - Mavropanos, Anton, Kempf (46. Ahamada) - Mangala, Endo - Massimo (46. Thommy), Wamangituka - Klimowicz (62. Klement), Förster (80. Coulibaly) - Gonzalez (22. Kalajdzic); Trainer: Matarazzo.

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Gelbe Karten: keine

Angeführt von Doppelpacker Kerem Demirbay hat das zuletzt kriselnde Bayer Leverkusen ein Lebenszeichen im Kampf um die Champions-League-Ränge gesendet. Vier Tage nach dem peinlichen Pokal-Aus bei Regionalligist Rot-Weiss Essen im Achtelfinale präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Peter Bosz beim verdienten 5:2 (2:0) gegen den enttäuschenden Aufsteiger VfB Stuttgart am Samstag stark verbessert. Durch den erst zweiten Ligasieg der Leverkusener im neuen Jahr und dem ersten in der Rückrunde, den Demirbay mit seinen Saisontreffern zwei und drei (18./31.) einleitete, verbesserte sich Leverkusen mindestens für eine Nacht auf Platz vier.

Stuttgart, für das der eingewechselte Sasa Kalajdzic ebenfalls doppelt traf (50./77.), bleibt nach der dritten Auswärtsniederlage in Folge Zehnter. Leon Bailey (56.), Jungstar Florian Wirtz (68.) und der englische Neuzugang Demarai Gray (84.), der in der 74. Minute eingewechselt wurde, erhöhten für die Werkself.

Leverkusen startete mit viel Wut im Bauch und wurde direkt gefährlich. Baileys Abnahme aus kurzer Distanz lenkte VfB-Keeper Gregor Kobel mit den Fingerspitzen an die Latte (2.). Gegen tiefstehende Stuttgarter probierte es die Werkself immer wieder über den glänzenden Moussa Diaby auf der Außenbahn, der für viel Schwung sorgte. Nachdem Demirbay über das Tor schoss (11.), wurde es zum ersten Mal auf der Gegenseite gefährlich, als Mateo Klimowicz freistehend vorbeischoss (14.).

Die Mannschaft von Trainer Bosz war tonangebend und ging verdient durch Demirbay in Führung, der nach einer Parade von Kobel gegen Diaby mit einem eingesprungenen Außenristschuss einnetzte. Stuttgart lauerte auf Konter. Torjäger Silas Wamangituka tankte sich durch und traf das Außennetz (24.).

Leverkusen drückte auf das 2:0 und fand immer wieder Lücken in der schlecht sortierten VfB-Defensive. Neuzugang Timothy Fosu-Mensah (29.) traf das Außennetz, dann schlug Demirbay zum zweiten Mal zu und tunnelte Kobel nachdem der lauffreudige Bailey direkt durchgesteckt hatte. Nach weiteren guten Chancen, unter anderem durch Patrik Schick und Bailey, konnte sich der VfB glücklich schätzen, nur mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Halbzeit zu gehen.

Die nächste Bayer-Chance vergab Tah (49.) direkt nach der Pause, als er an den Außenpfosten köpfte, sodass Kalajdzic im Gegenzug mit einem Heber über Lukas Hradecky den Gästen aus dem Nichts wieder Leben einhauchte. Dann wurde es etwas hektisch in der BayArena: Bailey erhöhte nach schöner Vorarbeit von Diaby. Stuttgart forderte Handelfmeter, nachdem Tah in der Situation zuvor an den Arm geschossen wurde. Schiedsrichter Sven Jablonski (Bremen) und der Kölner VAR sichteten aber nur noch einmal eine mögliche Abseitsposition vor dem Treffer. Im Anschluss krönte Diaby seine herausragende Leistung durch seine dritte Vorlage beim Kopfballtor von Wirtz

FC Augsburg - VfL Wolfsburg 0:2 (0:1)

FC Augsburg - VfL Wolfsburg 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Weghorst (38.), 0:2 Baku (59.)

Augsburg: Gikiewicz - Gumny, Gouweleeuw, Uduokhai, Pedersen - Strobl (77. Civeja), Gruezo (77. Oxford) - Caligiuri (67. Jensen), Benes (66. Richter), Hahn (86. Vargas) - Niederlechner; Trainer: Herrlich.

Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Lacroix, Brooks, Paulo Otavio - Schlager (68. Guilavogui), Arnold - Baku (90.+1 Joao Victor), Gerhardt (78. Philipp), Steffen (78. Brekalo) - Weghorst (90.+1 Bialek); Trainer: Glasner.

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Gelbe Karten: Benes, Gumny (3) -

Der VfL Wolfsburg bleibt weiter auf Erfolgs- und Champions-League-Kurs: Die Mannschaft von Oliver Glasner gewann beim FC Augsburg verdient mit 2:0 (1:0) und festigte nach dem vierten Bundesligasieg in Serie ihren dritten Tabellenplatz. Wout Weghorst brachte die Wölfe, die unter der Woche auch ins Pokal-Viertelfinale eingezogen waren, in der 38. Minute in Führung. Für den Torjäger war es bereits der 14. Saisontreffer. Ridle Baku erhöhte in der 58. Minute auf 2:0 für den VfL, der abgeklärter und reifer agierte.

Beim FCA, der im Abschluss zu harmlos war und dem spielerisch die Mittel fehlten, wird nach der fünften Niederlage aus den vergangenen sechs Spielen der Druck wieder größer. Zumal nun auf das Team von Heiko Herrlich die Aufgaben in Leipzig und gegen Leverkusen warten. Wolfsburg begann nach den jüngsten Erfolgserlebnissen selbst- und ballsicher. Nach vorne fehlten zunächst aber Tempo, Konsequenz und vor allem Präzision, um die gut gestaffelte FCA-Defensive in Gefahr zu bringen.

