Fußball

Bei WM 2018 nach Rassismus Son wollte sich an Deutschland "rächen"

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Son bejubelte seinen Treffer bei der WM 2018 an, der die DFB-Elf nach Hause schickte.

(Foto: imago/ActionPictures)

Der Weltklasse-Stürmer Heung-Min Son ist eine koreanische Fußball-Ikone. Nun erzählt der Tottenham-Star, wie er in seiner Anfangszeit in Deutschland beim HSV und in Leverkusen "viel mit Rassismus zu kämpfen" hat - und wie süß die Rache bei der WM 2018 ist, als er die DFB-Elf nach Hause schickt.

Der südkoreanische Topstürmer Heung-Min Son hat sich erstmals öffentlich zu Rassismusvorfällen geäußert, mit denen er in Deutschland konfrontiert war. "Ich hatte viel mit Rassismus zu kämpfen", sagte der Angreifer des englischen Fußball-Erstligisten Tottenham Hotspur in Seoul: "Während dieser schwierigen Zeit dachte ich viel darüber nach, dass ich mich eines Tages rächen wollte." Rache habe er schließlich beim 2:0-Gruppensieg gegen die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2018 in Russland geübt - dem "denkwürdigsten Moment seiner Karriere".

Son tätigte die Aussagen während eines Treffens mit Fans am Montag in der Hauptstadt Südkoreas, das nach einer Pressekonferenz stattfand. Die Videoaufzeichnung der Sitzung wurde später am Tag auf Youtube hochgeladen. Der Star von Tottenham Hotspur wurde nach seinem denkwürdigsten Tor und Spiel seiner Vereins- und internationalen Karriere gefragt. Son hatte Anfang Juni in einem Freundschaftsspiel gegen Chile sein 100. Länderspiel absolviert und sagte, dass dieses Spiel ganz oben auf seiner Liste stehe, ebenso wie das Saisonfinale der Premier League gegen Norwich City Ende Mai, als er mit zwei Toren der erste asiatische Torschützenkönig der besten Liga der Welt wurde.

Als seinen schönsten Moment bezeichnete Son jedoch den 2:0-Sieg gegen Deutschland im letzten Spiel der Gruppe F bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Son erzielte in der Nachspielzeit das zweite Tor der Mannschaft und schickte den Titelverteidiger und Weltranglistenersten um Weltmeistertrainer Joachim Löw kurzerhand nach Hause. Eine Blamage für die DFB-Elf.

"Habe so viele schwierige Momente erlebt"

Der 29-jährige Son, der in der Bundesliga für den Hamburger SV und Bayer Leverkusen auflief, sagte, dass er nach seinem Treffer in der Nachspielzeit wenig Mitgefühl mit dem Gegner und den enttäuschten deutschen Fans gehabt habe. "Wenn Menschen weinen, möchte ich sie normalerweise trösten und in den Arm nehmen", so Son. "Aber als ich die deutschen Leute weinen sah", nach dem Sieg gegen das DFB-Team, habe er dieses Gefühl nicht gehabt.

Son, der als 16-Jähriger von Korea nach Deutschland ging, um seine europäische Karriere zu beginnen, sagte über die Diskriminierung, der er ausgesetzt war: "Ich bin sehr früh nach Deutschland gegangen und habe so viele schwierige Momente erlebt, die man sich gar nicht vorstellen kann."

Auch in England hat der Spurs-Stürmer, der in dieser Saison als erster asiatischer Fußballer mit 23 Treffern die Torjägerkrone in der Premier League errang, seit seinem Wechsel 2015 immer wieder mit Rassismus zu kämpfen. So wurden im vergangenen Jahr acht Verdächtige festgenommen, die den Südkoreaner auf Twitter rassistisch beleidigt haben sollen.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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