Die Augsburger, bei denen der von Gladbach ausgeliehene slowakische Nationalspieler Laszlo Benes sein Debüt feierte, waren um Kompaktheit bemüht und lauerten wie so oft auf Konter. Die waren durchaus gefährlich. In der 11. Minute klärte Kevin Mbabu vor dem einschussbereiten Florian Niederlechner. Kurz darauf verzog Andre Hahn aus aussichtsreicher Position. Zudem war VfL-Keeper Koen Casteels gegen Daniel Caligiuri auf dem Posten (33.).

Wie man Konter abschließt, zeigte kurz darauf der VfL: Yannick Gerhardt schaltete nach einem Ballgewinn im Mittelfeld blitzschnell und bediente den freistehenden Weghorst, der überwand Rafal Gikiewicz mit einem sehenswerten Lupfer. Kurz vor der Halbzeit vergab Renato Steffen dann sogar das 2:0. Das fiel dann nach einer Konfusion im FCA-Strafraum. Baku staubte aus spitzem Winkel ab. Kurz darauf verpasste Weghorst die Vorentscheidung für den VfL, der in dieser Phase die Partie

1. FSV Mainz 05 - 1. FC Union Berlin 1:0 (1:0)

FSV Mainz 05 - Union Berlin 1:0 (1:0)

Tor: 1:0 Niakhate (22., Foulelfmeter)

Mainz: Zentner - St. Juste, Bell, Niakhate - da Costa, Kohr, Mwene - Barreiro, Latza (80. Tauer) - Onisiwo (84. Burkardt), Szalai (80. Glatzel); Trainer: Svensson.

Berlin: Luthe - Friedrich, Knoche, Schlotterbeck - Trimmel, Andrich, Gießelmann (66. Ryerson) - Gentner (66. Griesbeck), Ingvartsen (81. Endo) - Awoniyi (73. Pohjanpalo), Teuchert (73. Musa); Trainer: Fischer.

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Gelbe Karten: Kohr (3), Barreiro (2) - Teuchert, Knoche (3), Trimmel (6)

Gelb-Rote Karte: Schlotterbeck (Berlin) wegen wiederholten Foulspiels (55.)

Der FSV Mainz 05 hat ein weiteres Lebenszeichen im Abstiegskampf gesendet. Die Mannschaft von Trainer Bo Svensson setzte sich gegen Union Berlin im eigenen Stadion mit 1:0 (1:0) durch und verkürzte durch den zweiten Heimsieg nacheinander den Rückstand auf den Relegationsplatz sowie das rettende Ufer auf vier Punkte. Bei den Mainzern sorgte Abwehrspieler Moussa Niakhate (22., Foulelfmeter) mit seinem Treffer für neuen Schwung im Kampf um den Klassenerhalt. Für die Köpenicker, die nach der Gelb-Roten Karte gegen Nico Schlotterbeck (55., wiederholtes Foulspiel) in Unterzahl spielten, setzte sich dagegen der leichte Negativtrend fort. Aus den vergangenen vier Partien gab es nur einen Punkt.

In Mainz hatte die Verpflichtung von Robert Glatzel vor der Partie für Aufsehen gesorgt. Der von Cardiff City ausgeliehene Stürmer soll die Offensive des Klubs weiter beleben und entscheidende Tore im Überlebenskampf beisteuern. Nach fünftägiger Quarantäne trainierte der 27-Jährige am Freitag erstmals mit dem Team und kam gegen Union in der Schlussphase zum Einsatz (80.). Eine Woche nach der Niederlage beim VfB Stuttgart (0:2) starteten die Mainzer engagiert, der Beginn erinnerte an den leidenschaftlichen Auftritt gegen RB Leipzig (3:2) im jüngsten Heimspiel. Die Heimelf presste hoch, lief viel, entwickelte im Offensivspiel aber zunächst kaum Ideen.

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Die Rheinhessen profitierten von einem unnötigen Foul von Union-Verteidiger Schlotterbeck am einsatzfreudigen Karim Onisiwo im Strafraum. Den fälligen Elfmeter verwandelte Niakhate zur Führung. Für die Mainzer war es der 30. verwandelte Bundesliga-Strafstoß nacheinander. In der umkämpften Partie blieben die 05er auch nach dem Treffer am Drücker. Erst nach den ausgelassenen Möglichkeiten von Onisiwo (25./30.) steigerte sich die enttäuschende Elf von Trainer Urs Fischer. Der Abschluss von Taiwo Awoniyi (44.) blieb aber die einzige gefährliche Offensivaktion im ersten Durchgang.

Nach der Pause knüpfte Mainz an den kämpferischen Auftritt aus der ersten Halbzeit an, bei der großen Chance auf den zweiten Treffer scheiterte Adam Szalai (48.) jedoch per Kopf am starken Gäste-Keeper Andreas Luthe. Auf der Gegenseite parierte Robin Zentner gegen Union-Stürmer Cedric Teuchert (51.). Nach dem Platzverweis gegen Schlotterbeck verflog der kurzzeitig aufkommende Schwung der Berliner wieder. Aber auch bei den Gastgebern ließen die Kräfte nach, und sie gingen zu fahrlässig mit hochkarätigen Chancen um - Onisiwo (63.) kam ebenfalls freistehend nicht an Luthe vorbei.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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